Dänemark/Südschweden


5. Tag: Dienstag, 04.06.13

Am Morgen geht unser erster Blick eigentlich immer nach draußen, um zu sehen, wie das Wetter ist. Heute Morgen allerdings können wir uns das sparen: Die Sonne scheint bereits mit Macht auf die dünnen Vorhänge des Fensters, und wärmt das Innere unserer Hütte auf. Da fällt das Aufstehen dann doch recht leicht. Bisher sind wir wettertechnisch wirklich verwöhnt worden, und wir beglückwünschen uns zu der Entscheidung, hier hinauf nach Skandinavien gefahren zu sein.

Nach dem Frühstück starten wir satt und gut gelaunt Richtung Jönköping. Dieser Ort liegt am südlichen Ende des „Vättern“, des zweitgrößten Sees in Schweden. Die Stadt selber interessiert uns allerdings nicht so sehr, sondern vielmehr das nicht weit östlich davon liegende Husqvarna mit seinem „Fabriksmuseum“. Dieses haben wird bereits 2009 auf unserer Tour besichtigt (siehe Bericht 2009). Seinerzeit hatte ich versäumt, mir ein Andenken von dort mitzunehmen. Nun bietet sich die Chance, das nachzuholen :-)

Wir folgen überwiegend der Straße „40“, und ich bin sehr schnell wieder in meinem Fahrrhythmus. Kaum Verkehr, sanfte Kuppeln und Kurven, links ein See, rechts eine Kirche – ich nehme das alles gar nicht so richtig war, döse fast vor mich hin. So blöd es klingt, aber es macht sich eine gewisse Lethargie bei mir bemerkbar. Und so bin ich froh, als wir das „Fabriksmuseum“ erreichen. Direkt im Eingangsbereich sind Andenken zu verkaufen, und nach einiger Überlegung entscheide ich mich für eine Baseballkappe mit dem Husqvarna-Logo obendrauf. Nun habe ich also mit etwas Verspätung doch noch mein Andenken bekommen.





Und da ich schon mal hier bin, nehme ich auch gleich den aktuellen Flyer mit. Den gibt es in schwedischer und englischer Sprache, und kann hier angesehen und heruntergeladen werden: Flyer Husqvarna 2013

Von Jönköping aus folgen wir zunächst der Straße „132“, dann der „32“, die relativ schmal und eng ist, und auf der außer uns kaum andere Fahrzeuge unterwegs sind. Hier ist das fahren abwechslungsreicher, einige schöne Kurven sind dabei, und da ich heute hinten fahre, genieße ich die Fahrt in vollen Zügen. Bald erreichen wir Eksjö. In einem Reiseführer haben wir gelesen, dass dieser Ort eine schöne Altstadt haben soll. Und genau die wollen wir uns auch näher ansehen. So biegen wir von der Umgehungsstraße ab, und folgen den Schildern in das Zentrum der Stadt. Direkt am Marktplatz parken wir unsere Motorräder gegenüber der großen weißen Kirche, und starten unsere Besichtigungstour. Weit kommen wir zunächst allerdings nicht: Am Rande das Platzes lockt „Lennarts Konditori“, der wir natürlich gleich einen Besuch abstatten. Hier bekommt man allerdings nichts, wenn man nicht gleich am Eingang einen Zettel mit einer Nummer gezogen hat. Dann heißt es warten, bis die gezogene Zahl aufgerufen wird, und dann nimmt sich die Verkäuferin alle Zeit der Welt für die Wünsche ihrer Kunden.





Wir genießen Kuchen und Cappuccino auf der kleinen Terrasse, die in der Sonne liegt, und die uns herrlich relaxen lässt. Wir hören viele Menschen englisch sprechen, was mich allerdings nicht besonders verwundert: Am Rand der Stadt habe ich eine britische Kaserne gesehen. Viele der dort stationierten Soldaten sind anscheinend mit ihren Familien hier, und nutzen wie wir das schöne Wetter zu einem Stadtbummel.

Nachdem wir uns gestärkt haben, machen wir uns auf, und schlendern wir durch die kleinen Gassen der Altstadt. Hier steht ein altes Holzhaus neben dem anderen, und immer wieder wird auch der Blick auf großzügige Innenhöfe frei, die teilweise für jedermann zugänglich sind. Die meisten der Häuser sind in dem für Schweden typischen rot gestrichen, und an vielen sehen wir Schilder, auf denen etwas über das jeweilige Haus geschrieben steht. Ausführlich auf Schwedisch, und in einer Kurzfassung auch auf Englisch. Obwohl es sehr warm ist, und wir in den dicken Mopedsachen durch die Gegend laufen, haben wir keine Eile, sondern flanieren entspannt über das Kopfsteinpflaster. Es macht einfach Spaß, hier zu sein.











