Motorradtour zum Nordkap


Samstag, 06.06.2009; Komische Tankanzeigen und mieses Wetter

Ich werde wach, blicke auf die Uhr, und kann es nicht fassen: Halb neun! Ausgerechnet in dieser Bruchbude haben wir so lange geschlafen. Nach einer Katzenwäsche (mit eiskaltem Wasser) und einem kargem Frühstück schwingen wir uns auf die Maschinen und starten in den Tag. Aber nur, um sofort wieder mit einem Problem konfrontiert zu werden, das gestern wegen der Quartierssuche ein wenig in den Hintergrund geraten ist: Das Benzin wird knapp! Zumindest bei Johannes und mir. Markus kann dank seines gröβeren Tanks nur über unsere Not lächeln. Zum Glück finden wir in dem nächsten Ort eine Zapfsäule, aber die ist leider zu. Bis zum nächsten Ort sind es laut Karte 15 Kilometer, laut Anzeige an Johannes' BMW reicht sein Sprit aber nur für 13 Kilometer. Was tun? Wir lassen es darauf ankommen, fahren ruhig und gleichmäβig, und erreichen schlieβlich das örtchen Sorsele. Dort finden wir auch eine Tankstelle, die geöffnet hat, und füllen unsere Mopeds mit dem kostbaren Benzin. Anschlieβend schaut Johannes etwas ungläubig auf die Anzeige der Zapfsäule: 20,20 Liter hat er getankt. Komisch nur, dass sein Tank laut Betriebsanleitung lediglich 20 Liter fasst...

Um dieses Problem erleichtert fahren wir die 45 weiter Richtung Süden. In Storuman kaufen wir ein, und setzen unsere Fahrt fort. Kurz vor Vilhelmina beginnt es zunächst zu regnen, dann geht der Regen in Schnee über, und plötzlich beginnt es kräftig zu hageln. Wir flüchten uns unter einer Brücke, wo sich allerdings das Wasser der Straβe sammelt. Einige Autofahrer scheinen uns dieses halbwegs trockene Plätzchen nicht zu gönnen, und rauschen mit groβer Fahrt durch die riesigen Pfützen. So werden wir zwar von oben nicht nass, gegen diese netten “Grüβe“ der schwedischen Autofahrer allerdings können wir uns kaum wehren. Als der Hagel aufhört, fahren wir weiter, aber nur bis kurz hinter Vilhelmina. Dort setzt der Hagel wieder ein, und das „Brückenspiel“ beginnt von vorn. Es dauert eine Weile, bis wir unsere Fahrt fortsetzen können, aber dann wartet das nächste Hindernis auf uns: Die 45 wird kurz vor Dorotea renoviert. Der Asphalt ist aufgerissen, und am heutigen Samstag wird wohl nicht gearbeitet. Die Straβe gleicht einer Schotterpiste, extrem grob und sehr unangenehm zu fahren. Weiterhin wechseln sich Regen und Schnee/Hagel ab, und bald haben wir die Nase voll vom fahren. Wir suchen eine Hütte, diesmal aber bitteschön mit warmen Wasser. In Stömsund finden wir einen groβen Campingplatz, auf dem auch Hütten vermietet werden. Leider ist die Rezeption geschlossen, wir finden auch keine Telefonnummer zum anrufen, überhaupt kein Lebenszeichen. Vielleicht ist die Anlage noch nicht geöffnet? Wir fahren weiter, und finden kurz darauf eine Reihe Hütten, idyllisch an einem See gelegen. Die Vermieterin freut sich auch, uns eine Hütte zu vermieten, allerdings ohne warmes Wasser. Sie hat Probleme mit der Heizanlage, würde uns aber mit dem Preis entgegen kommen. Wir beschlieβen, weiter zu fahren, und starten kurz vor Hammerdal einen nächsten Versuch: Ein Schild „Stuga“ weist uns den Weg in eine Seitenstraβe, dort stehen einige Hütten, natürlich wieder direkt an einem See. Ein älterer Herr erscheint, und in einer Mischung aus deutsch, englisch und schwedisch erfahren wir, dass wir eine Hütte mit Dusche und WC haben können, 450,- schwedische Kronen soll sie kosten, und: Es gibt warmes Wasser! Lange zu überlegen brauchen wir da nicht, und so stehe ich kurz darauf unter dem warmen Wasserstrahl, und möchte am liebsten gar nicht mehr darunter weg.









In der gut eingerichteten Küche kochen wir uns das Abendessen, und gehen anschlieβend noch ein wenig spazieren. Im See gibt es eine kleine Insel, auf der eine Kirche steht. Unser Vermieter gesellt sich zu uns, und wir versuchen ein Gespräch. Er spricht kein Deutsch, und nur sehr wenig englisch, wir können lediglich ein paar Brocken schwedisch. So bleibt die Unterhaltung leider sehr oberflächlich, und dauert auch nicht lange. Wir ziehen uns früh zurück in die Hütte, sehen auf der Karte noch, bis wo wir Morgen ungefähr fahren wollen, dann machen wir für Heute Schluss.




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