Motorradtour zu den Lofoten, Norwegen


4. Tag: Dienstag, 29.05.2007 

Ich werde wach, und die Sonne scheint! Klasse!!! Was folgt, ist das allmorgendliche Ritual, bestehend aus Frühstück, Sachen packen, Motorrad beladen und abfahren. Wir sind noch nicht weit gekommen, als plötzlich vor uns mitten auf der Strasse Rentiere stehen . Sofort halten wir an, um aus gebührender Entfernung Fotos zu machen. Da kommt ein PKW heran gefahren, doch die Tiere lassen sich nicht stören, der Fahrer fährt langsam mitten durch die kleine Herde durch. Ich beschlieβe, es dem Autofahrer gleich zu tun. In der linken Hand die Kamera, mit rechts vorsichtig Gas gebend und lenkend, fahre ich langsam auf die Tiere zu. Und was machen diese blöden Viecher? Sie laufen weg. Warum denn das? Beim Auto sind sie doch auch stehen geblieben. Enttäuscht mache ich ein letztes Foto von der fliehenden Meute.





Nach diesem kurzen Intermezzo fahren wir weiter. In Storuman verlassen wir die [40], und wechseln auf die [E12]. In westlicher Richtung fahren wir nun Richtung Norwegen. Der Grenzübergang selbst ist unspektakulär, und nur erkennbar durch ein Schild mit dem Hinweis „Königreich Norwegen“. Wir folgen der Strasse bis Mo I Rana, und wechseln dort auf die [E6] Richtung Norden. Diese Europastrasse hier oben hatte ich mir allerdings anders vorgestellt. Schmale Fahrbahnen, wo es bei zwei sich begegnenden LKW’s manchmal bereits eng wird, und ohne Standspur, so präsentiert sie sich. Auβerdem gibt es eine Menge Tunnel. Einfach in den Felsen gehauen, ist es in ihnen richtig kalt. Darüber hinaus sind sie sehr schlecht beleuchtet. Mit der Sonnenbrille auf der Nase kann es darin zum richtigen Blindflug werden.


Je weiter wir nach Norden fahren, desto kälter wird es. Die Vegetation geht noch weiter zurück, und immer mehr Schnee liegt rechts und links der Strasse. Na klar, wir nähern uns dem Polarkreis. Schlieβlich ist es soweit: Ein Straβenschild führt uns von der [E6] auf einen groβen Parkplatz. Direkt daneben steht ein Haus, in dem man nicht nur Informationen über diesen Ort bekommt, sondern auch jede Menge Souvenirs erwerben kann. Wir stellen unsere Motorräder ab, und sehen uns das aus der Nähe an. Eigentlich überwiegt der Kitsch, den es hier zu kaufen gibt. Aber wer will den Norwegern das verdenken? Es ist nicht besonders viel los hier, logisch, es ist gerade Mal Ende Mai, da hat die Saison noch gar nicht angefangen. Wir schlendern durch den fast leeren Laden, kaufen aber nichts, da es uns hier sehr teuer erscheint. Dann gehen wir wieder nach drauβen. Dort ist ein kleiner Globus auf zwei Steinen errichtet. Das Ministativ von Markus kommt jetzt wieder zum Einsatz.





Um uns herum liegt noch jede Menge Schnee, nur die Strassen und dieser Parkplatz sind geräumt. Ich habe mal irgendwo gehört, dass die Norweger sich verpflichten, ab Mai alle Strassen von Schnee zu räumen. Keine Ahnung, ob das stimmt, aber wir hatten auf der ganzen Tour keine Wege, die wegen Schnee nicht passierbar waren. Direkt neben der Strasse führt die Eisenbahnlinie entlang. Ich überlege, dass es wohl auch interessant wäre, mit dem Zug hier entlang zu fahren. Und auβerdem wäre es in dem behaglichen Wagons wohl weniger kalt…

Wir verlassen diesen frostigen Ort und fahren weiter Richtung Norden. Mit zunehmender Entfernung zum Polarkreis nimmt auch der Schnee ab. Links und rechts der Strasse wird es wieder grün. In Norwegen ist 80 km/h erlaubt, hier oben teilweise auch 90 km/h. Wir haben so viele Geschichten gehört über die Strafen, die hier bei Geschwindigkeitsüberschreitungen verhängt werden, dass wir im Vorfeld der Tour beschlossen hatten, uns an die Begrenzungen zu halten. So fahren wir gemütlich immer weiter gen Norden, nur unterbrochen von den regelmäβigen Pausen. In Engan bei Sommerset nehmen wir uns schlieβlich eine Hütte ( 400 Norwegische Kronen ). Sie ist eingerahmt von zum Teil noch schneebedeckten Bergen und mit einem schönen See direkt vor der Terrasse.





Ein Blick auf den Tageskilometerzähler zeigt uns die Rekordmarke von 563 gefahrenen Kilometern. So viel sollen es in Zukunft nicht mehr werden. Morgen wollen wir unser Ziel erreichen, die Lofoten. Alle drei freuen wir uns schon darauf. Wir wissen zwar nicht genau, wann die Fähre fährt, sind aber guter Dinge, dass alles klappt. Zum Abschluss des Tages genieβen wir noch den Blick von unserer Terrasse: den hat man schlieβlich nicht alle Tage.




Zu Tag 5



Lofoten


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