Motorradtour zu den Lofoten, Norwegen


5. Tag: Mittwoch, 30.05.2007 

Auch wenn die Wettervorhersage richtig gut war, so geht am Morgen doch der erste Blick aus dem Fenster: Blauer Himmel, und die Sonne gibt auch schon ihr bestes. Super! Nach dem Frühstück werden die Sachen gepackt und die Motorräder beladen. Langsam bekomme ich Routine darin :-)


Wir fahren zunächst weiter auf der [E6]. Kurz nachdem wir losgefahren sind, durchqueren wir einen 4,5 Kilometer langen Tunnel. Eiskalt ist es darin, und es dauert eine Weile, bis wir uns danach wieder aufgewärmt haben. In Ulsvag biegen wir links ab Richtung Skutvik. Gegen 10:00 Uhr erreichen wir den Hafen, und wir scheinen Glück zu haben: Das Fährschiff legt gerade an.





Schnell kommt jedoch die Ernüchterung, denn die Schiffscrew rüstet zur Pause, und lässt uns noch nicht auf das Boot. Wir erfahren, dass erst um 12:10 Uhr Abfahrt ist. Das erklärt auch, wieso auβer uns noch niemand zu sehen ist, der hinüber zu den Lofoten will. Wir holen uns aus dem nahe gelegenen Supermarkt ein Eis, und setzen uns in die Sonne, bis wir endlich auf das Schiff dürfen. Es gilt noch der Winterfahrplan, und wir bezahlen zusammen 390 Norwegische Kronen. Auf dem Boot finden wir eine Bank, die windgeschützt liegt. Hier genieβen wir die überfahrt. Ein älteres Ehepaar fällt uns auf. Der Mann liegt meist an Deck in einem Liegestuhl, die Frau dagegen läuft pausenlos mit einer Videokamera durch die Gegend und filmt beinahe ununterbrochen. Selbst vor Absperrungen macht sie nicht halt, und sitzt fast schon dem Kapitän auf dem Schoβ, bis die Mannschaft sie schlieβlich zurückweist. Zwischendurch erzählt sie uns, quasi im Vorbeilaufen, dass sie und ihr Mann vor einigen Jahren schon einmal auf den Lofoten waren, und sie nun noch einmal alles ansehen möchten.







Nach 2 ¼ Stunden erreichen wir Svolvaer. Wir fahren vom Schiff und werden sofort von einem äuβerst starken Wind erfasst. Bedeutet Lofoten eigentlich „windige Inseln“? Zumindest kommt es mir so vor, mehrmals werde ich fast von der Strasse geweht. Wir fahren die Hauptstrasse [E10] Richtung Süden. Die Lofoten sind eine Inselgruppe, bei der die gröβten von ihnen durch Brücken miteinander verbunden sind. Die kleineren dagegen erreicht man nur mit dem Boot





Rechts und links der Strassen sind oft Fische auf Holzgestellen zum trocknen aufgehängt: Stockfisch. Die Köpfe werden nach Nigeria exportiert, dort wird Fischsuppe daraus gemacht. Der Körper dagegen geht hauptsächlich nach Italien und teilweise auch nach Frankreich und in die Niederlanden, wo sie als Delikatessen gelten.




Zwischendurch machen wir immer wieder mal einen Abstecher an die Küste. Dort gibt es zum Teil wunderschöne Strände: Mit weiβem Sandstrand und smaragdgrünem Wasser würden sie zum baden einladen, wenn dass Wasser nicht noch so kalt und es nicht so windig wäre. Der starke Wind nimmt uns auch den Spaβ am Motorradfahren, und wir beginnen, eine Unterkunft zu suchen. Hier ist es allerdings richtig teuer. Zwei Hütten lehnen wir aus Kostengründen ab, bis wir schlieβlich in Sörvagen mitten in der Stadt ein Schild sehen. „Overnatting“ steht da, und wir halten an. Ein älterer Herr begrüβt uns auf Norwegisch, und bedeutet uns, zu warten. Kurz darauf erscheint eine Frau, die uns auf Englisch anspricht. Ja, sie hat eine Hütte, 400 Kronen kostet sie, und wir sollen sie uns ruhig einmal ansehen. Wir folgen ihr hinter ihr Wohnhaus, und dort steht ein groβes Gartenhäuschen. Zwei Schlafräume, Küche mit Esstisch, groβes Wohnzimmer, Dusche, alles ist da. Lange überlegen brauchen wir nicht, und schon sind wir uns einig. Eine Bitte hat die nette Frau noch an uns: Sie reicht uns ein Gästebuch, in das wir möglichst viel hineinschreiben sollen. In den langen und dunklen Wintermonaten hat sie dadurch etwas zu tun, sie übersetzt dann nämlich die Texte, die dort bereits in Englisch, Italienisch, Deutsch und Französisch stehen. Gerne kommen wir ihrer Bitte nach, und schreiben ihr zwei Seiten voll. Später gehen Johannes und ich noch zu Fuβ in den nächsten Ort: Er heiβt schlicht und einfach „Å“, und ist der südlichste hier auf den Lofoten.





Die Strasse endet auf einem Campingplatz, den man sowohl mit dem Wohnmobil, als auch mit dem Zelt nutzen kann. Von hier aus hat man eine wunderbare Aussicht auf das Meer. Zurück an unserer Hütte werfe ich noch einen Blick auf den Tageskilometerzähler: 277 steht da, und das ist für heute auch OK so.




Zu Tag 6



Lofoten


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