Motorradtour Irland 2014


-> 5. Tag

Beim Frühstück lernen wir ein Paar aus Deutschland kennen. Die beiden waren schön des öfteren hier bei Gerald, haben unter anderem auch ihre Hochzeitsreise hier verbracht. Spät gestern Abend ist auch noch eine Jugendgruppe aus Norwegen mit ihren Betreuern hier angekommen, und auch die scheinen nicht das erste Mal hier zu sein. Zumindest begrüßen sie Gerald wie einen alten Bekannten, und sind recht schnell in einem lautstarken Gespräch vertieft.

Wir bringen das übliche morgendliche Prozedere hinter uns, bevor wir uns auf die Maschinen setzen und starten. Gemächlich fahren wir auf der N67, und machen eine erste Pause in einem Ort Namens Kilkee. Dort halten wir an einer sehr schönen Bucht mit herrlichem Sandstrand. Im Reiseführer lese ich, dass diese Bucht Horseshoe Bay, also "Hufeisenbucht" genannt wird. Ein treffender Name, wie ich finde. Landschaftlich erinnert mich die Aussicht hier übrigens ein wenig an Cornwall. Dort habe ich ähnlich schöne Strände gesehen.




-> Horseshoe Bay in Kilkee




-> Dreimal lächeln bitte: (von rechts) Johannes, Markus und ich :o)




-> Schöner Vordergrund vor fast so schönem Hintergrund :o)


Eine Tasse Tee und einige Fotos später fahren wir weiter, allerdings nicht lange: Rund dreißig Kilometer sind es von Kilkee aus zur Spitze der kleinen Halbinsel und zum dortigen Leuchtturm, dem Loop Head. Dafür fahren wir auf der 487, die immer an der felsigen Klippe entlang führt. Der Leuchtturm, 1854 erbaut und 23 Meter hoch, steht am Ende der Straße und kann besichtigt werden. Kurz überlegen wir, ob wir uns das ansehen wollen, entscheiden uns aber dagegen.




-> Der Leuchtturm Loop Head




-> Der Leuchtturm Loop Head


Stattdessen gehen wir zum Rand der Klippen, an denen der Leuchtturm steht, den Cliffs of Doneen. Sie erreichen ein Höhe von bis zu 80 Metern, und da es hier keine Absperrung gibt, kann man direkt bis an den Rand der doch recht beeindruckende Felsformationen gehen. Hier geht es ziemlich steil bergab, und das Brausen des Meeres ist bis hier oben zu hören. Alles sehr eindrucksvoll, finde ich.




- Die Cliffs of Doneen




-> Direkt bis an den Rand der Cliffs of Doneen


Vom Loop Head fahren wir zunächst zurück bis Kilkee, von dort aus dann weiter über Kilrush bis nach Killimer. Hier haben wir die Möglichkeit, unseren Fahrt mit einer Fähre über den Shannon abzukürzen, uns also auf dem Weg Richtung Süden die Route über Limerick zu sparen. Der Shannon ... mir kommt da immer als erstes der Traum meines Vater in den Sinn, der einmal mit dem Hausboot über eben diesen Shannon fahren wollte. Heute ist es allerdings kein Hausboot, sondern ein Schiff der „Shannon Ferry“, das uns über den mit 370 Kilometer längsten und auch wasserreichsten Fluss nicht nur von Irland, sondern aller Britischen Inseln bringt.




-> Mit der Fähre über den Shannon




-> Mit der Fähre über den Shannon


Auf der anderen Seite des Flusses erreichen wir Tarbert. Ab hier folgen wir immer der 551 bis Trallee. Dort wechseln wir auf die 86, und fahren auf die Halbinsel Dingle. Diese ist rund 50 Kilometer lang und durchschnittlich neun Kilometer breit. Und wird, ungefähr zur Mitte, von einem Pass durchzogen, der den Norden mit dem Süden der Halbinsel verbindet, dem Connor-Pass. Mit einer Höhe von 456 Metern ist er der höchste Pass Irlands, und es ist wirklich ein Muss, ihn mit dem Motorrad zu befahren. Steil bergauf windet sich die sehr schmale Straße nach oben, teilweise sind hohe Felswänden auf der einen, und ein tiefer Abgrund auf der anderen Seite des Weges. Fast jeder Gegenverkehr hier wird zum Adrenalinkick, aber die Aussichten sind wirklich eindrucksvoll. Ungefähr auf Hälfte des Passes befindet sich ein Parkplatz, und wir nehmen dieses Angebot zum Pause machen und vor allem zum fotografieren gerne an. Zum Norden hin hat man eine schöne Aussicht auf die Strände Brandon Bay und Mount Brandon, im Süden liegt die Stadt Dingle, unser Ziel für heute.




