Motorradtour zu den Lofoten, Norwegen


10. Tag: Montag, 04.06.2007

Als ich an diesem Morgen die Augen öffnete, überlegte ich kurz, wie es wohl wäre, heute den Tag hier zu verbringen. Einen Tag kein Motorrad zu fahren, die Füβe im Fluss zu kühlen, im nahe gelegenen Ort essen zu gehen, kurz gesagt, die Seele baumeln zu lassen. Dann sehe ich, dass Markus bereits dabei ist, seine Tasche zu packen. Das Teewasser ist auch schon aufgesetzt, und selbst Johannes rollt schon seinen Schlafsack zusammen. So füge ich mich also meinem Schicksal...

Wir fahren die [15] weiter bis Lom. Dort steht eine kleine Stabskirche. Im 13. Jahrhundert wurde sie das erste Mal erwähnt, sie soll allerdings noch einiges älter sein. Gegen 9:30 Uhr sind wir dort. Optisch schön anzuschauen, offenbart sie aus der Nähe jedoch den Einfluss der modernen Zeit: Blitzableiter sind ebenso wie eine ganz normale Dachrinne angebracht, beides durch eine Holzverkleidung mehr oder weniger geschickt getarnt. Auβerdem ist sie mit einem frischen Terranstrich überzogen. Wir umrunden die Kirche, die von einem Friedhof eingerahmt ist, und machen wieder viele Bilder.





Ab 10:00 Uhr kann sie auch von innen besichtigt werden. Die Zeit bis dahin nutzen wir, um uns in einem nahe gelegenen Souvenirgeschäft ein wenig umzusehen. Dort gibt es auch Postkarten, die das innere der Kirche zeigten. Wir beschlieβen daraufhin, auf eine Besichtigung zu verzichten, und weiter zu fahren. Als wir vom Parkplatz aus starten, kommt gerade ein Bus mit Japanern an. So, wie man es sich immer vorstellt, mit lautem Geplapper und zum Teil gleich mehreren Kameras um den Hals, stürmen sie Richtung Kirche. Da haben wir ja noch mal Glück gehabt…

Wir verlassen die [15] und fahren stattdessen auf der [55] weiter Richtung Hella. Es geht wieder bergauf. Zwischen Galdesand und Skjolden liegt noch meterhoch Schnee. Auβerdem sehen wir Lemminge. Diese den Hamstern ähnlichen Tiere sind entgegen der landläufigen Meinung überhaupt nicht lebensmüde, sondern flüchten, sobald wir uns ihnen nähern. Keines können wir auf ein Foto festhalten. Dafür machen wir jede Menge Bilder von dem hohen Schnee. Links und rechts der Strasse stehen lange Holzstäbe. So weiβ der Fahrer der Schneefräse im Frühjahr, das er hier zwischen diesen Stäben den Asphalt findet, und räumt den Schnee beiseite. Ganz schön clever, diese Norweger, die haben sich schon etwas einfallen lassen.





Das hier soll heute nicht der einzige Schnee bleiben, den wir sehen. Wir machen einen Abstecher nach Jostedal, und sehen uns dort den flächenmäβig gröβten Gletscher auf dem europäischen Festland an. Dort hin gelangt man nur über eine Mautstrasse, die so unkompliziert ist wie das meiste hier in Norwegen: Wir halten an einer Schranke. Dort steht ein kleines Häuschen, an dem die Preise für die einzelnen Fahrzeuge (Auto, Wohnmobil, Motorrad, Bus) angeschlagen sind. Das Geld stecken wir in einen Umschlag, schreiben das Kennzeichen unserer Motorräder darauf und werfen ihn dann in eine Box. Den Schlagbaum öffnen und schlieβen wir anschleiβend von Hand. Das war es schon. Wir folgen einer schmalen Strasse, und kurze Zeit später stehen wir schlieβlich auf einem Parkplatz. Daneben liegt ein See, an dessen Ende der Gletscher zu sehen ist.





Von hier aus muss man laufen. Gut eine Stunde soll der Fuβweg dorthin betragen, so erzählt uns ein freundliches Ehepaar, das gerade von der Wanderung zurückkommt. In der Hauptsaison fährt auch eine Fähre über den See, aber zu dieser Zeit lohnt sich das wohl nicht. Wir beschlieβen, auf das Wandern zu verzichten, und machen hier vom Parkplatz aus die obligatorischen Fotos. Den Mautweg zurück durch die Schranke (anschlieβend wieder schön schlieβen!), gelangen wir am Ende der Strasse wieder zu einem dieser „Informationshäuser“. Hier gibt es eine Ausstellung über den Gletscher, man kann Andenken kaufen, und ein Cafe finden wir hier auch. Wir beschlieβen allerdings, uns hier nicht lange aufzuhalten, sondern weiter zu fahren.





Auf der [55] geht es weiter bis Hella, dort nehmen wir die Fähre nach Vangsnes. Die überfahrt dauert lediglich 15 Minuten, genauso lange allerdings benötigt der Kapitän für das Anlegemanöver. Übt der noch? Oder was ist da los? Wir sind froh, endlich wieder festen Boden unter den Rädern zu haben und fahren auf der [13] Richtung Voss.





Es wird Zeit, dass wir uns nach einer Hütte für die Nacht umsehen. Nachdem wir auf die erste dankend verzichtet haben, landen wir schlieβlich nach 288 gefahrenen Km auf dem Campingplatz Djuvik. Die übernachtung kostet 400 Kronen, ein herrlicher Blick auf den Fjord ist inklusive, und so sitzen wir bei angenehmen Temperaturen am Abend noch lange auf der Terrasse. Von Gegenüber kommen drei ältere deutsche Herren kurz bei uns vorbei. Früher sind sie auch Motorrad gefahren. Mit zunehmendem Alter fiel ihnen jedoch das Aufsteigen schwer. So haben sie kurzerhand die Mopeds gegen Roller eingetauscht, und sind jetzt damit unterwegs. Echt cool, die Jungs...




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