Motorradtour Irland 2014


-> 8. Tag

Heute Morgen ist es trocken. Damit meine ich nicht nur das Wetter draußen. Nein, auch unsere Sachen, die wir gestern in den Heizungskeller aufgehangen haben, sind nicht mehr nass. Nach dem Frühstück verstauen wir alles in die Gepäcktaschen. Dann verabschiede ich mich noch von dem jungen Mann an der Rezeption, der auch heute wieder Dienst hat, und der sich sooo gut mit Motorrädern auskennt :o) Dann heißt es „aufsitzen“, und wir folgen der 25, hinaus aus der Stadt Richtung Osten.

Es sind nur rund zwanzig Kilometer bis Midleton, und dort legen wir gleich wieder eine Pause ein. Wir besuchen das Jameson Heritage Centre, das Museum der Irish Distillers Limited, die aus der Fusion von mehreren lokalen Destillerien entstanden ist (u.a. Jameson und Power’s). Whiskey wird hier nicht mehr hergestellt, es ist lediglich Museum und Shop. Es ist noch nicht besonders voll, kein Wunder, wir haben ja auch noch nicht einmal zehn Uhr.




-> Das Jameson Heritage Centre in Midleton




-> Museum und Shop der Irish Distillers Limited


Als wir das Gebäude betreten, fällt uns gleich die recht originelle Lampe auf, die da von der Decke baumelt. Da muss ein alter Seemann lange für trinken, bis er genug leere Flaschen zusammen hat.




- Dekorative Deckenbeleuchtung


Gleich danach gehe ich in den Shop. Aber der ist, wie schon der in Bushmills, eher klein. Trotzdem würde ich gerne ein kleines Fläschchen kaufen – wenn ich schon mal hier bin. Leider wird Alkohol erst ab 10:30 Uhr verkauft, warum, finde ich leider nicht heraus. Neben mir steht ein Ehepaar aus Nürnberg, dass diese Regelung ebenso wenig versteht wir ich. Wir unterhalten uns ein wenig, tauschen unsere Irlanderfahrungen aus. Die beiden sind mit einem Leihwagen unterwegs, wie so viele andere Deutsche auch.

Ein bisschen bin ich nun in der Zwickmühle: Einerseits würde ich gerne den Whiskey kaufen, andererseits ist es erst kurz nach zehn, und ich möchte meinen beiden Mitfahrern nicht zumuten, hier solang herum zu stehen, auch wenn beide sagen, dass das für sie OK wäre. Aber wie es so ist: Manchmal kommt einem der Zufall zu Hilfe, und dieser Zufall besteht in diesem Fall aus einem Bus. Ja wirklich, ein Bus. Der hält nämlich direkt vor uns auf dem Parkplatz, und jede Menge junge Frauen steigen aus ihm heraus. Sie stellen sich rund um den Eingang zum Museum, und dann werden Fotos gemacht. Hier läuft anscheinend irgendeine Promotion, und alle, die gerade hier sind, machen fleißig Bilder. So auch wir :o)




-> Bitte recht freundlich ...


Als ich das nächste Mal auf die Uhr schaue, ist es schon nach halb elf. Also nichts wie hinein in den Shop und ein Fläschchen gekauft. Auch die beiden Nürnberger sind gerade da, sie haben wohl die Zeit auch mit fotografieren überbrückt...

Da der Himmel so aussieht, als würde es jeden Moment anfangen zu regnen, beschließen wir, bis Rosslare durchzufahren, und dort zumindest unser Gepäck schon einmal abzugeben. Das klappt ohne Probleme, auch wenn die recht frühe Ankunft unsere Vermieterin etwas überrascht. Aber wir wollen ja lediglich „Ballast“ abwerfen, und sind dann auch schon wieder weg.




-> Vor "Clover Lawn", unserem B&B in Rosslare


Als erstes fahren wir zu Johnston Castle, gerade mal rund zehn Fahrminuten von unserem B&B entfernt. Dieses Schloss wurde 1945 dem irischen Staat geschenkt, und der hat ein Landwirtschaftsforschungszentrum dort untergebracht. Das Gebäude selber ist für den Publikumsverkehr gesperrt, aber der 20 ha große Garten mit den vielen alten Baumarten sowie den Seen kann besichtigt werden. Zugänglich sind auch die alten Wirtschaftsgebäude. Sie beherbergen heute ein Museum über die irische Landwirtschaft und ihre Geschichte. Und auch eine nette Teestube finden wir hier, in der wir uns mit Tee und Kuchen stärken.




