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Schloss Neuschwanstein

Der Ort Hohenschwangau liegt im Allgäu, unweit von Füssen, eingebettet zwischen dem Alpsee und dem Schwansee. Inmitten eines von Wäldern und sanften Hügeln geprägten Panoramahochlands fungiert Hohenschwangau heute oft als Ausgangspunkt für Touristen, die das Schloss Neuschwanstein besuchen wollen.

Blick von Hohenschwangau hinauf zum Schloss Neuschwanstein
Blick von Hohenschwangau hinauf zum Schloss Neuschwanstein

Der Weg zum Schloss Neuschwanstein

Schon beim Bau der Anlage wurde eine Zufahrtsstraße vorbereitet, um Material und später Besucher zu transportieren. Wer in Hohenschwangau ist und das märchenhafte Neuschwanstein sehen möchte, hat mehrere Optionen:
  • Zu Fuß (Wanderung): Es führen Wege hinauf zum Schloss, oft durch Wald und Berggelände. Der Aufstieg dauert je nach Route und Tempo etwa 30–40 Minuten.
     
  • Pferdekutsche: Pferdekutschen pendeln regelmäßig den Hang hinauf. Das ist eine bequeme und zugleich atmosphärische Alternative zum Fußweg.
     
  • Shuttlebus / Nahverkehr: In vielen Fällen gibt es Busverbindungen, die Besucher vom Ortsteil bis in die Nähe des Schlosses transportieren (oft bis zu einem Punkt, von dem man noch laufen oder per Kutsche weiter muss).
Die letzte Wegstrecke ist Teil des Erlebnisses: Sie gewährt spektakuläre Ausblicke auf das Schloss und ins Umland.

Blick auf den Schwansee
Blick auf den Schwansee

Aussicht auf Schloss Neuschwanstein
Aussicht auf Schloss Neuschwanstein

Der Erbauer: König Ludwig II. von Bayern

Ludwig II. (1845–1886) bestieg den Thron 1864 im Alter von 18 Jahren. Schon früh zeigte sich seine Leidenschaft für Kunst, Musik, Theater und Fantasie. Er war Mäzen von Richard Wagner und förderte dessen Werke.

Ludwig fühlte sich als idealer Monarch und träumte davon, ein König zu sein, der in einer zauberhaften, fast märchenhaften Welt lebte, abseits des politischen Drucks. In der Realität jedoch war Bayern nach 1866 außenpolitisch dominiert von Preußen, und Ludwigs Einfluss war begrenzt.

Durch seine exzentrischen Bauvorhaben geriet Ludwig zunehmend in finanzielle Schwierigkeiten. Seine Bautätigkeiten, zu denen Neuschwanstein gehört, wurden über private Mittel und Kredite finanziert, nicht über die Staatskasse. In späteren Jahren wurde er als regierungsunfähig erklärt und 1886 entmündigt. Kurz darauf starb er unter mysteriösen Umständen im Starnberger See.

Obwohl Ludwig nie beabsichtigte, sein Schloss öffentlich zugänglich zu machen, wurde Neuschwanstein wenige Wochen nach seinem Tod für Besucher geöffnet und entwickelte sich rasch zum Publikumsmagnet.

Rückseite des Schlosses
Rückseite des Schlosses

Bau und Entstehung von Schloss Neuschwanstein

=> Idee und Motivation

Schon als Kronprinz hatte Ludwig II. eine starke Vorliebe für romantische Mythologie, mittelalterliche Vorstellungen und das Werk Richard Wagners. Er sah in einer idealisierten Ritterburg eine Form, Kunst, Musik und Historizismus zu verbinden.

In einem Brief an Wagner formulierte Ludwig 1868 seine Vision einer "neuen Burg Hohenschwangau". Der junge König wollte weniger ein rein repräsentatives Schloss, sondern eine „Wohnburg“ im Stil des Mittelalters, ausgestattet mit modernster Technik seiner Zeit.

Eingang zum Schloss
Eingang zum Schloss

=> Baubeginn und Bauphase

Im Sommer 1868 begannen die Vorarbeiten: Auf dem Felsen wurden bis zu 8 Meter Gestein abgetragen, um das Fundament vorzubereiten. Im Juni 1869 war bereits die neue Zufahrtsstraße fertiggestellt. Am 5. September 1869 wurde der Grundstein gelegt; Zeremonien wie das Einlegen von Bauplänen, Porträts und Münzen begleiteten diesen Akt.

Für die Entwürfe war Eduard von Riedel als königlicher Hofbauintendant maßgeblich verantwortlich. Christian Jank, ein Theatermaler und Bühnenbildner, wirkte bei dekorativen und malerischen Elementen mit. Dabei mussten die Entwürfe stets mit den exzentrischen Vorstellungen Ludwigs abgestimmt werden.

Schon bald zeigte sich: das Projekt war ambitioniert und teuer. Es wurden moderne Hilfsmittel verwendet, sowohl bei Konstruktion als auch Innenausstattung.

Im Schlosshof
Im Schlosshof

Im Schlosshof
Im Schlosshof

=> Nutzung und Unvollendetes

Bis 1884 war der Kernbau – der Palast – so weit fortgeschritten, dass Ludwig ihn zum Teil bewohnen konnte. Doch der Bau war noch bei seinem Tod 1886 keineswegs abgeschlossen: Viele Innenräume, dekorative Details und Nebengebäude waren unvollendet.

Trotzdem lebte Ludwig insgesamt nur 172 Nächte im Schloss. Nach seinem Tod wurde das Schloss bereits einige Wochen später für Besucher geöffnet, mit dem Ziel, die Schulden durch Einnahmen abzufangen.

Neuschwanstein war nicht für einen großen Hofstaat gedacht. Viele Räume dienten dekorativen Zwecken oder waren Theatralik, inspiriert etwa durch Szenen aus Wagner-Opern wie Lohengrin.

Blick auf den Alpsee
Blick auf den Alpsee

Fazit

Wer den Besuch von Neuschwanstein plant, startet idealerweise in Hohenschwangau, einem historisch reizvoller Ort mit dem Schloss Hohenschwangau als eigenem Ziel. Hier gibt es auch jede Menge (kostenpflichtige) Parkplätze.

Der Aufstieg zum Schloss bietet bereits erste Stimmungen und Blicke. Beim Eintreten in Neuschwanstein erlebt man eine Mischung aus romantischer Fantasie, königlichem Ehrgeiz und theatralischer Architektur. Das Schloss ist ein Denkmal des persönlichen Traums Ludwig II., eines Königs, der Bau und Kunst als Bühne seines Königsideals nutzte und dessen Vision heute Millionen Menschen aus aller Welt fasziniert.

Anmerkung:
Leider ist das fotografieren im inneren des Schlosses verboten. Und dieses Verbot wird penibel überwacht. Daher findest Du hier keine Fotos von den einzelnen Räumen und deren Ausstattung.
Einige Bilder kannst Du Dir aber auf Wikipedia ungefähr in der Mitte des Artikels ansehen.



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