Motorradtour Südnorwegen


7. Tag

Als ich heute Morgen aufstehe und einen Blick nach draußen werfe, sehe ich … Regen. War ja klar, oder? Aber so wirklich verwundert mich das tatsächlich nicht, schließlich sind wir hier in der Nähe von Bergen. Und Bergen ist, laut Wikipedia, “mit ca. 2.548 mm Niederschlag an 248 Regentagen im Jahr … die regenreichste Großstadt Europas“.




-> Es regnet mal wieder.


Immerhin brauchen wir heute keine Motorräder zu beladen und durch eben diesen Regen zu fahren. Stattdessen warten wir nach einem ausgiebigen Frühstück einen trockenen Moment ab und fahren dann mit Bus und Bahn in die Innenstadt von Bergen.

Als wir dort gegen 11:00 Uhr ankommen, sieht die Welt schon wieder ganz anders aus. Unterwegs war es ein ständiger Wechsel zwischen nass und trocken, jetzt haben sich die dunklen Wolken verzogen und weißen Schäfchenwolken Platz gemacht. Hin und wieder scheint sogar die Sonne durch und taucht die Stadt in helle, fröhliche Farben. Der ideale Zeitpunkt also, mit der Fløibanen auf den Fløyen zu fahren und von dort oben die Aussicht zu genießen. Solange es noch trocken ist.




-> Das norwegische Nationaldenkmal für die Seefahrt in der Innenstadt von Bergen.




-> Eingang zur Fløibanen.




-> Mit dieser Seilbahn fahren wir hinauf auf den Fløyen.


Die Fløibanen ist die einzige norwegische Standseilbahn und fährt seit 1918 hinauf auf den Berg Fløyen. Rund sieben Minuten dauert die Fahrt nach oben, dann stehen wir in 320 Meter Höhe über der Stadt und genießen die Aussicht auf Norwegens zweitgrößte Stadt. Bergen ist tatsächlich um einiges grösser, als man es von unten glaubt. Und von hier oben haben wir den perfekten Überblick. Nicht umsonst ist der Fløyen nach Bryggen das am zweitmeisten besuchte Ziel für Touristen. Auch wir stehen und staunen über den herrlichen Ausblick, den wir hier haben.




-> Die Aussicht ist Klasse.




-> Aussicht auf die Stadt.




-> Blick auf die Vågen-Bucht.


Leider beinhaltet der Ausblick von hier oben auch eine ungehinderte Sicht auf die dunklen Wolken, die über das Meer kommend schon wieder im Anflug auf Bergen sind. Anstatt uns mit den vielen anderen Touristen in die Fløibanen nach unten zu quetschen, nutzen wir die Regenpause, um uns in dem Lokal, dass es hier oben gibt, mit einem Cappuccino zu stärken. Gemütlich ist es hier, ein offener Kamin heizt uns ein und der Cappu ist günstig und schmeckt.




-> Hier ist es schön warm.


Nachdem die Regenwolken verschwunden sind und es wieder trocken ist, machen wir uns auf den Weg nach unten. Den könnten wir zwar auch zu Fuß in Angriff nehmen, wir bevorzugen jedoch die Seilbahn und stehen knapp zehn Minuten später unten am Fuß des Fløyen.




-> Von nun an geht's bergab.


Nun erkunden wir per Pedes ein wenig die Stadt. An Bryggen vorbei, das wir uns gestern ausgiebig angesehen haben, laufen wir bis zur Festung Bergenhus, deren ältesten Teile aus dem 12. Jahrhundert stammen. Somit ist Bergenhus eine der ältesten Festungen Norwegens. Sie liegt landschaftlich schön, aber vor allem strategisch günstig in der Einfahrt zur Bucht Vågen. Bergen war bis Ende des 13. Jahrhunderts die Hauptstad von Norwegen. Entsprechend wehrhaft wurde sie seinerzeit ausgebaut. Sogar eine Schlacht gab es hier, die Schlacht von Vågen. Im Jahr 1665 verfolgten einige englische Schiffe eine holländische Kaufmannsflotte. Die Engländer konnten dank des Geschützfeuers, das von Bergenhus abgefeuert wurde, in die Flucht geschlagen werden. Diese siegreiche Schlacht fand ihren Weg auch in die norwegischen Geschichtsbücher.

