Motorradtour Irland 2014


-> 4. Tag

Ja, so eine Spülmaschine ist schon praktisch. Wenn man weiß, dass man anschließend nicht von Hand spülen muss, macht das frühstücken gleich doppelt Spaß... :-)

Trotzdem trödeln wir nicht herum, sondern sind gegen 9:30 Uhr wieder „on the road“. Den irischen Segen, der neben unserer Zimmertür hängt, nehmen wir in Gedanken dabei gerne mit auf unserem Weg.




-> Irischen Segenswünsche


Wir folgen der A59, und das macht mal wieder richtig Spaß. Nicht nur, weil sich mehr und mehr die Sonne durchsetzt und die Wolken vom Himmel vertreibt. Auch Straße und Landschaft sind einfach nur schön. Der schnelle Wechsel zwischen Wald und Flur, dazu das Spiel der Wolken... all das zaubert interessante Kontraste vor uns auf die Straße: Licht und Schatten, Hell und Dunkel; Bunt und Schwarz/Weiß. Wir lassen uns treiben, machen immer wieder Fotostopps, und genießen einfach den Tag.




-> Unterwegs in Richtung Süden




-> Unterwegs in Richtung Süden




-> Unterwegs in Richtung Süden


Clifden und die „Sky-Route“

Gegen Mittag erreichen wir Clifden. Das ist ein recht beliebter Touristenort mit rund 2.600 Einwohnern, unweit der Küste gelegen. Um diese Jahreszeit ist allerdings noch nicht so viel los hier, wie wir bei einem Bummel durch die Stadt feststellen. Viele Geschäfte gibt es hier, dazu Bars, Restaurants und Cafés. Und Eisdielen. So eine steuern wir nämlich an und gönnen uns die eine oder andere Kugel. Genau das richtige bei dem mittlerweile sonnigen und warmen Wetter.
Ja, hier lässt es sich wohl aushalten.




-> Ein Spaziergang durch Clifden




-> Ein Spaziergang durch Clifden




-> Wegweiser in Clifden


Aber wir wollen ja hier keine Wurzeln schlagen. Also steigen wir auf unsere Maschinen, und suchen uns einen Weg hinaus aus der Stadt, und fahren auf die „Sky-Route“. Das ist eine 15 Kilometer lange Straße, die an mehreren Buchten vorbei an der Atlantikküste entlang führt. Sie startet hier in Clifden, und schon nach wenigen Metern wissen wir, woher der Name „Sky-Route“ kommt: Die Steigerungen der Straße sind teilweise enorm. Dazu kommt die felsige und zerklüftete Küste, die gemeinsam mit der umliegenden Landschaft ein „himmlisches“ Bild abgibt. Immer wieder sind unterwegs kleinere Parkplätze angelegt, die wir auch gerne nutzen, und die Aussicht genießen.




-> Auf der Sky-Route rund um Clifden




-> Auf der Sky-Route rund um Clifden




-> Auf der Sky-Route rund um Clifden


In den Sommermonaten soll hier ein starker Urlauberverkehr herrschen. Jetzt, Anfang Juni, ist es aber recht leer hier, so dass wir die Straße fast für uns allein haben.

Aber auch die schönsten 15 Kilometer sind irgendwann einmal zu Ende. Apropos: Am Ende führte die Sky-Route dann fast nur noch durch das Landesinnere, und ist dort nicht mehr ganz so spannend wie zu Beginn. Trotzdem kann ich wirklich nur empfehlen, sie zu fahren.




-> Am Ende der Sky-Route


Doolin und die „Cliffs of Moher“

Wir fahren auch, nämlich weiter Richtung Süden, immer an der Küste entlang. Über Roundstone kommen wir nach Galway. Dort haben wir wohl einen Abzweig verpasst, denn plötzlich sind wir mitten im Ort, und quälen uns durch den dichten Stadtverkehr. Schön ist was anderes. Daher machen wir am Hafen eine kleine Pause, bestehend aus Tee, Müsliriegel und fotografieren :-)




-> Pause im Hafen von Galway




-> Pause im Hafen von Galway


Dermaßen gestärkt und versorgt fahren wir weiter, hinaus aus Galway und biegen kurz darauf ab auf die 67. Hier fahren wir nun über Kinvara bis Doolin. Mit etwas Geduld finden wir dort auch ein Hostel, das „Flanagan's Village Hostel“, um genau zu sein. Das wird geleitet durch Gerald, mit dem wir uns später noch etwas ausführlicher unterhalten werden.




