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Bremen: Ein Wochenende in der Hansestadt

 Samstag 

Es geht gleich "gut" los in Bremen: Die Deutsche Bahn erreicht den Hauptbahnhof mit Verspätung. Daher müssen wir uns beeilen: Zunächst zum Hotel, um dort unsere Koffer und Taschen abzugeben, dann in die zum Glück nicht allzu weit entfernte Kaffeerösterei Münchhausen. Eigentlich war ja entspanntes einchecken angesagt, aber die DB hat wohl etwas dagegen...

In der Kaffeerösterei Münchhausen


-> Die Kaffeerösterei Münchhausen


-> Die Kaffeerösterei Münchhausen

So sind wir ein wenig aus der Puste, als wir vor der kleinen Privatrösterei stehen. Diese befindet sich in einer Nebenstraße unweit des Zentrums und als wir durch die Eingangstür in das Gebäude hinein gehen, fühlen wir uns unversehens einige Jahrzehnte zurück versetzt. Raumhohe Holzregale und Vitrinenschränke drücken sich hinter dem Verkaufstresen an der Wand entlang, und allen Möbeln sieht man an, dass sie schon einige Jahre "auf dem Buckel" haben.

Herzlich begrüßt werden wir in diesem Ambiente von Natalie Prüße, der Enkelin des Unternehmensgründers August Münchhausen. Und sie kommt auch gleich zur Sache, erzählt von ihrem Großvater und den Anfänger der Rösterei. Sehr kurzweilig spannt sie dann den Bogen über die nun fast schon 80 Jahre andauernde Kaffeeleidenschaft der Familie Münchhausen, die 1935 auf dem Teerhof in Bremen begann und bis heute anhält: Von dem bereits erwähnten August Münchhausen über dessen Tochter, Frau Dr. Münchhausen-Prüße bis hin zur Enkelin Natalie Prüße, die vor nicht allzu langer Zeit auch in das Familienunternehmen eingestiegen ist.


-> Im Verkaufsraum der Kaffeerösterei Münchhausen

Nach diesem verbalen Ausflug in die Firmengeschichte folgen wir einem Mitarbeiter in einen Vorführraum. Hier bekommen wir einen Vortrag über die verschiedenen Kaffesorten, die es auf der Welt gibt. Insbesondere aus Afrika und Südamerika bezieht die Firma Münchhausen ihren Rohkaffee und verarbeitet ihn hier vor Ort weiter. Wir bekommen je einen Kaffee aus äthiopien und einen aus Costa Rica zum probieren eingeschenkt, und dann natürlich auch noch ein Tässchen von der Festtagsmischung, dem "Aushängeschild und Verkaufsschlager" der Firma.

Im Anschluss daran werden wir, nun wieder von Natalie Prüße, durch die Produktionsräume geführt, die zum Teil auch als Museum dienen: In der Röstanlage aus dem Jahr 1958 wird auch heute noch der Rohkaffee geröstet, und zwar je nach Sorte zwischen 12 und 20 Minuten bei einer Temperatur von um die 200 Grad Celsius. Alle drei bis vier Minuten unterbricht Frau Prüße den Röstvorgang und zeigt uns, wie die Bohnen sich allmählich vom Rohkaffee in die uns bekannte und genießbare Kaffeebohne verwandelt. Wirklich sehr interessant und sehenswert.


-> Führung durch das kleine Kaffeemuseum


-> Führung durch das kleine Kaffeemuseum


-> Kaffeepflanze und -bohne in verschiedenen Wachstums- bzw. Röstphasen

Zum Abschluss unseres Besuches darf dann natürlich auch der Kauf des Kaffees nicht fehlen. Und fast alle greifen zu. Nur ich als Teetrinker halte mich zurück. Interessant war der Besuch hier für mich auf jeden Fall, aber zum Kaffee wechsle ich deswegen trotzdem nicht :o)

Unweigerlich kommt ganz zum Schluss natürlich noch die Frage auf, ob Großvater August Münchhausen etwas mit dem berühmten Lügenbaron zu tun hat. Aber die Antwort auf diese Frage könnt ihr ja auch selbst herausfinden (Kaffeerösterei Münchhausen)

Wir verlassen die Kaffeerösterei und machen uns auf den Weg in Richtung Marktplatz. Dort wollen wir uns um 13:45 Uhr mit Frau Hannelore Hohmann, einer Stadtführerin, treffen, die mit uns einen Rundgang durch die historische Altstadt machen wird. Wir haben bei den Münchhausen's überzogen, daher reicht unsere Zeit so gerade noch für ein Erfrischungsgetränk in einem der zahlreichen Lokale, die es rund um den Bremer Marktplatz gibt. Wir haben Glück mit dem Wetter, es ist recht warm und die Sonne scheint vom blauen Himmel. Da ist eine Erfrischung immer sehr willkommen.


