Schottland "on the road"


-> 7. Tag

Als wir heute morgen den Frühstücksraum betreten, fühle ich mich sofort wohl: Zwei der Wände sind komplett bis unter die Decke mit Bücherregalen zugestellt. Eine kleine Bibliothek, die Martin sich hier aufgebaut hat. Ich als Bücherwurm stöbere direkt durch die Titel und wechsle dann einige Worte mit Martin, der nach uns den Raum betreten habe. Als ich ihm erzähle, dass ich im letzten Jahr in Wales das Bücherdorf „Hye-on-Wire“ besucht habe und er meine Begeisterung spürt, taut er ein wenig auf, lässt seine Distanziertheit etwas nach. Lange unterhalten können wir uns aber nicht, denn recht bald kommen die anderen Gäste hinzu und wir setzen uns an den Frühstückstisch.




-> Der Frühstücksraum


Wir frühstücken gemeinsam mit Douglas aus Schottland und mit Steve sowie seiner Frau Alisa aus Oregon/USA. Douglas und Steve sind bereits seit sage und schreibe fünfzig Jahren befreundet. Damals ist Douglas als Betreuer mit einer Jugendfußballmannschaft aus Schottland in die USA gereist. Steve war sein Kontaktmann dort und die beiden haben sich auf Anhieb verstanden und Freundschaft geschlossen. Damals blieben sie noch per Brief in Kontakt, was so eine Sache natürlich nicht einfacher macht. Aber ihre Freundschaft hat gehalten und noch heute besuchen sie sich des Öfteren gegenseitig. Respekt!

Douglas ist in Elgin aufgewachsen und wir erzählen von unserem Besuch der dortigen Kathedrale. So haben wir genug Gesprächsthemen und unterhalten uns auch noch, als das „Scottish Breakfirst“ längst aufgegessen und der Tee bereits alle ist. Sehr nett und sehr angenehm, diese drei.

Während die drei von hier aus auf die Insel Skye weiterfahren und die nächste Nacht dort in Portree verbringen werden, machen wir uns mit dem Auto auf den Weg nach Attadale. Das sind zwar nur knapp 20 Kilometer, aber die haben es Dank der Single-Track-Road in sich. Rechts und links der sehr kurvigen Straße stehen Bäume und Gebüsche, es ist nicht zu erkennen, ob uns jemand auf diesem engen Weg entgegen kommt. Aber unsere Sorge ist unbegründet. Die anderen Autofahren sind hier ebenso vorsichtig unterwegs wie wir. Mal sind wir es, die ein wenig zurück bis zu einem der vielen Ausweichpunkte setzen, mal ist es unser Gegenüber. Eigentlich recht entspannt, das Ganze.


Der „Attadale Garden“

Unser Ziel ist aber nicht der Ort Attadale selbst, sondern der südlich davon gelegene „Attadale Garden“. Das ist ein rund 20 Hektar großes Grundstück mit vielen Bäumen und Sträucher, Teichen und Wasserläufen, Grünflächen und Pflanzen, versteckten Skulpturen und einer großen Sonnenuhr. Am Eingang werden wir von einem ganz reizenden, älteren Paar empfangen, mit denen wir eine ganze Zeitlang plaudern. Sie erzählen uns, dass bereits Ende des 19. Jahrhunderts mit der Anlage dieses Gartens begonnen wurde. 1980 fegten dann heftige Stürme über das Land und verwüsteten die Anlage schwer. Der Eigentümer nutze diesen Umstand und legte den Garten komplett neu an, wodurch er sein heutiges Aussehen erhielt. Nach diesem „Plauderstündchen“, das wohl nur dadurch beendet wird, dass neue Gäste kommen, gehen wir durch die Anlage. Viel gibt es zu entdecken, quasi an jeder Ecke findet sich etwas Neues. Es gibt einige Themenbereiche, wie den Rhododendron-Park, den versunkenen Garten oder den Küchengarten. Und schöne Aussichtspunkte finden sich auch immer wieder.




-> Im „Attadale Garden“




-> Im „Attadale Garden“




-> Im „Attadale Garden“




-> Im „Attadale Garden“




-> Im „Attadale Garden“


Das mitten im Park stehende „Attadale House“ ist für Besucher allerdings nicht geöffnet, so dass nur ein Blick von außen auf das schöne Gebäude möglich ist.


