Schottland "on the road"


-> 3. Tag

Rose, die Inhaberin unseres B&B, hat ein wirklich gutes Frühstück gemacht. Wir sitzen am Tisch mit einem schwedischen Paar und wir unterhalten uns über das, was wir bisher in Schottland erlebt haben. Und natürlich auch über das, was wir noch geplant haben. Die beiden sind mit einer Woche Zeit im Gepäck mit dem Flugzeug aus Stockholm angereist, haben sich einen Wagen gemietet und sind ein wenig „durch die Gegend“ gefahren. Heute wollen sie den Spuren des Whisky-Trails folgen, bevor sie Morgen nach Edinburgh fahren, von wo aus sie übermorgen wieder nach Hause fliegen. Wir dagegen freuen uns, dass wir noch ein wenig länger hier in Schottland sind und erzählen davon, dass wir heute noch hier bleiben werde, ab Morgen dann zunächst hoch bis ganz in den Norden und anschließend weiter zur Westküste fahren wollen.


„ Die Laterne des Nordens “

Gut gestärkt starten wir also in den Tag. wir fahren Richtung Norden nach Elgin in der Grafschaft Moray. Der Ort, rund 30 Kilometer von Dufftown entfernt, gehört zu den ältesten in Schottland. Bereits im 12 Jahrhundert wurde Elgin erwähnt. Uns interessiert heute aber weniger die Stadt selbst, sondern die dortige Ruine der Kathedrale. 1224 wurde sie erbaut und in ihrer Blütezeit war sie die zweitgrößte Kathedrale von ganz Schottland. Doch es kam zum Streit zwischen dem Bischof von Moray und Alexander Stewart, dem Sohn von König Robert II, der wegen seiner Brutalität auch „Der Wolf von Badenoch“ genannt wurde. Letzterer wurde von Bischof exkommuniziert. Daraufhin wütete der „Wolf“ in der ganzen Grafschaft Moray und brannte in seiner Wut auch die Kathedrale von Elgin nieder.
Die Kirche jedoch ließ das Gebäude wieder errichten. „The lantern of the north“ wurde sie auch gerne genannt, „Die Laterne des Nordens“. Aber mit Beginn der Reformation begann auch der Niedergang des stolzen Baus. Die Kathedrale wurde verlassen und sich selbst überlassen. Anfang des 18. Jahrhunderts schließlich brach der mittlere und höchste Turm zusammen und zerstörte dabei auch große Teile des Kirchenschiffs.




-> Die Kathedrale von Elgin




-> Die Kathedrale von Elgin




-> Die Kathedrale von Elgin


   

-> Die Kathedrale von Elgin


Anfang des 19. Jahrhundert begann man damit, die Reste der Anlage nicht nur zu erhalten, sondern auch zu restaurieren. Eng verbunden ist diese Arbeit mit dem Schumacher von Elgin, John Shanks. Von 1824 bis zu seinem Tod 1841 war er maßgeblich an den Erhalt der Kathedrale beteiligt. Das brachte ihm viel Ansehen in und um Elgin ein.

Rund 1 ½ Stunden wandern wir durch die Ruine, lesen uns verschiedene Infotafeln durch, steigen die Türme hinauf und sehen uns die dort untergebrachten Ausstellungen an. Wir finde es hier sehr interessant, der Besuch hat sich auf jeden Fall gelohnt.




-> Auf einen der Türme der Kathedrale von Elgin


Auf dem Weg zurück zu unserem Auto entdecken wir den „Biblical Garden“, einen Garten, in dem alle Pflanzen zu finden sein sollen, die in der Bibel erwähnt werden. Das können wir hier und jetzt zwar nicht nachprüfen, halten das Ganze aber für eine nette Idee. Und so ein Spaziergang durch viel Grün tut nach den vielen Steinen in der Ruine auch recht gut.




-> Der „Biblical Garden“ in Elgin




-> Der „Biblical Garden“ in Elgin




-> Der „Biblical Garden“ in Elgin


Nur die lebensgroßen Statuen von Personen, die in der Bibel vorkommen, finde ich an dieser Stelle eher etwas kitschig. Aber letztendlich ist das ja alles eine Geschmacksache.


Ausflug ans Meer

Jetzt steht uns der Sinn allerdings nach etwas Abwechslung. Daher fahren wir von Elgin rund zehn Kilometer weiter Richtung Norden nach Lossiemouth, einem Ort direkt am Meer. Unsere Hoffnung, ein wenig im Sonnenschein am Strand entlang zu laufen, zerschlägt sich aber recht schnell. An der Küste ist es diesig, die Sonne kann sich hier einfach nicht durchsetzen. Trotzdem gehen wir eine gute Stunde lang am Strand entlang. Eine Holzbrücke führt über den Fluss „Lossie“ hinüber zum Oststrand, der über kleine Dünen und einen schönen Sandstrand verfügt. Bei Sonnenschein wird es hier vermutlich recht nett sein, aber auch so genießen wir die frische Seeluft, sammeln einige Muscheln und Steine.




-> Am Strand von Lossiemouth




-> Am Strand von Lossiemouth




-> Blick auf Lossiemouth


Über Burghead, Forres und Dallas fahren wir anschließend nach Upper Knockando und in die dortige Cardhu-Destillerie. Dort möchten wir ein wenig im Shop stöbern, doch der ist sehr klein und übersichtlich. Außerdem empfinden wir die dortige Angestellte als sehr nervig. Gleich dreimal fragt sie uns, ob wir nicht an einer Führung teilnehmen möchten, die gleich beginnt. Daher bleiben wir nur recht kurz, kaufen auch nichts und fahren schon bald weiter zu unserer Unterkunft. Dort genießen wir etwas Tee und machen uns gegen 18:00 Uhr wieder auf den Weg nach Aberlour, um dort in einem Pub zu Abend zu essen. Anschließend machen wir noch einen ausgedehnten Spaziergang entlang des Flusses „Spey“. Mittlerweile ist der Himmel blau und es macht Spaß, hier entlang zu spazieren.




-> Spaziergang entlang de Flusses „Spey“




-> Spaziergang entlang des Flusses „Spey“


Es ist kurz nach 21:00 Uhr, als wir uns auf den Weg zurück zum B&B mache, wo wir, draußen auch der Terrasse sitzend, mit der Planung der Route für den nächsten Tag einen wirklich schönen Tag ausklingen lassen.




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