Dänemark/Südschweden


2. Tag: Samstag, 01.06.13

Das Wetter sieht heute Morgen gar nicht so gut aus, es ist diesig und kalt. Trotzdem haben wir einen guten Start in den Tag, und „Schuld“ daran ist das Frühstück. Unser Campingplatz wird nämlich von einem Drei-Sterne-Hotel verwaltet, und dort haben wir für relativ wenig Geld das Frühstückbuffet gebucht. Und da ich zugegebenermaßen ein „Frühstücker“ bin, will ich da eigentlich gar nicht mehr weg. Wirklich richtig gut ist es.

Aber es nützt nichts, irgendwann müssen und wollen wir ja schließlich auch los. Wir verlassen Rømø über den Damm, über den wir gestern auch hergekommen sind, und fahren Richtung Norden. Die „181“ wird für heute unsere ständige Begleiterin. Leider ist das, was auf der Karte zumindest Aussichtsmäßig einen interessanten Eindruck macht, in Wirklichkeit langweilig und trist.





Natürlich spielt dabei auch das trübe und recht kalte Wetter eine Rolle. Irgendwann mache ich sogar die Heizgriffe an. Ich überlege, wann die das letzte Mal in Aktion waren. Das muss 2009 auf der Tour zum Nordkap gewesen sein. Ob sie überhaupt noch funktionieren? Aber es dauert nicht lange, dann spüre ich die angenehme Wärme durch meine Handschuhe.

Obwohl wir überwiegend der vielgelobten Margeritenroute folgen, ist alles mittelmäßig: Das Wetter, die Straße, die Aussicht. Laut Karte bin ich davon ausgegangen, dass wir auf einer Art natürlichen Damm fahren, und rechts und links von uns Wasser ist. In Wirklichkeit ist aber von Wasser kaum etwas zu sehen. Dünen versperren die Aussicht, gelegentlich kann man einige Häuser erkennen.







Gegen Mittag machen wir dann eine kurze Pause in einem Ort namens „Thorsminde“. Wir möchten das Meer sehen, und folgen der asphaltierten Straße eine Düne hinauf. Oben hört der Asphalt auf, und die Sandpiste beginnt. Und prompt schaffe ich es fast, mich fest zu fahren. Zwar komme ich da noch irgendwie wieder heraus, allerdings auf Kosten einer heiß gelaufenen Kupplung. Da hilft dann nur noch der Not-Ausschalter. Mit ausgeschaltetem Motor lasse ich die Tenere die Düne wieder herunter rollen, um ihr unten eine Pause zum Abkühlen zu gönnen.





Dabei entdecken wir einige Infotafeln. Sie erzählen davon, dass diese Gegend die „Schiffsbruchküste“ genannt wird. Zwischen 1811 und 1950 hat eine besonders tückische Strömung dafür gesorgt, dass hier gleich fünf Schiffe gestrandet sind. Das „Strandingsmuseum“ im Ort erzählt die Geschichte von Strandungen und Schiffbrüchigen, und zeigt viele Fundstücke der „St. George“, die hier Heiligabend des Jahres 1811 gestrandet ist.





Das Museum sehen wir uns allerdings nicht an, sondern fahren bald darauf weiter auf der „181“ Richtung Norden. Wir kämpfen wieder mit Fahrradfahrern, Wind, Kälte und der Langeweile. Der Wind kommt hier meist aus Westen, was man der Landschaft auch immer wieder ansieht.





In der Nähe von Thyborøn steht dann plötzlich eine riesige Chemiefabrik am Wasser. Also, diesen Anblick hätte ich hier jetzt am wenigsten erwartet. Kurz dahinter nehmen wie die Fähre, die uns hinüber nach Østervænge bringt.





Die Überfahrt ist nur kurz, aber sehr wackelig. Da wir die Motorräder nicht verzurren können, bleiben wir einfach darauf sitzen, und kämpfen darum, das Gleichgewicht zu halten. Drüben angekommen, fahren wir weiter Richtung Norden bis nach Hanstholm, wo wir uns auf einem Campingplatz wieder eine Hütte nehmen. Kleine Notiz am Rande: Auf diesem Platz müssen wir eine Campingkarte kaufen, so eine, die für ganz Skandinavien gültig ist. 15,- € kostet die, und zum Glück benötigt sie nur einer von uns.





Zum Glück hat sich mittlerweile das Wetter gebessert. Die Sonne hat sich durchgesetzt, und scheint nun vom blauen Himmel. Daher machen wir nach dem Abendessen einen ausgedehnten Spaziergang über den Platz, der uns schließlich zum Strand führt. Die Nordsee ist rau und aufgewühlt, und der Wind pfeift uns ziemlich um Ohren und Nase, aber es macht Spaß, hier zu sein.











Zurück an der Hütte werfen wir noch einen Blick auf die Karte. Morgen geht es weiter nach Norden, und wir werden wohl Grenen, den nördlichsten Punkt Dänemarks erreichen. Darauf trinken wir noch ein Tuborg, bevor es dann still wird in unserer Hütte …



Gefahrene Strecke: Insel Rømø -> Hanstholm: 317 KM


Weblinks zum Tag:

Margeritenroute
Strandingsmuseum Thorsminde
Campingplatz






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