Schottland "on the road"


-> 2. Tag

Wir haben gut geschlafen, trotzdem stehen wir heute Morgen früh auf. Das Frühstück fällt in der Selbstversorgerküche der Jugendherberge recht karg aus, aber dadurch sind wir früh unterwegs und fahren Richtung Osten. Zunächst noch auf den breiten Straßen, führt uns der Weg über Perth nach Dundee, wo wir die A90 verlassen und von nun an auf kleineren Wegen der Ostküste Richtung Norden folgen. Vorbei an Orten wie Carnoustie, Montrose und Inverbervie halten wir uns immer in Richtung Stonehaven. Ca. drei Kilometer südlich davon befindet sie die Burgruine von Dunnottar Castle. Wie eigentlich um alle schottischen Schlösser ranken sich auch um dieses wilde Sagen und Legenden. Weil es aber in diesem Fall auch um die schottischen Kronjuwelen geht und darüber hinaus die Lage des Schlosses sehr spektakulär ist, kennt Dunnottar Castle in Schottland praktisch jedes Kind.

Was natürlich auch bedeutet, dass es hier recht voll ist.


Dunnottar Castle

Vom Parkplatz aus führt zunächst ein recht bequemer Weg in Richtung Schloss. Zu erkennen ist es bereits vom weiten, seine besondere Lage auf den Klippen bemerkt man allerdings erst, wenn man relativ dicht davor steht.




-> Auf dem Weg nach Dunnottar Castle


Ab hier führt nun ein recht steiler Weg zunächst hinab und später wieder hinauf zu dem schmalen Eingang der Burganlage. Diese besondere, strategisch günstige Lage machte Dunnottar Castle zu einer recht leicht zu verteidigende Anlage. Das war auch der Grund, warum um das Jahr 1650 herum hier die schottischen Kronjuwelen vor den Engländern versteckt wurden. Über die Art und Weise, wie sie hierher gelangten und wie sie anschließend wieder fortgeschafft wurden, ranken sich viele, teils abenteuerliche Geschichten. Fakt ist, dass sie nicht mehr aufzufinden waren, als Sir George Ogilvy of Barras und seine Frau sich nach sechsmonatiger Belagerung ergaben. Die Engländer waren seinerzeit wohl „not amused“.




-> Auf dem Weg nach Dunnottar Castle




-> Auf dem Weg nach Dunnottar Castle


Durch den Besuch von Melrose Abbey gestern haben wir heute allerdings keine große Lust, wieder durch Ruinen zu stöbern, also begnügen wir uns mit der Außenansicht des Schlosses. Ein Wanderweg führt hier an der Küste entlang, dem wir ein kleines Stück folgen und so Dunnottar Castle auch von der Seite zu sehen bekommen.


Im „Epizentrum“ des Whiskys:
Unterwegs in der Speyside-Region


Bald darauf machen wir uns wieder auf den Weg. Wir verlassen die Küste, halten uns stattdessen Nordwestlich und fahren Richtung „Malt Whisky Trail“. Dieser befindet sich links und rechts des Flusses „Spey“, der der „Speyside-Region“ ihren Namen gab und in dessen Nähe eine sehr hohe Dichte an Whisky-Destillieren zu finden ist. Etwas außerhalb von Dufftown, das als „Hauptstadt des Whiskys“ gilt, haben wir in einem B&B ein Zimmer gebucht. Sehr nett finde ich einen Spruch der Einheimischen, mit dem die Stadt zum Teil sogar Werbung in eigener Sache macht: „Rome was built on seven hills, Dufftown stands on seven stills“. Während Rom also auf sieben Hügeln erbaut wurde, gab es in Dufftown früher sieben Destillieren (Mortlach, Glenfiddich, Balvenie, Convalmore, Destillerie Dufftown, Glendullan und Parkmore). Heute sind es zwar nicht mehr so viele, aber ein netter, einprägsamer Slogan ist das auf jeden Fall. Und auch eine der bekanntesten aller schottischen Whiskybrennereien, nämlich Glenfiddich, hat hier ihr Zuhause. Eine Führung durch die Anlage lässt sich problemlos durchführen und ist einschließlich des anschließenden kleinen Probierumtrunks sehr zu empfehlen. Ich hatte das bei meiner letzten Reise nach Schottland bereits gemacht und verzichte daher diesmal darauf (Besuch der Glenfiddich-Destillerie). Stattdessen machen wir einen kurzen Spaziergang durch den kleinen Ort, gönnen uns ein Stück Kuchen und einen Cappuccino und fahren dann zu unserer Unterkunft.




-> In Dufftown


Wir haben Glück und können unser Zimmer schon beziehen. Anschließend machen wir uns auf den Weg in das nicht weit entfernte Aberlour. An eine Besichtigung der dortigen Aberlour-Destillerie haben wir durchaus Interesse, allerdings sind alle Führungen für die nächsten drei Tage bereits ausgebucht. So bleibt mir nur, hier die vorher bereits fest eingeplante Flasche Whisky zu kaufen, was natürlich auch ganz schön ist :o)




-> Freude in Aberlour


Von Aberlour aus fahren wir weiter nach Rothes. Der Name des kleinen Ortes sagt vermutlich nicht vielen etwas, aber die dortige Destillerie von „Glen Grant“ ist bestimmt so manchem ein Begriff. Uns zieht allerdings weniger der Whisky dorthin. Vielmehr ist es der zur Destillerie gehörende Garten, der von Reisenden immer wieder als sehr sehenswert bezeichnet wird. Und genau den möchten wir uns auch ansehen.


Im Garten der Glen Grant Destillerie

Der Weg zur Destillerie ist im Ort sehr gut ausgeschildert. Und so rollen wir bald darauf auf den Parkplatz und gehen zu Fuß die wenigen Meter bis zum Eingang der Brennerei.




-> Der Eingang zur Glen Grant Destillerie


Durch den Verkaufsraum hindurch führt der Weg dann in den Garten. Ich muss sagen, hier gefällt es mir auf Anhieb recht gut. Offene Rasenflächen, von Blumen und Sträuchern eingerahmt, dazu ein Bachlauf, über den mehrere Holzbrücken verlaufen, verschiedene Sitzgelegenheiten, die zum Verweilen einladen – hier kann man es aushalten. Vielleicht ein geschickter Einfall der Destilleriemanager: Während die Herren sich bei einem Tasting in der Destillerie vergnügen, flanieren die Damen durch den Garten. Oder auch umgekehrt ;-) Ein wenig wundern wir uns allerdings, dass hier außer uns niemand ist, um sich diese schöne Anlage anzusehen. Aber umso mehr genießen wir die Ruhe, die wir dadurch haben.




-> In der Glen Grant Destillerie




-> Im Garten der Glen Grant Destillerie




-> Im Garten der Glen Grant Destillerie




-> Im Garten der Glen Grant Destillerie




-> Im Garten der Glen Grant Destillerie


Nach einem ausgedehnten Spaziergang gehen wir zurück zum Parkplatz und fahren wieder zurück nach Dufftown. Dort finden wir ein kleines Restaurant, in dem wir uns unser Abendessen schmecken lassen. Den Tag beschließen wir dann auf der Terrasse unseres B&B, von dem aus wir eine wirklich schöne Aussicht haben.




-> Abendstimmung in meinen B&B in Dufftown







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