Motorradtour durch Schottland


1. Tag: Mittwoch, 26.05.10 

Gibt es etwas schöneres, als am Morgen aufzuwachen, und festzustellen, dass man Urlaub hat? Ja, das gibt es. Wenn einem nämlich gleich darauf einfällt, das man nicht nur Urlaub hat, sondern diesen auch noch für eine Reise nutzt. Als ich also an diesem Mittwochmorgen erwache, und ein paar Sonnenstrahlen durch das nur halb geschlossene Rollo blitzen, da ist es Augenblicklich da, das gute Gefühl. Duschen, frühstücken, Motorrad beladen, alles erledige ich mit einem dicken Grinsen im Gesicht. Selbst der mittlerweile bedeckte Himmel kann meine gute Laune nicht trüben: „Hauptsache trocken“ lautet die Devise, und die Wettervorhersage hat für heute keinen Regen angesagt.





Um 11:00 Uhr treffen wir uns bei mir. Johannes und Markus sind (natürlich) pünktlich, und auch sie freuen sich, dass es nach der monatelangen Planung und Vorbereitung nun endlich losgeht. über Landstraβen fahren wir Richtung holländischer Grenze. Hier in dieser Gegend kennen wir uns noch ganz gut aus, und das fahren über die kleinen Nebenstraβen macht viel mehr Spaβ als über die Autobahn. Gemütlich „wedeln“ wir uns ein, aber obwohl wir eine groβen Bogen machen, haben wir recht bald den Grenzübergang erreicht. Bevor wir in Holland einfahren, tanken wir noch, und machen eine kurze Rast. Laut Internet ist das Benzin in den Niederlanden mittlerweile teurer als bei uns – eine ungewohnte Sache. Hier an der Tankstelle bemerke ich auch, dass ich das Kettenspray vergessen habe. Leider haben die hier keines, so werde ich also in Schottland versuchen müssen, so etwas zu bekommen.

Dann geht es weiter, nun über die Autobahn durch Holland Richtung Amsterdam. Es ist ziemlich viel los hier auf der Straβe, und da es mitten in der Woche ist, sind auch viele LKW's unterwegs. Zum Glück kommen wir trotzdem gut voran, bis kurz vor Amsterdam ein recht groβe Baustelle beginnt. Die zieht sich ziemlich in die Länge, und da wir es nicht eilig haben, machen wir mittendrin an einer Tankstelle eine kurze Rast. Die Flugzeuge ziehen schon tief über unsere Köpfe hinweg, Schipohl ist nicht mehr weit, und somit kann es bis zu unserer Fähre auch nicht mehr weit sein. Markus schaltet jetzt vor der Weiterfahrt sein Navi ein. Somit haben wir keine Probleme, den Fährhafen zu finden. Schnell noch im Fährbüro die Tickets besorgen, dann stehen wir um 15:00 Uhr auch schon am Anleger. Aber - wie voll ist das denn hier? Ich hatte nicht erwartet, dass mitten in der Woche so viele andere Motorradfahrer hier sein werden. Aber egal, wir reihen uns in die Warteschlange ein, Maschine aus, Helm ab, und sofort werden wir angesprochen.







Genau das mag ich so am Reisen mit dem Moped: Kaum kommt man zum stehen, ist da auch schon jemand, der einem Fragen stellt nach dem „woher“ und „wohin“. So lernen wir unter anderem vier Pärchen kennen, die zusammen eine Woche lang Schottland erkunden wollen. Sie haben in Inverness eine Unterkunft gebucht, und machen von dort aus vier Tage lang jeweils sternenförmig Tagestouren. Zum Abschluss sind sie noch zwei Tage in Edinburgh, anschlieβend geht es wieder nach Hause. Bei solchen Gesprächen vergeht die Zeit wie im Flug, und um 16:15 Uhr rollen wir dann auf das Schiff. Dort beziehen wir unsere Kabine, und gehen dann an Deck, um unsere mitgebrachte Verpflegung aufzubrauchen. Die Ausfahrt aus Amsterdam ist unspektakulär. Auf der linken Seite sieht man jede Menge Industrie, rechts ist ein Badestrand angelegt. Na vielen Dank, hier möchte ich meinen Badeurlaub nun wirklich nicht verbringen. Anschlieβend setzen wir uns auf das Sonnendeck, das auch heute so heiβt, obwohl die Sonne doch mittlerweile gar nicht mehr scheint.





Anfangs ist es noch recht voll hier oben, aber ungefähr eine Stunde, nachdem wir abgelegt haben, sind wir fast die einzigen hier. Uns ist das Recht. Wir lassen uns den Wind um die Nase pfeifen, und stoβen mit einem Bier auf eine schöne Tour an. Anschlieβend inspizieren wir das Schiff, das sich doch etwas von den Fähren nach Skandinavien unterscheidet. So hat zum Beispiel unsere Kabine ein, wenn auch kleines, Fenster. Und durch diesem sehen wir, dass der Himmel aufzuklaren scheint. Die Sonne kämpft sich durch, und als wir gegen 22:00 in die Kojen gehen, hoffen wir, dass das für Morgen ein gutes Zeichen ist.







Gefahrene Strecke: Ahsen -> Amsterdam: 246 KM

Fähre: www.dfdsseaways.de




Zu Tag 2



Schottland


Intro

Tag 1

Tag 2

Tag 3

Tag 4

Tag 5

Tag 6

Tag 7

Tag 8

Tag 9

Tag 10

Tag 11

Tag 12

Nachtrag




nach oben


© by "tournotizen.de"   |   E-Mail: tournotizen[at]gmx.de