Motorradtour zum Nordkap


Mittwoch, 03.06.2009; Nordkap

Um 6:00 Uhr klingelt der Wecker, und ich springe aus dem Bett. „Auf geht’s Kameraden, das Nordkap ruft“ :-)
Naja, ganz so war es natürlich nicht, aber das Aufstehen ist mir doch bedeutend einfacher gefallen als sonst.

Heute ist es richtig kalt. Ich habe fast alles angezogen, was die Gepäckrolle hergibt. Recht zügig kommen wir voran, wir haben total vergessen, dass hier in Norwegen lediglich 80 Km/h erlaubt sind. Dann entdecken wir eine Polizeikontrolle, zum Glück lasern die gerade in der Gegenrichtung. Schlagartig wird uns klar, dass wir nicht mehr in Finnland sind, und passen umgehend unsere Geschwindigkeit an.

Es ist sehr bewölkt, der Himmel trägt grau, aber noch ist es trocken. Wir kommen gut voran, und erreichen am späten Vormittag den Nordkaptunnel. 6.875 m ist er lang, und die tiefste Stelle ist 212 Meter unter dem Meeresspiegel. Es macht keinen Spaβ, hier durch zu fahren. Lausig kalt ist es, dunkel dazu, und die Straβe ist an vielen Stellen nass. Mitten in meine überlegung, dass ich froh bin, wenn ich hier wieder heraus fahre, kommt uns auf der Gegenfahrbahn ein Fahrradfahrer entgegen. Ach Du liebes bisschen, wenn ich mich hier schon so unwohl fühle, wie muss es diesem guten Menschen denn erst gehen? Ich atme auf, als Licht am Ende des Tunnels erscheint, und wir kurz darauf wieder ans Tageslicht kommen. Gerade will ich mich lobend über die Norweger äuβern, die nicht für alles und jeden Gebühren verlangen, da heiβt es auch schon: Bremsen!





Wir stehen an einer Schranke, da ist ein kleines Häuschen, und wenn wir weiter wollen, müssen wir umgerechnet ungefähr zehn Euro bezahlen. Jeder von uns. Wer glaubt, damit sei es getan, der irrt gewaltig. Schon jetzt wird für den Rückweg auch zehn Euro kassiert, damit sich auch dann die Schranke wieder für uns öffnet. Also Geldbörse zücken und bezahlen (oder zurückfahren, aber wer macht das schon?).

Es ist nun sehr windig. Wir folgen der sehr guten Straβe, die uns zum Nordkap bringen wird. Schilder warnen, auch auf Deutsch, dass hier ein Rentier-Aufzuchtgebiet ist. Und so sieht es auch aus. Auf und neben der Straβe stehen und laufen jede Menge dieser Tiere, und machen das fahren nicht eben zur Freude. Mehrmals fahren wir um eine Biegung, und können nur mit einer Vollbremsung einen Zusammenstoβ mit diesen „possierlichen Tierchen“ vermeiden. Also nehmen wir vor schlecht einsehbaren Kurven die Geschwindigkeit stark zurück, was unsere Fahrt aber leider nicht gerade beschleunigt.

Es ist ziemlich genau 12:00 Uhr, als wir das Nordkap erreichen. Vorher heiβt es aber noch einmal bezahlen, und zwar rund 35,- Euro pro Person. Das nenne ich einen stolzen Preis. Dafür dürfen wir jetzt aber auch 24 Stunden hier bleiben.





Wir stellen unsere Maschinen auf dem Parkplatz ab, betreten das Nordkapzentrum, durchqueren es, und gehen hinten gleich wieder hinaus. Und dort steht sie, die bekannte Weltkugel, die ich schon auf so vielen Bildern gesehen habe. Wegen des starken Windes ist sie zusätzlich mit schweren Stahlseilen befestigt. Und genau in diesem Augenblick kommt die Sonne durch die Wolken. Ich fasse es nicht. Wir sind alleine hier, auβer uns ist keine Menschenseele zu sehen, und wir nutzen diesen Umstand für jede Menge Fotos. Der Globus alleine, der Globus mit Johannes, der Globus mit Markus, der Globus mit mir, der Globus mit uns dreien (Selbstauslöser sei Dank). Und dann schweigend und beeindruckt die Aussicht genieβen.





Eine knappe halbe Stunde sind wir hier drauβen, dann wird es uns zu kalt, und wir gehen zurück in das Gebäude. Erst jetzt kommt uns eine groβe Schar Menschen entgegen: Die ersten Touristenbusse sind angekommen. Von nun an ist es immer voll am Globus. Was haben wir doch für ein Glück gehabt! In dem Souvenirshop kaufen wir noch ein paar Andenken. Natürlich sind die nicht billig, aber hier werde ich, wenn überhaupt, so schnell nicht wieder herkommen. Dann laufen wir noch ein wenig durch das Zentrum, bis wir uns gegen 15:00 Uhr losreiβen. Wir müssen ja noch zurück bis zu unserer Hütte fahren. Am Parkplatz dann ein Problem: Die Maschine von Markus startet nicht. Ist die Batterie leer? Johannes und ich schieben, und das Moped springt an.





Gemütlich fahren wir zurück zu unserer Hütte. Das Wetter ist im Tagesverlauf immer besser geworden, und am Abend ist es richtig schön mit viel Sonne. Wir essen drauβen am See, und hoffen, dieses schöne Wetter mit zu nehmen, wenn wir Morgen nach Süden Richtung Schweden fahren.








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