Unterwegs auf dem Weserradweg


4. Tag: Von Rinteln bis Minden

Heute Morgen regnet es wieder, sogar recht stark. Und der Himmel sieht leider nicht danach aus, als wenn sich daran schon bald etwas ändern würde. Daher suchen wir nach Alternativen, wie wir heute sonst noch zu unserem Tagesziel nach Minden kommen könnten. Der Zug wäre die eine Option, das Schiff eine andere. Aber da wir ja eine Fahrradtour machen wollten, gehört so eine Fahrt durch den Regen wohl einfach dazu. Daher beschließen wir, doch mit dem Rad weiter zu fahren. Und sind gespannt, ob diese Entscheidung klug war.

Nach dem Frühstück beladen wir unsere Räder und starten in den Regentag. Kaum haben wir Rinteln hinter uns gelassen, da biegt unser Weg auch schon von der Weser ab. Wir fahren an der Hauptstraße entlang, an einem großen See vorbei, dem Doktorsee, und weiter bis Eisbergen. Kurz hinter diesem kleinem Ort hört dann der Regen auf. Es bleibt zwar grau und dunkel, aber zumindest trocken.




-> Das Wetter ist nicht das Beste


Am frühen Mittag erreichen wir das Gemeinschaftskraftwerk Veltheim. Dieses am anderen Weserufer gelegene Großkraftwerk wurde bereits 1959 gegründet und war ein Gemeinschaftsprojekt der Stadtwerke Bielefeld, des Elektrizitätswerks Minden-Ravensberg sowie des Elektrizitätswerks Wesertal. Betrieben wurde es vor allem mit Steinkohle und Erdgas, aber auch Petrolkoks und Heizöl kamen zum Einsatz. Als E.ON die Elektrizitätswerke Minden Ravensberg übernahm, wurde die Gesellschaft auch gleichzeitig neuer Mehrheitsgesellschafter des Kraftwerkes. Wegen der geänderten Rahmenbedingungen für die Stromversorgung wurde diese Anlage im März 2015 stillgelegt. Wie schon das Kernkraftwerk Grohnde passt auch dieser Bau so überhaupt nicht in die schöne Weserlandschaft. Das Wasser des Flusses diente übrigens zur Kühlung, die Brennstoffe wurden per Bahn und Straße geliefert.




-> Schön ist was anderes: Das Gemeinschaftskraftwerk Veltheim


Ich bin jedenfalls froh, als wir diesen Betonhaufen endlich hinter uns haben. Auch wenn der Weg selber dadurch nicht wirklich schöner wird. Viel sehen wir von der Weser nicht, der Weg führt teilweise recht weit davon entfernt durch Felder oder entlang der Straße. Erst ab Erder, einem kleinem Ort direkt an der Weser, führt der Weg wieder direkt am Wasser entlang. Wir fahren vorbei an Vlotho, überqueren bei Bad Oeynhausen die Weser auf der Autobahn (als nicht direkt auf der Bahn, sondern unmittelbar daneben) und erreichen auf dieser Weise am frühen Nachmittag schließlich Porta Westfalica mit dem bekannten Kaiser-Wilhelm-Denkmal.




-> Radweg neben der Autobahn




-> Regenwolken begleiten uns


Hier machen wir eine Pause, allerdings nicht zu lang. Das Wetter ist zwar trocken, aber der Himmel sieht aus, als würde er jeden Moment seine Schleusen öffnen. Die ganze Anlage hier sieht aus, als ob sie auch schon mal bessere Tage erlebt hätte. Ob hier wirklich noch Fähren anlegen? Immerhin haben wir von hier aus einen netten Blick auf den Kaiser, der recht souverän auf seinem Pferd sitzt und den Fernblick geniesst.




-> Schiffanleger bei Porta Westfalica




-> Von dort oben hat der Kaiser alles im Blick


Bald darauf fahren wir weiter bis zu unserem Ziel Minden. Hier sehen wir uns zunächst das größte Wasserstraßenkreuz der Welt an. In 13 Metern Höhe quert der Mittellandkanal die Weser. Und auch, wenn hier gerade keine Schiffe fahren, so ist das doch ein imposanter Anblick.




-> Wir erreichen Minden




-> Auf dieser Brücke befindet sich der Mitellandkanal




->Das Wasserstraßenkreuz in Minden: Das größte der Welt


Von hier aus machen wir uns auf in die Mindener Innenstadt. Die aber passt momentan zu dem trüben Wetter: Eine einzige Baustelle finden wir hier vor, viele der kleinen und bestimmt auch gemütlichen Lokale sind hinter Bauzäunen versteckt und der Lärm lädt auch nicht wirklich zum verweilen ein. Schade, wir hätten uns die Stadt gerne ein wenig angesehen. Und zu sehen gibt es hier so einiges, wie uns eine Infotafle direkt an der Weser aufzählt.




-> Die Highlights von Minden auf einem Blick


Wir aber haben keine Lust auf Baulärm und Dreck, stattdessen beziehen wir unsere Zimmer in der gebuchten Pension und suchen uns ein Restaurant am Rande der Stadt und bekommen dabei zumindest einen klitzekleinen Eindruck dieser "merk-würdigen" Stadt.




-> Kirche in Minden




-> Mindener "Lebensstützen"


Wir sind uns einig, heute zu wenig gesehen zu haben. Wegen des schlechten Wetter haben wir uns auf das fahren konzentriert, wollten möglichste schnell (und trocken) nach Minden. Eigentlich schade, denn Orte wie Vlotho oder auch Bad Oeynhausen haben sicher einiges zu bieten.

Hier in Minden endet unsere Tour auf dem Weserradweg, zumindest für dieses Mal. Morgen früh nach dem Frühstück heißt es für uns „Abschied nehmen“ von der Weser und ihren angrenzenden Regionen. Aber wir wollen wiederkommen, die Tour ab Minden wieder aufnehmen und weiter an der Weser entlang Richtung Bremen und Bremerhaven bis zur Nordsee fahren. Wer weiß, vielleicht ja schon im nächsten Jahr…




Weserradweg


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