Nachdem wir rund zwei Stunden durch den Garten gelaufen sind, machen wir uns auf den Weg zurück nach Plockton. Das Wetter ist wieder sehr schön heute, daher wollen wir eine kleine Bootstour machen.


„Calum’s Seal Trip“: Ein Ausflug mit dem Boot

Um 14:00 Uhr startet von den Pontons in Plockton „Calum’s Seal Trip“. Ungefähr 60 Minuten dauert die Fahrt, auf der Seehunde und auch Otter zu sehen sein sollen. Viel mehr freuen wir uns allerdings auf die frische Seeluft und den Blick vom Wasser aus auf Plockton. Und so sind wir pünktlich vor Ort, kaufen uns Fahrkarten und schon geht es los.




-> Plakat und Schiff für „Calum’s Seal Trip“


Nicht nur Seehundsbänke bekommen wir zu sehen. Wir passieren mehrere kleine Inseln sowie einen alten Leuchtturm und haben auch einen sehr guten Blick auf das Duncraig Castle, das momentan zu einen exklusiven Hotel umgebaut wird. Wer möchte, kann hier an Bord auch einen kleinen Imbiss oder etwas zu trinken bekommen. So vergeht die Zeit recht schnell, zumal Bootsführer Calum jede Menge Anekdoten zu erzählen weiß.




-> Blick auf Plockton vom Bootsanleger aus




-> Auf See mit „Calum’s Seal Trip“




-> Auf See mit „Calum’s Seal Trip“




-> Auf See mit „Calum’s Seal Trip“




-> Auf See mit „Calum’s Seal Trip“




-> Auf See mit „Calum’s Seal Trip“




-> Auf See mit „Calum’s Seal Trip“


Es ist eine kurzweilige und interessante Tour, die wir auch wieder machen würden. Jetzt aber ist es Zeit für eine kleine Pause, die wir im Ort bei einem Cappuccino und einem Stück Kuchen machen.


Am „Carn na Frith-aird Viewpoint“

Nach dieser Stärkung sehen wir uns den Ort selbst noch ein wenig an. Mehr als die „Hauptstraße“, die direkt am Meer liegt, haben wir hier nämlich noch nicht gesehen. Daher folgen wir der Straße, die bald darauf einen scharfen Linksknick macht und ein wenig bergan führt. Auch hier befinden sich einige Häuser, es ist aber wesentlich ruhiger als vorne direkt am Wasser. Rechterhand entdecken wir einen Abzweig, der als „Viewpoint“ ausgeschildert ist und folgen dem Weg, der mal mehr, mal weniger steil bergauf führt. Teilweise besteht der Weg nur aus großen Steinen, über die wir klettern müssen, aber oben angelangt, werden wir mit einer großartigen Aussicht belohnt. Dieser „Viewpoint“ hat seinen Namen wirklich verdient.




-> Wegweiser und Abzweig zum Aussichtspunkt


   

-> Teilweise geht es recht steil hinauf




-> Aussicht auf das Meer




-> Aussicht auf das Meer




-> Aber auch die Aussicht auf das Hinterland ist nicht übel


Nachdem wir die Aussicht gebührend genossen haben, machen wir uns auf den Rückweg. Uns ist am Ortseingang von Plockton eine kleine Kirche aufgefallen, die wir noch besuchen möchten. Die „Plockton Free Church“ ist von außen klein und von innen schlicht. Ich setze mich in einer der Bänke und freue mich über die Ruhe, die hier herrscht.




-> Die „Plockton Free Church“




-> Die „Plockton Free Church“ ist innen recht schlicht gehalten




-> Die „Plockton Free Church“ ist innen recht schlicht gehalten


Heute Abend gehen wir nicht in ein Restaurant essen, sondern kaufen uns an der kleinen Bude am Hafen Fish & Chips. Wir setzen uns auf der Mauer am Ponton, also dort, von wo heute auch Calum‘s Seetour startete und essen unsere Mahlzeit. Uns schmeckt’s und diesmal müssen wir unser Essen auch nicht gegen hungrige Möwen verteidigen. Das Ganze spülen wir anschließend mit einem Bierchen im Biergarten des „Plockton Inn“ herunter. Direkt am Wasser, bei angenehmen Temperaturen und in den letzten Sonnenstrahlen des Tages.

Einfach Klasse!




-> Ruhe und herrliche Aussicht am Abend in Plockton







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