Mini-Kreuzfahrt Amsterdam -> Newcastle und zurück


2. Tag: Ankunft in Newcastle / Unser Tag in der Stadt / Beginn der Rückreise

Ab acht Uhr ist das Frühstücksbuffet geöffnet, und das ist wirklich nicht schlecht. Es spricht mit allem, was zu einem „All-english-breakfirst“ gehört, zwar eher den englischen Geschmack an, aber auch wir Festlandeuropäer kommen nicht zu kurz. So lassen wir uns schmecken, was die Küche hergibt.

Um zehn Uhr legt die „KING SEAWAYS“ in Newcastle an. Vorher beobachten wir natürlich von Deck aus, wie unser Schiff in die Hafeneinfahrt gleitet, und nach kurzer Fahrt über den Fluss Tyne schließlich anlegen. Hier ist die Aussicht um einiges schöner als Tags zuvor in Ijmuiden.







Etwas umständlich wird es nun aber, als wir das Schiff verlassen, und zu den wartenden Shuttle-Bussen wollen, die uns in das Zentrum Newcastles bringen sollen. Die Kontrollen bei der Einreise nach England sind strenger, als wir es vom Festland her kennen. Die anschließende Fahrt mit dem Bus in die Innenstadt dauert dann knapp 45 Minuten, und es ist bereits 11:30 Uhr, bis der DFDS Seaways Shuttle uns in der City von Newcastle, genauer gesagt an der Central Station absetzt. Nun machen wir uns zu Fuß auf den Weg, um die Stadt mit ihren Sehenswürdigkeiten zu erkunden.

Wir laufen Richtung Norden, und kommen zunächst an China-Town vorbei. Neben der schmalen Straße ist es vor allem das große, bunte Tor mit seinen Drachenköpfen und vielen Verzierungen, das uns auffällt.





Direkt dahinter, nur einen Steinwurf entfernt, befindet sich der St. James' Park, die sportliche Heimat des „Newcastle United F.C.“. Dieser Club ist in der obersten Liga des englischen Fußballs vertreten. Gerne hätten wir einen Blick auf den Rasen geworfen. Das ist aber nur im Rahmen einer geführten Tour möglich. Die kostet zehn britische Pfund, und findet zu festgesetzten Zeiten statt. Darauf wollen wir aber nicht warten, sondern verabschieden uns von Mister Bobby Robsen, dem der Club ein Denkmal gesetzt hat, dass sich direkt vor dem Stadion befindet. Der 2009 verstorbene Robsen gilt als einer der weltweit angesehensten Trainer, und hat von September 1999 bis August 2004 auch Newcastle United trainierte. Praktischerweise gibt es hier gleich um die Ecke auch einen Fanshop, in dem der begeisterte Anhänger vom Trikot über den Eierbecher bis hin zum Babystrampler alles in den Farben seines Lieblingsvereins kaufen kann.





Wir wenden uns nun nach Osten, am Eldon Square, einem großen Einkaufscenter vorbei, bis wir schließlich vor “Greys Monument“ stehen. Und diese Denkmal ist wirklich nicht zu übersehen: Auf einer 40 Meter hohen Säule thront Charles Grey, der zwischen 1830 und 1834 britischer Premier Minister war. Während dieser Zeit hat er unter anderem auch die Wahlkreiseinteilung für die Wahl des britischen Parlaments neu organisiert, was für mehr Gerechtigkeit bei der Stimmenverteilung sorgen sollte. In Anerkennung dieser für die britische Demokratie wichtigen Entscheidung wurde ihm dieses Denkmal errichtet.



Kleine Notiz am Rande: Genau hier an diesem Wahrzeichen startete am 30.1.2007 Newcastles erster offizielle „Flash-Mob“: Über 500 Menschen trafen sich hier, um dann in einer Polonaise durch die Stadt zu ziehen…

Wir fassen uns zwar nicht an den Schultern, gehen aber trotzdem weiter, und zwar in südlicher Richtung die Fußgängerzone hinunter. Wir gehen am Theater vorbei, das im Februar 1837 eröffnet wurde, und in dem unter anderem Stücke von so berühmten Autoren wie William Shakespeare aufgeführt wurden.



Kurz darauf stehen wir vor der “Cathedral Church of Saint Nicholas”. Hier hat der Bischof von Newcastle seinen Sitz. Errichtet wurde sie im Jahr 1091, bereits 1216 wieder zerstört, und schließlich neu aufgebaut im Jahr 1359. Saint Nicholas, ihr Namensgeben, ist übrigens der Schutzpatron der Seeleute. Sehr passend für eine Hafenstadt, finde ich.



Das Wetter ist übrigens meistens besser, als es auf dem Bild aussieht. Es ist durchgehend trocken, und im Laufe des Tages lässt sich sogar die Sonne sehen.

Sehen, das können wir auf unserem Weg zwischen den einzelnen Sehenswürdigkeiten auch noch so einiges anderes. Zum Beispiel diesen Roller. Ob der Besitzer ein überhöhtes Sicherheitsbedürfnis hat, oder die Lampen- und Spiegelanzahl britischer Standard ist, kann ich allerdings nicht genau sagen :-)



Fast direkt hintere der Kathedrale befindet sich das „Castle Keep“. Dies gab der Stadt auch ihren Namen: „Neue Burg über den Fluss Tyne“, „New Castle upon Tyne“ hat hier an dieser Stelle seinen Wurzeln. Die „neue Burg“ wurde im Jahre 1080 gegenüber einer verfallenen römischen Festungsanlage gebaut. Zunächst waren die Mauern aus Holz, doch sie wurden nach und nach durch Steinmauern ersetzt. Der heute hier noch stehende Bergfried (genau dieses „Castle Keep“) ist der einzige Überrest der Burg, die im 12. Jahrhundert vollendet wurde.

Wir gehen weiter, und stehen dann vor dem Fluss Tyne. Sieben Brücken führen hinüber auf die andere Uferseite, wobei es nicht überliefert ist, ob es diese sieben Brücken waren, die die Gruppe „Karat“ zu ihren bekannten Lied inspiriert haben :-) Alle sieben haben einen Namen, und wir laufen zunächst über die „High Level Bridge“ hinüber auf die andere Seite des Flusses, und kehren dann über die „Swingbridge“ wieder zurück. Am bekanntesten ist heute wohl die „Gateshead Millennium Bridge“, eine reine Fußgängerbrücke. Sie wurde im Jahr 2001 eröffnet, und weist eine Besonderheit auf: Sie verfügt über einen Kippmechanismus, mit dem die Brücke im Bedarfsfall aufgeklappt werden kann, damit Schiffe sie passieren können. Bestimmt ein spektakuläres Schauspiel, das aber leider nicht vorgeführt wurde, während wir an dem Ufer des Tyne entlang gehen.





Es ist höchste Zeit für eine Stärkung, und nicht weit entfernt finden wir den Pub „Waterlinebar“. Dort essen und trinken wir wirklich gut, und machen uns anschließend auf den Rückweg zum Hauptbahnhof. Dort, an der Central Station, werden wir um 15:45 Uhr wieder abgeholt, und zurück an Bord der „KING SEAWAYS“ gebracht.

Am Abend stehen wir an Deck, und beobachten die Ausfahrt aus dem Hafen von Newcastle. Natürlich wird das ganze wieder von Marschmusik untermalt. Aber das kennen wir nun ja schon…



Und wieder haben wir Glück, und der Himmel bietet uns einen sehr schönen Sonnenuntergang. Er ist sozusagen der würdige Abschluss eines wirklich erlebnisreichen Tages.












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