Bergenhus ist eine der am besten erhaltenen Festungen Norwegens. Nicht umsonst befinden sich dort auch heute noch militärische Einrichtungen. So hat hier zum Beispiel die Rechenschaftsadministration der norwegischen Streitkräfte seinen Sitz. Und auch das Verteidigungsmuseum, das auch besichtigt werden kann. Wir allerdings sehen uns die Anlage lediglich von außen an. Auch das ist recht beeindruckend. Gemeinsam mit Bryggen prägt Bergenhus das Stadtbild Bergens vom Wasser aus.




-> Das Festungsmuseum mit Rosenkrantzturm.




-> Die Håkonshalle, errichtet von König Håkon Håkonsson in den Jahren 1247 bis 1261, ist Teil von Bergenhus.


Nicht lange können uns wir allerdings rund um die Festung umsehen, denn recht bald beginnt es wie aus Eimern zu regnet. Wir flüchten in ein nahegelegenes Souvenirgeschäft und überlegen dort, was wir uns noch ansehen wollen.




-> „Summer in the City“ geht anders...


In quasi jedem Geschäft liegt eine Infobroschüre über Bergen für Touristen aus. In der genau so einer blättern wir nun und entdecken, dass ganz in der Nähe das „Hanseatisches Museum“ liegt. Wir überlegen nicht lange, und laufen, als der Regen ein kleines bisschen nachlässt, die paar Schritte hinüber zu dem Handelshof Finnegården. Dieses Gebäude aus dem Jahr 1704 befindet sich zwischen Bryggen und Fløyen und darin ist das Museum untergebracht. Hier wird gezeigt, wie die Kaufleute der Hanse im 17. und 18. Jahrhunderts gelebt haben. Im Erdgeschoss bin ich noch ein wenig enttäuscht über das, was da gezeigt wird, aber ab dem ersten Stock ist es wirklich sehr interessant. Die verschiedensten Räume sind hier nachgebildet. Der Arbeitsraum des Kaufmanns ebenso wie der Schlafraum der Lehrlinge und noch einige mehr. Überall stehen Informationstafeln, auf denen in mehreren Sprachen Erklärungen stehen, praktischerweise auch auf Deutsch.




-> Arbeitszimmer im "Hanseatisches Museum".




-> Schlafkojen für die Lehrjungen.


Viel länger als gedacht halten wir uns hier im Hanseatischen Museum auf und gehen, da es gerade trocken ist, auch noch zu den nahegelegenen Schötstuben. Diese dienten den Kaufleuten im Winter als Versammlungsort. Sie liegen etwas abseits von Bryggen, denn zum heizen und kochen durfte hier offenes Feuer gemacht werden,. Wegen der Brandgefahr war das in Bryggen nämlich verboten. Aber auch als Gerichts-, Versammlungs- und Festsäle wurden die Schötstuben genutzt.




-> Festsaal in den Schötstuben.




-> Chefsessel :o).




-> So sah die Küche aus.


Schließlich haben wir genug von Kultur und Geschichte(n) für heute. Es regnet immer noch, als wir uns gegen 17:00 Uhr auf den Weg zurück zum Campingplatz machen. Dort angekommen, decken wir uns als erstes im Supermarkt mit allem ein, was wir so brauchen. Das Malheur von gestern mit dem verhinderten Einkauf des Dosenbieres soll uns nicht noch einmal passieren ;-) Anschließend brutzeln wir uns unser Abendessen, bevor wir satt und auch ein wenig müde eine trockene Phase nutzen, einen kleinen Spaziergang zu dem kleinen See zu machen, an dessen Ufer der Campingplatz liegt. Dort machen wir noch einige Fotos, bevor uns der Regen wieder in unsere Hütte treibt.




-> Abendstimmung am See.







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