Motorradtour zu den Lofoten, Norwegen


12. Tag: Mittwoch, 06.06.2007 

Der Himmel an diesen Morgen ist bedeckt, und irgendwie passt das auch zu unserer Stimmung: Heute sind wir den letzten Tag hier in Norwegen unterwegs, am Nachmittag werden wir bereits wieder in Schweden sein. Nach dem Frühstück beladen wir unsere Motorräder, und fahren dann auf der [40] weiter in Richtung Kongsberg. Und genauso schnell, wie sich die Wolken auflösen, und wir wieder mit einem blauen Himmel verwöhnt werden, verfliegt auch unsere trübe Stimmung. Wir genieβen die Fahrt auf der teilweise recht kurvigen Strasse. Als wir durch einen Kreisverkehr fahren, meine ich, dass Klingeln meines Handys aus der Jackentasche zu hören. Und richtig: Mein Bruder ruft an, und teilt uns mit, dass er im Internet nachgesehen hat, und wir auch für den Rest der Tour super Wetter haben werden. Wenn das keine gute Nachricht ist.





Gegen Mittag, beim obligatorischen Stopp an der Tankstelle, entdecken wir auf der anderen Straβenseite eine „Spiserie“. Das trifft sich gut, Hunger haben wir alle, und so betreten wir kurz darauf das Lokal. Es entpuppt sich als ganz normale Pommesbude. Wir nutzen das schöne Wetter, und genieβen unser Menü im freien. Dann geht es weiter Richtung Süden. Ziel ist die Stadt Horten, von wo aus wir die Fähre über den Oslofjord nach Moss nehmen wollen. Und wir haben mal wieder Glück. Als wir am Hafen ankommen, werden gerade die Fahrzeuge auf das Schiff gelotst. 45 Kronen pro Person kostet die überfahrt, knapp eine Stunde dauert sie, und ich nutze die Zeit für ein kleines Nickerchen.





In Moss gelangen wir sehr schnell auf die gute, alte [E6], die hier sogar als Autobahn ausgebaut ist. Wenn ich da an die schmale Strasse in Nordnorwegen denke… Den Grenzübergang nehmen wir gar nicht richtig wahr. Er ist in einer endlos langen Baustelle versteckt. Soll die Strasse etwa noch breiter gemacht werden? Hier in Schweden grüβen sich die Motorradfahrer sogar auf der Autobahn. Bei dem einen oder anderen befürchte ich dabei, er könnte mit seiner Maschine umfallen, so heftig wird gewunken.

Plötzlich ist da ein Schild, auf dem neben dem Zeichen für einen Campingplatz auch das für eine Hütte abgebildet ist. Kurz entschlossen verlassen wir die Autobahn, und fahren dem Schild nach. Doch bevor wir auf dem Campingplatz ankommen, entdecke ich den Hinweis auf eine private Hütte. Sofort folgen wir dem Schild. In einem kleinen Wohngebiet, bestehend aus Einfamilienhäuser, halten wir schlieβlich an. Wir sind in Hällestrand in der Nähe von Strömstadt gelandet.





Wir brauchen nicht lange warten, da kommt auch schon ein Mann aus dem Haus, und fragt: „Stuga?“. Ich weiβ ja mittlerweile, dass dies das schwedische Wort für Hütte ist, und nicke. Dann folge ich ihm durch den Garten, und stehe kurz darauf vor einem richtig tollen kleinen Häuschen. Innen ist alles da, was man so braucht, und drauβen hat es eine riesige Terrasse. Ich bin begeistert, nur leider nicht über den Preis. 600 Kronen möchte der gute Mann haben, zu viel für meinen Geschmack. Schlieβlich bekommen wir die Stuga für 500 Kronen, damit können wir leben. Auch meine Reisepartner sind zufrieden. Während die beiden im nahe gelegenen Supermarkt einkaufen, nutze ich die Zeit für eine Dusche, und räume meine Sachen ein. Der Abend klingt dann bei strahlendem Sonnenschein auf der Terrasse aus mit einer hunderter (!) Packung Köttbullar, sowie einem Sixpack Tuborg. Das Leben kann so schön sein… Anschlieβend machen wir noch einen kleinen Verdauungsspaziergang durch den Wohnort hin zum Meer.

Ach so, richtig, die Statistik fehlt ja noch: 258 Km sind wir heute gefahren, und haben uns somit das Tuborg ja wohl verdient!




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