-> Blick auf Johnston Castle. Von vorne ...




-> ... und von hinten


Von Johnston Castle ist es nicht weit bis zum „Irish National Heritage Park“. Hier werden Häuser, Bauernhöfe, Kult- und Grabstätten aus Irlands Vergangenheit gezeigt. Allerdings handelt es sich dabei um Nachbauten, manchmal noch nicht einmal besonders liebevoll gemacht. Insgesamt sind es 16 Etappen, die hier zu bewältigen sind, allerdings werfen wir nach der zwölften das Handtuch. Das hier ist einfach nicht unser Ding.




-> Steinkreis im Irish National Heritage Park




-> Kreuz vor einem nachgebildeten Kloster


Wir steigen lieber auf unsere Maschinen, und fahren Richtung Rosslare. Ziel ist der dortige Strand, wir hoffen, dort ein Eis zu bekommen. Allerdings geht kurz vor dem Strandparkplatz plötzlich der Motor meiner Tenere aus. Nach einigen Versuchen startet er zwar wieder, aber kaum stehen wir auf dem Parkplatz, geht er wieder aus. Die Ursache ist schnell gefunden: Das Öl ist fast alle. Die Warnleuchte hat wohl den Dienst eingestellt und daher habe ich vorher nichts bemerkt. Johannes und Markus fahren los, um an einer der Tankstellen hier im Ort mineralisches Öl zu besorgen. Allerdings kommen sie nach einer guten halben Stunde mit leeren Händen wieder. Es gibt hier nur synthetisches Öl. Zum Glück haben die beiden noch einen Restvorrat, den wir bei der Tenere einfüllen. Bis zu unserem B&B reicht das auf jeden Fall und auch Morgen früh bis zur Fähre im Hafen von Rosslare. Morgen in Wales werde ich gleich an der ersten Tankstelle versuchen, neues zu bekommen. Bei der ganzen Aufregung geht ein wenig unter, das der Strand hier in Rosslare eigentlich ganz nett ist.




-> Am Strand von Rosslare




-> Am Strand von Rosslare


Wir fahren zurück zu unser B&B, wo wir nun auch unser Zimmer beziehen können. Erst duschen, dann umziehen, anschließend machen wir uns auf in das Dorf. Zwei Pubs gibt es dort und von unserer Vermieterin wissen wir, dass in dem einem heute Abend Live-Musik gespielt wird. Wir gehen zunächst in den anderen, in „Kilrane Inn“, um dort in Ruhe zu Essen. Und das ist hier wirklich gut. Satt und zufrieden gehen wir noch kurz auf unser Zimmer, da Johannes seinen Fotoapparat holen möchte, dann gehen wir ins „Culleton's“. Und dort ist wirklich eine Menge los. Mehr als zehn Musiker sitzen im Kreis und spielen gemeinsam irische Lieder. Es ist sehr laut hier, nicht nur wegen der Musik, sondern auch, weil die Gäste wild durcheinander reden oder auch mitsingen. Als die Musiker aufhören zu spielen, wollen wir schon gehen, als plötzlich rund ein Dutzend Männer den Raum betreten und eine Vorführung machen. Das Publikum johlt, klatscht und singt mit, es ist richtig viel los hier. Anschließend setzen sich wieder die Musiker zusammen und spielen weiter.




-> Livemusik im „Culleton's“




-> Irischer Volkstanz




-> Musik kennt keine Altersgrenzen




-> Es wird spät ...


Wow, hier ist richtig Stimmung. Zum Glück hat Johannes die Kamera mitgenommen und macht jede Menge Fotos. Auch wenn es uns richtig schwer fällt, so brechen wir doch gegen Mitternacht auf in Richtung Unterkunft. Morgen müssen wir wegen der Fähre früh aufstehen und der Tag wird lang mit vielen Kilometern.
Trotzdem, dieser Abend war für mich eines der Highlights unseres Irlandurlaubs.



Unsere heutige Route im Überblick:






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