Motorradtour Irland 2014


-> 6. Tag

Hätte ich zu Beginn dieser Irlandtour schon gewusst, dass mich heute Morgen hier in Dingle DIESES Frühstück erwartet, dann hätte ich mich mit Sicherheit all die Tage darauf gefreut. Gestern ließ uns Mary aus einer Menükarte unser Wunschfrühstück auswählen. Es waren Fisch- und Fleischgerichte zur Auswahl, sowie vegetarische Menüs. Markus und Johannes haben sich für Lachs entschieden, und ich mich für die Makrelen-Variante. Und als wir um 8:00 Uhr am Frühstückstisch sitzen, bekommen wir unser Wunschmenü vorgesetzt, und das ist nicht nur optisch ein Leckerbissen. Mary's Mann ist Fischer, und fangfrischer geht Fisch nicht. Einfach nur super-lecker! Sogar schon zum Frühstück :o)




-> Schmackofatz zum Frühstück


Derart gestärkt verabschieden wir uns gegen 10:00 Uhr von Mary und ihrem „Russell's B&B“, und fahren Richtung Westen zum Ende der Halbinsel Dingle, genauer gesagt zum „Slea Head“. Das ist ein ca. 30 Kilometer langer und recht kurvenreicher Rundkurs, der natürlich auch zum „Wild Atlantic Way“ gehört.




- Einstieg zum "Slea Head“, einem Rundkurs in der Nähe von Dingle


Diese Gegend ist auch bekannt als eine Art Fundgrube für steinerne, prähistorische Zeitzeugen. Und so machen wir bereits nach wenigen Minuten den ersten Stopp an einem Parkplatz, von dem aus ein Weg zu einer dieser Ausgrabungsstätten führt.




-> Parkplatz mit Blick auf die Basket Islands




-> Blick auf die Basket Islands


Während Markus bei den Motorräder bleibt, und die Aussicht auf die dem Festland vorgelagerten Basket Islands genießt, machen Johannes und ich uns auf dem Weg, um uns eine alte Wohnstätte anzusehen. Dafür klettern wir einen Pfad an dem recht steilen Hang neben der Straße hinauf, allerdings nicht, ohne vorher zwei Euro Eintritt bezahlt zu haben. Oben werden noch weitere Teile der Anlage freigelegt, und das Gelände ist teilweise abgesperrt. Aber das, was zu sehen ist, gibt schon einen guten Eindruck darüber, wie die Iren hier zu prähistorischer Zeit gelebt haben. Außerdem ist die Aussicht von hier oben noch einen Tick besser als unten vom Parkplatz.




-> Aussicht von der Ausgrabungsstäte




-> Ausgegrabene Hütte, angeblich von 1.200 vor Christus


Johannes und ich gehen schließlich zurück zum Parkplatz. Markus hatte mittlerweile so viel Langeweile, dass er sogar schon Möwen fotografiert, die sich in den Stromleitungsmasten verfangen haben.
Also Kollege: Das nächste mal kommst Du doch lieber mit uns :-)




-> Die fliegt nicht mehr ...


Wir fahren weiter, und ich muss sagen, dieser „Slea Head“ gefällt mir um einiges besser als der viel gelobte Sky Loop. Wir machen jede Menge Pausen, um Fotos zu schießen. An einem dieser Stopps, an einem herrlichen Strand, lernen wir ein Paar aus Leer kennen, das auch mit Motorrädern unterwegs sind. Ein kurzer und netter Plausch zeigt, dass die beiden zunächst eine Woche lang auf der Isle of Men waren, dann via Dublin nach Irland gekommen sind. Nun machen sie einen Rundkurs Richtung Süden an der Küste entlang, fast so wie wir. Nur das sie mehr Zeit haben.




-> Strand am Slea Head




-> Kleine Pause am Straßenrand




-> Slea Head: Blick auf die Küste


Wir fahren weiter und irgendwann bringt einen so ein Rundkurs zurück an den Ausgangspunkt. So stehen wir am frühen Mittag wieder in Dingle. Diesmal halten wir uns aber nicht lange auf, sondern fahren direkt weiter am Südufer der Halbinsel entlang Richtung Osten. Zunächst auf der 86 bis Annascaul, dort biegen wir ab auf die 561 bis Castlemaine. Ab hier fahren wir weiter über Killorglin und Killarney, von wo aus wir zunächst ein Stück auf der gut ausgebauten 22 folgen, bevor wir auf die 70 abbiegen, und dieser bis Kenmare folgen.




