Motorradtour zum Nordkap


Sonntag, 07.06.2009; Loppis, Sonne und unser „Privatzoo“

Wir haben gut geschlafen, in Ruhe gefrühstückt, die Sachen gepackt und die Maschinen beladen. Unser Vermieter hatte uns zu verstehen gegeben, das wir den Schlüssel einfach drauβen stecken lassen sollten, wenn wir abfahren, und das machen wir dann auch. So sind wir kurz nach 9 Uhr schon wieder auf der Straβe. Wobei Johannes und ich bereits nass geschwitzt sind. Die Maschine von Markus hat sich heute besonders gegen das Anspringen gewehrt, und so haben wir bereits Schwerstarbeit geleistet.

Wir sind gerade mal ein paar Minuten unterwegs, als starker Regen einsetzt. Es regnet und regnet, Stunde um Stunde, Kilometer um Kilometer. Wir folgen weiter der 45, machen kaum Pausen, und wollen eigentlich nur noch eines: Nach Hause. Was wir hier vermehrt sehen, sind Schilder, auf denen das Wort „Loppis“ steht. Was ist das denn? Wegen dem strömenden Regen haben wir keine Lust, einem dieser Schilder zu folgen, und unsere Neugierde zu stillen. So lesen wir erst zu Hause im Wörterbuch, das es sich dabei um Flohmärkte handelt. Heute ist Sonntag, da werden hier wohl recht oft solche privaten Verkäufe abgehalten. Am frühen Nachmittag erreichen wir den Ort Sveg. Hier tanken wir, und dabei klart der Himmel plötzlich und vor allem sehr schnell auf. Der Himmel wird strahlend blau, die Sonne strahlt von oben und trocknet im Nu die Straβen. Johannes und Markus sind Optimisten: Sie verzichten auf die Regensachen, und erklären die Regenzeit für beendet. Ich bleibe zunächst pessimistisch, aber nur bis zur nächsten Pause, dann wandert auch mein Regenkombi ins Topcase. Jetzt macht das fahren wieder viel mehr Spaβ. In Orsa parken wir vor dem Stadthotel, wo sich gegenüber ein Einkaufszentrum befindet. Während ich bei den Maschinen bleibe, gehen meine beiden Partner einkaufen.





Eine dreiköpfige Familie geht vorbei, wirft einen Blick auf die Nummernschilder unserer Motorräder, und bleibt dann bei mir stehen: „Aus Recklinghausen kommt ihr?“ fragt mich die Frau, und als ich nicke, erklärt der Mann, das sie aus Bochum seien. Sie haben hier in der Nähe ein Ferienhaus gemietet, das Wetter war hier unten die letzten Tage gut, und so soll es auch die nächste Zeit bleiben. Als ich von unseren Nordkap Erlebnissen berichte, bekommt der Mann glänzende Auge. Die Frau allerdings schüttelt den Kopf: Im Urlaub nur Kilometer abspulen, nein, nein, das wäre nichts für sie. Wir wünschen uns noch gegenseitig alles Gute, dann gehen die drei zu ihrem Auto, und fahren los. Markus und Johannes sind mittlerweile auch zurück, wir verteilen die mitgebrachten Lebensmittel auf die Motorräder, dann fahren auch wir weiter. Wir suchen nach einer Bleibe für die Nacht, und werden bald darauf in Mora fündig. „Mora Parken“ nennt sich die Anlage, hier gibt es Camping, Hütten und auch ein Hotel. Wir mieten eine Stuga für 400,- Kronen, nichts besonderes, aber mit einem Fernseher für Markus, der auch sofort nach einem Wetterbericht zappt. Dort wird bestätigt, was mir die deutsche Familie auf dem Parkplatz in Orsa schon mitgeteilt hatte: Das Wetter bleibt die nächsten Tage schön. Wir kochen, essen dann drauβen, sind dort allerdings nicht lange allein: Zunächst besucht uns ein Eichhörnchen, dann gesellt sich noch eine Kohlmeise dazu. Beide Tiere sind sehr zutraulich, kommen ziemlich nahe an uns heran. Anscheinend werden sie hier von den Gästen immer auf das Beste versorgt.





Satt und zufrieden drehen wir anschlieβend noch eine ausgedehnte Runde durch die Anlage, die doch gröβer ist, als es auf den ersten Blick scheint. Und die Hütten sind zum Teil so winzig, das wir sie spontan „Hobbithäuser“ taufen. Keine Ahnung, wer die sonst mieten soll. Zurück in unserer Hütte sehen wir uns sicherheitshalber nochmal die Wettervorher-sage an, und es bleibt dabei: Die nächsten Tage bleiben trocken und sonnig. So können wir also beruhigt schlafen gehen.








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