-> Auf dem Connor-Pass




-> Blick von Connor Pass auf den Norden der Halbinsel Dingle




-> Blick von Connor Pass auf die Stadt Dingle




-> Tenere mit Aussicht


Es fällt uns nicht leicht, uns von diesem Ausblick loszureißen, aber irgendwann müssen wir ja weiter. Der weitere Weg ist dann leider nicht mehr ganz so spektakulär, und bald erreichen wir Dingle, dessen Name aus dem irischen „An Daingean“ übersetzt so viel bedeutet wie „die Festung“. Davon ist allerdings nichts zu spüren, als wir durch die knapp 1.800 Einwohner zählende Stadt fahren. Im Gegenteil, wir finden jede Menge Übernachtungsmöglichkeiten, Restaurants, Kneipen, Cafés und einfach alles, was einen modernen Touristenort ausmacht. Und das ist Dingle auf jeden Fall. Nicht zuletzt Dank dem berühmtesten „Einwohner“ der Stadt, dem Delfin „Fungi“. Dieser lebt seit dem Jahr 1984 in der Bucht um Dingle, und zeigt sich gerne und oft den Touristen. Mittlerweile ist er eine der touristischen Hauptattraktionen Dingles. Zahlreiche Fischer bieten Ausflüge zu „Fungi“ an, und in jeden Geschäft kann man Fungi-Figuren aus Stoff, Hartplastik, Holz, Metal und was es sonst noch alles so gibt kaufen. Sogar ein Denkmal hat man ihm errichtet, direkt neben der Touristeninformation.




-> "Fungi", die touristischen Hauptattraktionen Dingles


Allerdings wird die ganze Sache langsam eng: Fungi soll Mitte der 70-er Jahre geboren worden sein. Er ist ein „Großer Tümmler“ , und diese werden üblicherweise 25 bis 30 Jahre alt. Es ist also zu befürchten, das seine Tage gezählt sind.

Wir suchen uns aber zunächst einmal eine Übernachtungsmöglichkeit, und werden bei „Russell's B&B“ fündig. Mary, die Besitzerin, zeigt mir nicht nur das Zimmer, sondern gibt uns auch den Tipp, das in einem Pub ganz in der Nähe heute Abend Livemusik gespielt wird. Na, das hört sich doch gut an.




-> „Russell's B&B“, unsere Unterkunft in Dingle


Zunächst aber gehen wir etwas essen, und erkunden anschließend den Ort. Richtig schön ist es hier, besonders der kleine Hafen gefällt mir sehr gut, auch wenn heute keine Fahrt mehr hinaus aufs Meer und zu "Fungi" angeboten wird.




-> Am Hafen von Dingle




-> Am Hafen von Dingle




-> Spaziergang durch den Ort




-> Schade, dass der schon geschlossen hat




-> Schaufenstergestaltung


Dafür besuchen wir später dann „O'Sullivans“, einem Court House Pub, den Mary uns für heute Abend empfohlen hat. Drei Musiker sind dort am Werk: Einer spielt Gitarre und singt dazu, ein zweiter Mann bläst in einen irischen Dudelsack. Unterstützt werden die beiden von einer Frau, die auf einem kleinem Akkordeon musiziert. Die drei machen gute Stimmung, spielen diese typisch irische Volksmusik, aber auch langsame und gefühlvolle Balladen. Fast interessanter finde ich allerdings die anderen Besucher hier im Pub. Viele sind Urlauber vom britischen Festland, aber es sind auch einige Besucher aus Kanada und Brasilien hier. Ach ja, und auch drei aus Deutschland :-)
Ob auch ein paar Einheimische hier vor Ort sind, weiß ich allerdings nicht...

Aber egal, bis kurz vor Mitternacht spielen die drei Musiker, dann hören sie auf, und packen auch gleich ihre Instrumente ein. Eine Zugabe gibt es nicht. Also trinken auch wir aus, und machen uns auf den Weg Richtung B&B.




Unsere heutige Route im Überblick:






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