-> Flanagan's Village Hostel, hier übernachten wir Heute


Zunächst aber bringen wir nur das Gepäck auf unser Zimmer, und machen uns dann auf zu den in der Nähe gelegenen Cliffs of Moher. Diese Klippen sind die bekanntesten in Irland und erstrecken sich über ungefähr acht Kilometer hier an der Küste entlang. Ungefähr auf der Hälfte der Strecke wurde ein Besucherzentrum eingerichtet, auf dessen kostenpflichtigen Parkplatz wir unsere Maschinen abstellen. Oder, um genau zu sein, abstellen müssen. Eine andere Möglichkeit zum parken gibt es hier nämlich nicht. Das Zentrum befindet sich dann auf der anderen Straßenseite. Wir halten uns dort aber nicht lange auf. Mehrere Bauarbeiter sind mit schwerem Gerät dabei, einen Teil des Zentrums umzugestalten, was mit erheblichen Lärm verbunden ist. Und vor dieser Geräuschkulisse macht eine Besichtigung einfach keinen Spaß.

Vom Besucherzentrum aus führt ein ungefähr 200 Meter langer Besucherweg bis zum O'Brien's Tower, einem 1835 erbauten Wachturm. Entlang des Weges wurden bis zu 1,40 Meter hohe Steinplatten aufgestellt. Dadurch ist leider die Sicht auf die Klippen eingeschränkt, die hier nahezu senkrecht aus dem Wasser ragen, und deren Höhe zwischen 120 und 214 Meter beträgt. Dafür können die Besucher nun aber auch nicht mehr direkt bis an das Kliff herantreten, was in der Vergangenheit immer wieder zu Unfällen geführt hatte.




-> An den Cliffs of Moher




-> Der O'Brien's Tower an den Cliffs of Moher


Obwohl die Cliffs of Moher eine der bekanntesten Touristenattraktionen in Irland sind, gefällt es mir hier nicht so wirklich gut. Zu schlecht ist die Sicht auf die Klippen, und selbst jetzt, außerhalb der Saison und am frühen Abend, ist es ist sehr voll. Auch die Tatsache, dass dies ein beliebter Drehort für Filme ist, ändert nichts an meiner Meinung. So entstanden hier unter anderem Szenen für Harry Potter und der Halbblutprinz. Was mich viel mehr fasziniert sind die vielen Vögel, die die Klippen als Brutstätte nutzen. So sehen wir unter anderem die bunten Papageitaucher, aber auch Möwen, Falken und viele andere Vogelarten.




-> An den Cliffs of Moher




-> An den Cliffs of Moher


Wir haben genug gesehen, außerdem ziehen sehr dunkle Wolken auf, und kündigen Regen an. Wir fahren zurück zum Hostel, und kümmern uns in der Selbstversorgerküche um unser Abendessen. Gerald, der Besitzer des Hostels kommt hinzu, und erzählt uns ein wenig über den Ort Doolin. So gibt es hier drei Pubs, in denen fast täglich live die traditionelle irischer Musik gespielt wird. Allgemein ist Doolin recht bekannt für gute Folk-Festivals. So erzählt Gerald uns von einem Festival mit knapp 60.000 Besuchern, das hier auf den umliegenden Wiesen stattgefunden hat. Mit dabei waren so bekannte Musiker wie Sting, Emmylou Harris und viele andere. Gerald erinnert sich, dass er noch monatelang den Müll aus den Wiesen geholt hat.

Irgendwann machen wir Schluss für heute. Zum Abend hin hatte die Bewölkung zugenommen und später gab es auch etwas Regen. Aber zum Abschluss des Tages bietet uns der Himmel dann ein farbenprächtiges Schauspiel.




-> Abendstimmung in Doolin




-> Abendstimmung in Doolin





Unsere heutige Route im Überblick:






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