Motorradtour durch Schottland


7. Tag: Dienstag, 01.06.10

Aufstehen, duschen, frühstücken, Sachen packen, Motorrad beladen – routiniert und souverän erledigen wir unsere morgendlichen Aufgaben. Bevor wir dann abfahren, macht ein anderer Gast der Jugendherberge noch ein paar Fotos von uns, und dann sind wir auch schon unterwegs.

Zunächst geht es Richtung Osten. Wir wollen zur Küste, und dann weiter Richtung Süden bis Inverness. Gemütlich rollen wir dahin, heute Morgen sind die Ausblicke nicht ganz so spektakulär wie gestern. Inverness liegt am nördlichen Ufer des Loch Ness, des wohl bekanntesten Sees in Schottland. Kurz überlegen wir, Nessi einen Besuch abzustatten, entschlieβen uns dann aber doch dazu, der 96 weiter Richtung Osten bis Elgin zu folgen. Dort biegen wir ab auf die 941 Richtung Süden, und befinden uns kurz darauf auf dem Malt Whisky Trail.





Kurz hintereinander finden wir Hinweise auf Destillerien, die man besichtigen kann. Die meisten Namen sagen uns allerdings nichts, erst bei GlenGrant legen wir einen Stopp ein. Diese Destillery ist nicht nur für seinen Whisky bekannt, und schon der Probier- und Verkaufsraum macht optisch eine Menge her. Sehenswert ist auch der Garten, der hier rund um die verschiedenen Gebäude angelegt wurde. Eine Führung mit anschlieβender Whiskyprobe rund um die verschiedenen Gebäude angelegt wurde. Eine Führung mit anschlieβender Whiskyprobe lehnen wir allerdings ab.







Wir wollen weiter zu The MacAllan, einer weiteren Destillery ganz hier in der Nähe. Im Internet haben wir immer wieder positives über einen Rundgang dort gelesen. Also fahren wir nur wenige Kilometer weiter, und melden uns für eine Führung an. Oder besser gesagt, wir versuchen es. Zwar sind auβer uns nur fünf andere Besucher anwesend, aber da wir nicht vorreserviert haben, dürfen wir nicht an der Besichtigung teilnehmen. Etwas irritiert sind wir schon, und verlassen diesen Laden schon nach kurzer Zeit wieder. Auf dem Weg nach Aberlour, unserem heutigem Tagesziel, sehen wir dann noch einen Abzweig zur Destillery Glenfiddich.





Kurz entschlossen biegen wir ab, und stehen bald darauf im Empfangsraum. Wir fragen nach einer Besichtigung, und finden uns kurz danach in einem kleinen Kino wieder, in dem ein Film über die Firmengeschichte seit der Gründung im Jahre 1887 bis heute gezeigt wird. über Kopfhörer kann jeder seine Sprache auswählen, und so problemlos den Erläuterungen folgen. Anschlieβend werden wir über das Gelände und durch verschiedene Gebäude geführt, und erhalten ausführliche Informationen über die Whisky-Herstellung. So fertigt Glenfiddich auch heute noch Eichenfässer für die Lagerung selber und von Hand an – in kleiner Stückzahl natürlich, aber immerhin. Zum Schluss werden wir noch in einen Raum geführt, in dem wir die Möglichkeit haben, drei verschiedene Sorten von Glenfiddich zu probieren: Den 12, den 15 und den 18 jährigen Whisky. Wir nippen jeweils nur ein wenig, sind uns aber alle drei einig: Der 15-jährige Solera schmeckt uns am besten! Beim anschlieβenden Rundgang durch den Shop entdecken wir dann noch ein besonders edles Tröpfchen: Einen „GLENFIDDICH 50 YEARS OLD Single Malt Scotch Whisky“ zum Preis von schlappen 10.000 Pfund. Auf unsere Frage, wer denn so etwas kauft, wird uns erklärt, dass im Schnitt eine Flasche pro Woche davon über den Tisch geht...





Weiter geht unsere Fahrt Richtung Süden bis zum örtchen Aberlour. Hier haben wir ein B&B gebucht, Norlaggan heiβt es, und Ken, der Besitzer, führt uns in ein gemütliches kleines Dachzimmer.





Wir können unsere Motorräder hinter dem Haus auf dem angeschlossenen Hof parken, und machen uns dann auf, nach etwas essbaren zu suchen. Unsere erste Anlaufstelle ist die Whisky Bar „The Mash Tun“, dort allerdings werden wir gleich wieder hinaus gebeten. Kein Tisch sei frei, sagt uns die Bedienung, alles ist reserviert. Nachdem wir etwas weiter gesucht haben, finden wir schlieβlich einen Pub, in dem wir richtig gut essen können, und das auch zu vernünftigen Preisen. Ein paar Meter weiter ist ein Supermarkt, in dem wir anschlieβend noch ein paar Kleinigkeiten einkaufen. Zurück in unserem B&B gehen wir in den Aufenthaltsraum, wo sich auch bald unser Vermieter einfindet. Wir haben von TheMacAllan und Glenfiddich ein paar kleine Probeflaschen mitgebracht, die wir nun probieren wollen. Ken verschwindet kurz nach nebenan, und kommt dann mit einem Wasserglas zurück, gut halbvoll gefüllt mit Whisky. Er erzählt uns einiges über Whisky, den Ort Aberlour und auch von der hiesigen Destillery. Auβerdem hat er bei YouTube einige selbstgedrehte Videos hochgeladen, die er uns nun stolz vorführt (www.youtube.com/user/ norlaggan). Er hat richtig Spaβ, zumal wir uns auch geduldig alles ansehen und anhören. Stolz präsentiert er uns schlieβlich eine Besonderheit: Die Glenfiddich-Destillery hat zum 105. Geburtstag der Enkelin des Unternehmens-Gründers eine Sonderedition aufgelegt: 200 Flaschen Jubiläums-Whisky wurden ausgegeben - und Ken hat zwei davon. Natürlich sind die noch zu. Und natürlich will er auch keine abgeben. Obwohl ein Amerikaner ihm im letzten Jahr bereits 4.000 Dollar für eine Flasche geboten hat. Zwischendurch checkt noch ein Ehepaar aus Frankfurt ein, das sich aber recht schnell zurückzieht. Bei uns wird es fast elf Uhr, bis wir in unsere Betten kommen. Aber nicht zuletzt dank der kleinen Probefläschchen schlafen wir recht schnell ein. Und ich glaube, auch Ken schläft gut, schlieβlich er sein Wasserglas noch zweimal nachgefüllt…

Gefahrene Strecke: Culrain -> Aberlour: 184 KM

Unterkunft: www.norlaggan.co.uk




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