Irgendwann aber machen wir uns dann doch auf den Weg weiter Richtung Ostküste. Wir folgen den schmalen und kurvigen Straßen, die uns zunächst bis nach Sävsjö führen. Dort liegt am Ortsrand eine Schlossruine auf einer kleinen Insel im See. Diese Insel ist über eine Brücke mit dem Festland verbunden. Ein Schild am Parkplatz gibt darüber Auskunft, dass bereits 1505 ein Gebäude dort stand, wo sich die heutige Ruine befindet. In den folgenden Jahrhunderten hatte das Schloss verschiedene Besitzer, bis es schließlich 1805 ganz verlassen und aufgegeben wurde. So verfiel es nach und nach, bevor es 1934 teilweise renoviert wurde. In den 1960er und 1980er Jahren erfolgten weitere Restaurationen, so dass sich heute das ursprüngliche Aussehen einigermaßen erahnen lässt. Wir schlendern durch die Ruine, und fotografieren sie aus vielen Winkel und Richtungen.







Zurück am Parkplatz wird dann noch das unterschiedliche Temperaturempfinden meiner beiden Mitfahrer deutlich: Warm im T-Shirt, oder kühl in Mopedsachen? Die beiden zumindest haben sich jeweils entschieden :-)





Wir setzen unsere Fahrt fort, und wechseln nun auf die "127". Die Straße ist klein und kurvig, sie macht schlicht und einfach Spaß. Alte Meilensteine, die gelegentlich am Straßenrand stehen, zeugen von ihrer Vergangenheit als wichtiger Handelsweg. Der schnelle Wechsel zwischen offenen Feldern und schattigem Wald macht Laune. Wir genießen den Weg in vollen Zügen, und machen zwischendurch immer wieder einige Fahrfotos.















Das schöne Wetter kann einen hier schon dazu verleiten, sich in einer der vielen Seen abzukühlen, die immer wieder am Wegesrand auftauchen. Aber die Wassertemperatur haben wir dann doch nicht geprüft. Stattdessen überlegen wir, ob wir die Strecke nicht noch einmal zurückfahren sollen, so gut hat sie uns gefallen :-)





Zurück fahren wir natürlich nicht, sondern beginnen am frühen Nachmittag nach einem Campingplatz Ausschau zu halten. Allerdings ist diese Gegend anscheinend touristisch nicht besonders gefragt: Kein Platz weit und breit. Und die Jugendherberge, auf die wir in Asa stoßen, hat leider geschlossen. So finden wir eher zufällig bei der Suche nach einer Tankstelle in einem kleinen Ort namens Braås einen Campingplatz, auf dem auch Hütten vermietet werden. Den Besitzer müssen wir zunächst per Telefon über unseren Übernachtungswunsch informieren. Es dauert dann aber nicht lange, bis er mit dem Auto vorfährt und uns die Schlüssel gibt. Die Hütte ist zwar klein, aber sauber und gemütlich, und mit allem ausgestattet, was wir brauchen.





Jetzt kümmern wir uns um die abendliche Routine, bestehend aus abladen, auspacken, und uns in der Hütte einrichten. Dann folgt das Abendessen. Und anschließend machen wir noch einen ausgedehnten Spaziergang. Zunächst in den Ort hinein (dort sehen wir auch eine Art Pension, in der wir ebenfalls hätten übernachten können). Wir entdecken die Kirche, deren Glockenturm (durchaus typisch für diese Gegend) nicht direkt an der Kirche angebaut ist, sondern für sich alleine steht.





Wir finden auch eine Art Freilichtmuseum, in dem unter anderem Walknochen ausgestellt sind. Ein Sohn des Ortes war ein bekannter Kapitän auf einem Walfänger, und ihm zu Ehren stehen hier mehrere Exponate aus der Walfangzeit.





Und während langsam die Sonne untergeht, laufen wir am Ufer des Sees entlang, an dem auch unsere Hütte steht. Schön ist es hier, auch wenn eine kleine Fabrikhalle direkt neben unserem Platz steht. Sie ist optisch so gut in die Umgebung integriert, das sie kam auffällt.







Zurück in unsere Hütte werfen wir noch einen Blick auf die Karte. Morgen sollten wir eigentlich ohne Probleme die Insel Öland erreichen.

Und dann? Nun, schaun mer mal… ;-)



Gefahrene Strecke: Ulricehamn -> Braås: 329 KM


Weblinks zum Tag:

Jönköping (schwedisch)
Fabriksmuseum Husqvarna
Eksjö (schwedisch / englisch)
Lennarts Konditori (schwedisch)
Schlossruine Sävsjö
Jugendherberge Asa (schwedisch / englisch)
Braås (schwedisch / englisch)
Campingplatz Braås






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