Motorradtour zu den Lofoten, Norwegen


1. Tag: Samstag, 26.05.07 

Um zehn Uhr ist Treffen, und eine halbe Stunde vorher bin ich dabei, mein Motorrad zu beladen. Da sehe ich, wie Markus fertig aufgerüstet an mir vorbei Richtung Johannes fährt. Geht meine Uhr falsch??? Nein, Markus hat es nur nicht mehr abwarten können. Ihm juckt es in der Gashand, er will endlich los. Ich bin auch bald reisefertig, und rolle gemütlich die paar Meter weiter zum Treffpunkt. Meine Kinder kommen zu Fuβ mit, Nina hat den Fotoapparat, will Fotos machen. Nils guckt ein bisschen traurig, auch ich habe einen kleinen Kloβ im Hals: Zwei Wochen ohne Frau und Kinder, das ist schon komisch. Meine Frau hat heute Frühdienst, der Abschied war dem entsprechend kurz. Sie freut sich riesig für mich, dass ich diese Tour machen kann, das weiβ ich. Jetzt sind wir auch schon abfahrbereit. Nina kommt, und drückt mich. „Tschüβ Papa, mach es gut“. Auch Nils nimmt mich noch mal in den Arm. „Komm gesund wieder“ sagt er leise. Ich muss kräftig schlucken.





Meine Reisepartner haben mittlerweile ihre Maschinen gestartet, rollen an, und ich beeile mich, es ihnen gleich zu tun. Ein letzter Blick zurück, die Kinder winken, dann fahre ich um die Ecke…


Die ersten Meter dienen dazu, sich an die schwer beladenen Tenere zu gewöhnen. Wir fahren zunächst auf der Landstrasse, dann auf der Autobahn Richtung Norden. Unsere Fähre geht von Kiel nach Göteborg, ab 17:00 können wir an Bord, und wir wollen früh da sein. Den ganzen Tag über ist der Himmel grau und Wolkenverhangen. Es sieht aus, als würde es jeden Augenblick anfangen zu regnen. Aber wir haben Glück, es bleibt trocken.

Unterwegs legen wir regelmäβig eine Pause ein. Einmal sehen wir dabei eine groβe Gruppe von Harley-Fahrern mit schwedischem Kennzeichen. Erst jetzt fällt uns auf, dass auch viele Einzelfahrer bzw. kleinere Gruppen mit Harleys unterwegs sind. Irgendwo muss ein Treffen gewesen sein, und jetzt sind alle auf dem Weg nach Hause.

Es ist zwar Pfingstsamstag, aber wir kommen ohne Stau gut voran. Auch der Elbtunnel ist fast frei, nur kurz davor eine viertel Stunde „stop & go“, damit können wir leben. Pünktlich um kurz vor 17:00 Uhr erreichen wir schlieβlich den Fähranleger in Kiel. Markus schafft es gerade noch, die reservierten Tickets abzuholen, da werden wir auch schon auf das Schiff gewunken. Dort treffen wir auch die ganzen Harley-Fahrer von unterwegs wieder. Wir schnüren die Maschinen gut fest, nehmen unser Gepäck, und dann geht es ab auf die Kabine. Obwohl das Wort „Kabine“ sicherlich übertrieben ist.





Wer keine engen Räume aushalten kann, der sollte diesen hier unbedingt meiden. Dabei haben wir uns zu dritt bereits eine Viererkabine „gegönnt“. Keine Ahnung, wo wir unsere Sachen verstaut hätten, wenn wir zu viert gewesen wären. So dient das vierte Bett als Ablage, und wir können uns wenigstens noch ein bisschen bewegen. Ab unter die Minidusche (das geht jetzt Ruck-Zuck, nur nicht zu lange hier aufhalten), und kurze Zeit später sind wir bereits beim Abendessen. Anschlieβend lassen wir den Abend dann mit einem Bier und einen letzten Blick auf Kiel ausklingen. Kaum sind wir auf See, klart der Himmel auf. Ob das ein gutes Omen ist? Ich hoffe es sehr.

Zufrieden schlafe ich gegen 23:00 Uhr ein. Zweimal werde ich nachts wach, lausche kurz dem gleichmäβigen Blubbern der Schiffsmotoren, dann schlafe ich gleich wieder ein…




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