Motorradtour durch Schottland


4. Tag: Samstag, 29.05.10

Wir stehen früh auf, denn für heute haben wir so einiges geplant. Zunächst wollen wir uns die „Talisker Destillery“ ansehen, dann das „Dunvegan Castle“. Anschlieβend wollen wir zum „Skye Museum of Island Live“ fahren. Zum Abschluss des Tages haben wir Abstecher zum „Kilt Rock“ und zum „Old man of storr“ geplant. Volles Programm also. Leider regnet es in Strömen, so dass wir uns beim frühstücken viel Zeit lassen. Schlieβlich, als der Regen soweit nachgelassen hat, das er nur noch ein leichtes tröpfeln ist, machen wir uns auf den Weg.

Als erstes steuern wir also die Talisker Destillery an, der einzigen Whisky Destillery hier auf der Insel Skye. Das Hallenähnliche Gebäude macht von auβen keinen besonders ansprechenden Eindruck. Das ändert sich aber schlagartig, als wir den Eingangsraüm betreten: Viel Licht, helles Holz, einige Sitzgelegenheiten sowie Glasschaukästen mit einer kurzen Geschichte der Destillery heiβen uns „Willkommen“. Fünf Pfund kostet es, an einer Führung teilzunehmen.







Und wer anschlieβend eine 0,7 Liter Flasche Talisker kauft, bekommt drei Pfund davon angerechnet. Natürlich wollen wir an einen geführten Rundgang teilnehmen. Unsere Jacken und Helme können wir freundlicherweise an der Kasse ablegen, und schon folgen wir mit einigen anderen einer jungen Frau, die uns ungefähr eine halbe Stunde lang durch die verschiedenen Abteilungen führt. Immer wieder erklärt sie uns, dass es wichtig ist, den Whisky regelmäβig zu probieren. Nur so lasse sich feststellen, ob die Qualität gleichbleibend gut ist. Sie selbst mache das natürlich berufsbedingt auch, denn es ist ja „part of my job“, wie sie zur Belustigung der Besucher alle paar Minuten betont. Hier herrscht absolutes Fotografierverbot. Lediglich im Keller, wo einige Fässer lagern, dürfen Fotos gemacht werden. Nach der Führung landen wir dann im Verkaufsraum, und hier verschlägt es mir erst einmal die Sprache: Es ist kaum zu glauben, was die hier für eine Flasche Whisky haben wollen. Sogar mit unserem Gutschein über drei Pfund ist es uns zu teuer. So sehen wir uns nur etwas um, und steigen dann wieder auf unsere Maschinen.





Der Regen hat aufgehört, und gut gelaunt lenken wir unsere Vorderräder Richtung Dunvegan Castle. Wir haben einige Bilder gesehen von diesem Schloss, das sehr schön am Loch Dunvegan gelegen ist. Insgeheim hoffe ich darauf, dass wir auch eine Bootstour auf dem Wasser machen können. Der Blick von dort auf das Schloss soll wirklich atemberaubend sein. Als wir auf den Parkplatz rollen, haben wir gleich doppelt Pech: Zum einem setzt wieder der Regen ein, zum anderen scheint hier eine Art Volkslauf stattzufinden. Es ist richtig voll hier, und wir bekommen erst nach langer Suche einen Parkplatz. Den Menschenauflauf lassen wir links liegen und machen uns zu Fuβ auf in Richtung Schloss. Doch bereits an der Kasse erwartet uns die nächste Enttäuschung. Die Fassade des Gebäudes wird renoviert, und ist daher zum gröβten Teil mit einer Plane verdeckt. Die Kassiererin versucht, uns wenigstens Karten für den Garten zu verkaufen, „it's realy very nice“, behauptet sie. Aber im Regen spazieren gehen? Nein, dazu haben wir wirklich keine Lust. So gehen wir zurück zum Parkplatz, und setzen uns auf die Motorräder. Ein kleiner, englischer Oldtimer steht da, und wartet, dass er in unsere Parklücke fahren kann. Er hat ein deutschen Nummernschild mit „MK“, und der Fahrer begrüβt uns mit einem freundlichen „Hallo Nachbarn“. Na ja, hier von Schottland aus gesehen hat er sicherlich Recht. Er ist mit seiner Frau unterwegs, und verbindet diese Urlaubsreise mit dem Kauf von Ersatzteilen für seinen britischen Sportwagen. Seine Frau bleibt während unseres Gesprächs lieber im Auto sitzen. Klar, da wird sie wenigstens nicht nass.





Wir fahren weiter Richtung Norden. Hier sind die Straβen fast ausschlieβlich Single Track Roads, aber es ist so wenig Verkehr, dass wir sehr gut vorwärts kommen. Trotz des Regens und des dunklen Himmels sind die Aussichten teilweise sehr spektakulär. Immer wieder halten wir an, um Fotos zu machen. So auch in der Nähe von Uig, wo gerade die Fähre zu den äuβeren Hebriden startet. Was muss das erst für ein Anblick sein, wenn hier die Sonne scheint. Murdo, unser Vermieter, hatte uns gestern Abend erzählt, das am letzten Wochenende hier Sommer geherrscht hatte. Blauer Himmel und Temperaturen jenseits der 20 Grad Marke. Schade, dass das Wetter nicht noch ein paar Tage gehalten hat.

So kommen wir schlieβlich zum „Skye Museum of Island Live“. Auf dem ersten Blick eine herbe Enttäuschung. Drei Häuser stehen hier, davor und daneben jede Menge landwirtschaftliche Geräte, die wir auch von zu Hause kennen. Zu unserer Enttäuschung trägt sicherlich auch der Regen bei, der uns nun schon seit längerer Zeit verfolgte, und zum Dauerregen geworden ist. Wir verzichten jedenfalls auf eine kostenpflichtige Besichtigung. Kurz beratschlagen wir uns, dann beschlieβen wir, auf direktem Weg zurück in unser Hostel zu fahren. „Kilt Rock“ und den „Old man of storr“ fahren wir gar nicht mehr an. In Portree angekommen, ziehen wir uns erst einmal trockene Sachen an. Während wir mit einer heiβen Tasse Tee im Aufenthaltsraum sitzen, hört auch der Regen auf, und wir nutzen die Zeit, um im Supermarkt einzukaufen. Anschlieβend wird gekocht, und nach dem Essen machen wir noch einen ausgedehnten Spaziergang durch die Stadt. Auch heute ertönt aus fast jedem Haus Live-Musik. Wir gehen in einen der Pubs, und genieβen die Musik bei einem Bier. Hier ist es richtig laut und voll, und wir saugen die Atmosphäre in uns auf. Später, zurück im Hostel, besprechen wir noch die Route für den Morgigen Tag. Wir werden die Isle of Skye verlassen und Richtung Norden fahren. Hoffentlich wird dort auch das Wetter besser!





Gefahrene Strecke: Rundtour Isle of Skye: 162 KM

Unterkunft: skyehostel.co.uk




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