-> Richtung Süden, teils der Küste entlang ...




-> ... teilweise durch das Landesinnere


Diese Route bedeutet, dass wir um den Ring of Kerry einen Bogen gemacht haben. Das hatten wir uns im Vorfeld so überlegt. Zum einem stehen die Meinungen, ob nun Kerry oder Beara der schönere Ring ist, bei 50:50. Zum anderen gefällt uns, das der Ring of Beara für Reisebusse zu schmal, und generell für Fahrzeuge mit einem Gewicht von mehr als 2,8 Tonnen gesperrt ist.

In Kenmare, oder besser gesagt, an der Kenmare Bay, machen wir zunächst eine kleine Pause, und steigen dann direkt in den Ring of Beara ein. Gleich zu Beginn machen wir dabei Bekanntschaft mit der irischen Variante einer Baustellenampel. Die besteht aus zwei Männern, die jeweils ein Schild in der Hand halten, auf dessen einen Seite „STOP“ steht, auf der anderen „GO“. In der anderen Hand halten beide ein Walkie Talkie . Sie stehen jeweils zu Beginn und am Ende der Baustelle, und über Funk verständigen sie sich, wer von beiden den Verkehr stoppt, und wer ihn freigibt. Einfach, aber effizient.




-> Der Ring of Beara, auch Teil des Wild Atlantic Way


Wir folgen trotz Baustelle der 572 in Richtung Castletownbere. Diese führt zunächst kilometerlang durch Wälder, und mir fällt ein, in Zusammenhang mit Beara auch schon vom „Garten Irlands“ gehört zu haben. Eine schöne Fernsicht gibt es hier nicht, nur Bäume und hohe Sträucher, die sich wie ein Tunnel über die kleine und kurvenreiche 572 legen. Irgendwann aber wechselt die Landschaft, die Bäume werden weniger, dafür wird es nun steinig. Der Weg führt durch Schluchten und über Berge, folgt dabei aber zumeist der Küstenlinie. So ergeben sich für uns immer wieder schöne Ausblicke auf das Meer. So auch an dem Aussichtspunkt „Dooneen“, an dem wir einen kleinen Fotostopp einlegen.




-> Straßenführung auf dem Ring of Beara




-> Ring of Beara, Aussichtspunkt Dooneen




-> Ring of Beara, kleiner Stopp an der Küste


Anschließend folgen wir der Straße bis zu einem Ort Namens Allihies. Dort nehmen wir uns ein Zimmer im Allihies Hostel. Nach dem einchecken schlendern wir durch den Ort. Hier ist es sehr bunt, die Häuser sind farbenfroh angemalt. Auch ein Museum finden wir, das Allihies Copper Mine Museum. Leider hat es geschlossen. Stattdessen statten wir dem örtlichen Tankwart einen Besuch ab, der auch einen kleinen Supermarkt betreibt, und uns neben Lebensmittel auch ein paar Bier „schwarz“ unter der Hand verkauft. Er hat nur eine Lizenz zum Weinverkauf, die für Bier ist teurer, daher hat er darauf verzichtet. „Die sind privat, aus meinem eigenen Vorrat“ sagt er, und zwinkert uns dabei zu.




-> Hier gehts zum Hostel




-> (Bunte) Hauptstraße von Allihies




-> Benzin und Lebensmittel und Bier :o)


Zurück in unserer Unterkunft kümmern wir uns um das Abendessen, und kommen dabei auch mit Michael, dem Besitzer des Hostels, ins Gespräch. Eigentlich ist er mir ganz sympathisch, aber nur so lange, bis er sagt, dass es Morgen den ganzen Tag sehr ausgiebig regnen soll. Dauerregen, sozusagen. Wie war das noch im Mittelalter: Der Überbringer schlechter Nachrichten wurde zumeist gefoltert.... ;-) Aber wir dürfen ja unsere Motorräder im abgeschlossenen Innenhof abstellen, und damit sammelt Michael gleich wieder ein paar Pluspunkte.
Trotz der schlechten Wettervorhersage wollen wir Morgen natürlich weiter fahren. Daher machen wir es uns nach dem Essen im großen Aufenthaltsraum gemütlich und überlegen, welche Route wir einschlagen könnten. Und lassen uns dabei das „Schwarzbier“ schmecken ...




-> Aufenthaltsraum in unserem Hostel





Unsere heutige Route im Überblick:






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