Motorradtour durch Schottland


10. Tag: Freitag, 04.06.10

Mitten in der Nacht ist irgendwann auch José nach Hause gekommen. Er liegt in dem Doppelbett unter mir. Tagsüber schläft er, und nachts ist er auf Tour. Seine Bewerbungsschreiben hat er offen auf der Fensterbank liegen gelassen, und so wissen wir, dass der Spanier schon seit mehreren Wochen hier in Edinburgh auf Jobsuche ist. Seinen Traum vom leben und arbeiten in Schottland hat er sich also noch nicht erfüllen können. Wenigstens ist er leise, und ich drehe mich nur kurz um, und schlafe direkt weiter...


Das Wetter ist wieder Klasse, als wir uns nach einem kleinen Frühstück auf den Weg machen, Edinburgh zu erkunden. Heute wenden wir aus unserem Backpacker nach rechts. Unser erstes Ziel ist die Burg, das Edinburgh Castle.





Wir haben schon so viele Bilder davon gesehen, dass wir sie uns jetzt unbedingt im Original ansehen möchten. Auf dem Vorplatz, der so genannten Esplanade, wird fleiβig gearbeitet: Tribünen werden aufgebaut, und einige Bereiche sind abgesperrt. Es laufen die Vorbereitungen für das „Great Tattoo“, das gröβte Musikfestival Schottlands, das hier Anfang August stattfinden wird. Ich bin überrascht, das so früh bereits mit dem Aufbau begonnen wird, schlieβlich sind es noch zwei Monate bis dahin. Aber die Arbeiten und auch die Proben scheinen eine Menge Zeit zu verschlingen. Von hier oben, bei dem schönen Wetter und der klaren Luft, hat man einen wunderbaren Blick auf die Stadt. Interessant sind auch die Wachposten, die rechts und links vor dem Eingang postiert sind. „Gewehr bei Fuβ“ stehen sie in Uniform in der prallen Sonne, und rühren sich nicht. Für mich wäre das mit Sicherheit kein Job!





Nachdem wir uns das Schloss angesehen haben, gehen wir die „Royal Mile“ wieder zurück, und kommen an einem Haus vorbei, an dem „The Scotch Whisky Experience“ steht.





Hier bekommt man jede Menge Whisky, in allen Flaschengröβen und zu jeden Preis. Natürlich finden wir auch Flaschen aus den Destillerien, die wir besichtigt haben. Wir stöbern eine Zeitlang durch den Laden, kaufen letztendlich aber nichts. Es ist einfach interessant, diese Auswahl mal gesehen zu haben.

Den Rest des Tages lassen wir uns einfach treiben. Zwischendurch kaufen wir etwas Verpflegung für den morgigen Tag ein. Auffällig sind die vielen Musiker. Quasi an jeder Ecke steht irgendjemand, der Musik macht. Mal ist es ein einzelner Dudelsackspieler, mal ist es eine ganze Band, die Kostproben ihres Könnens gibt. Oft bleiben wir stehen, und hören ein wenig zu. Mittags essen wir wieder in dem Lokal, in dem wir bereits gestern so zufrieden waren. Hier können wir drauβen in der Sonne sitzen, es schmeckt uns, und dass es mittags gegen ein Uhr keinen Alkohol gibt, stört uns auch nicht. Anschlieβend gehen wir weiter. Schön anzu-sehen sind auch die vielen, typisch englischen Taxis. Es gibt eigentlich nichts, für das sie keine Reklame machen.





Kurz überlege ich, mal für ein paar Minuten eines zu mieten. Einfach nur, um einmal damit gefahren zu sein. Aber ich verwerfe die Idee wieder.

Stattdessen gehen wir weiter, an „St. Giles Church“ vorbei, der Hauptkirche Edinburghs, die im 15. Jahrhundert entstanden ist, und optisch auch einiges hermacht. Wir gehen durch ein paar Nebenstraβen, folgen dann der „Princes Street“ bzw. dem „Waterloo Place“, um anschlieβend den „Calton Hill“ zu erklimmen. Der Blick von hier oben auf die Stadt und die Burg soll laut vielen Reiseführern der schönste sein, die Edinburgh zu bieten hat. Und tatsächlich: Der teilweise recht steile Aufstieg hat sich gelohnt. Die Aussicht ist wirklich Klasse, und wieder beglückwünschen wir uns zu dem guten Wetter.





Am Abend gehen wir wieder in unserer „Stammkneipe“, dem „Whiski“. Heute Abend spielt dort „One-Dollar-Bill“, und wir sind überrascht, dass Bill nicht alleine ist, sondern Verstärkung mitgebracht hat, nämlich einen Sänger und Gitarristen. Die beiden spielen Coverversionen von aktuellen Liedern, nicht ganz unser Geschmack. Der irish Folk gestern Abend hatte uns besser gefallen. So ist es heute Abend nicht ganz so spät, bis wir in unsere Betten kommen. Aber schön war er trotzdem gewesen, der Tag in Edinburgh.


Gefahrene Strecke: Zu Fuβ durch Edinburgh: 0 KM

Unterkunft: www.royalmilebackpackers.com




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