-> Bremens Zentrum: Der Marktplatz

Frau Hohmann startet direkt hier am Marktplatz mit ihrer Führung. Er bildet sozusagen das Herzstück der Stadt und hier finden wir Rathaus, Dom und Roland sowie verschiedene Kaufmannshäuser aus der Zeit der Weser-Renaissance. Und natürlich die weltbekannten Bremer Stadtmusikanten. Und auch das "Haus der Bürgerschaft", also das Bremens Landesparlament befindet sich hier. Immerhin ist Bremens Bürgermeister gleichzeitig auch Ministerpräsident des Bundeslandes Bremen. Unsere Frage, ob der auch für beide Posten Gehalt bezieht, konnte unsere Stadtführerin aber leider nicht beantworten...

In der Böttcherstraße

Danach verlassen wir den Markplatz mit all seinen Sehenswürdigkeiten. Auf die kommen wir später noch zu sprechen. Jetzt gehen wir erst einmal Richtung Südwesten bis zur Böttcherstraße. Die gilt als die heimliche Hauptstraße Bremens und ist auch über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Noch berühmter ist allerdings ihr Erbauer, Ludwig Roselius. Wie, den kennt Ihr nicht? Das ist doch der Erfinder des koffeinfreien Kaffee HAG! Na gut, ich gebe zu, der Name Roselius sagte mir bis heute ehrlich gesagt auch nichts :o) Aber es ist schon beeindruckend, was er hier zwischen 1922 und 1931 erschaffen hat. Viele kleine Fachgeschäfte, Esslokale und Museen finden wir, alle Architektonisch hübsch anzusehen. 108 Metern ist die Böttcherstraße lang und jeder davon ist sehenswert.


-> In der Böttcherstraße

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-> In der Böttcherstraße

Bremens Vorzeigeviertel: Das Schnoor

Wir verlassen diese schöne Straße, gehen weiter in Südwestlicher Richtung, schlendern ein wenig an der Weser entlang und biegen schließlich links ab Richtung "Schnoor". Das ist eines der ältesten Stadtviertel hier in Bremen, das aber mit viel Aufwand restauriert wurde, ohne dabei die ursprüngliche Bausubstanz zu zerstören.

Früher wurde das Viertel in erster Linie von Fischern und Seeleuten bewohnt, da unmittelbar nebenan die Balge verlief, ein Nebenarm der Weser. Heute findet man hier exquisite Läden, viele Kunsthandwerksbetriebe, Antiquitätengeschäfte und urige Kneipen, Cafes und Restaurants.

Unsere Reiseleiterin erklärt uns, dass der Begriff "Schnoor" ursprünglich von 'Schnur' abstammt und auf die kleinen, wie an einer Schnur angereihten Häuser anspielt. Und genau so sieht es hier auch aus. Manche der Gassen zwischen diesen Häusern sind so schmal, dass gerade mal genau ein Mensch hindurch passt. Bei "Gegenverkehr" staut sich alles und Geduld ist gefragt. Die vielen kleinen Geschäfte laden zum stöbern ein und wir beschließen, das wir hierher unbedingt noch einmal zurück kommen möchten.


-> Typische Häuserfront im Schnoorviertel


-> Durch enge Gassen...

Heini Holtenbeen, das Bremer Original

Wir verlassen den Schnoor, allerdings nicht ohne vorher noch einen kurzen Halt an der Bronzeskulptur von Heini Holtenbeen gemacht zu haben. Dieses Bremer Original, der eigentlich Jürgen Heinrich Keberle hieß, lebte von 1835 bis 1909 hier in Bremen und es ranken sich jede Menge mehr oder wenige lustige Geschichten um ihn. Ein "Holtenbeen", also ein Holzbein, hatte er zwar nicht, nach einem Sturz durch eine Dachluke behielt er allerdings ein steifes Bein. Und einen leichten Hirnschaden, der ihn durchaus so etwas wie Narrenfreiheit garantierte.


-> Heini Holtenbeen, das Bremer Original


-> Gedenktafel für Heini Holtenbeen

Unsere Reiseleiterin, Frau Hohmann, erzählt uns an dieser Stelle ihre Lieblingsgeschichte von Heini:

Als Heini merkte, dass es mit ihm zu Ende ging, sagte er zu seiner Frau:
"Bevor nun bald der Teufel kommt, um mich zu holen, möchte ich, dass Du Dich noch einmal so richtig schön für mich machst. Aber so richtig, richtig schön".
Also ging Heini's Frau zum Friseur, zog sich dann ihre neusten und schönsten Sachen an, und trat zu Heini an das Krankenbett. Heini sah sie an und sagte:
"Also wenn nun der Teufel kommt, um mich zu holen, und dann sieht, wie schön Du bist, dann nimmt er doch lieber Dich..."


Ja, ja, das war schon ein listiger Bursche, dieser Heini...

Das Birgitten-Kloster

Wir gehen weiter und kommen an einem Kloster vorbei, genauer gesagt, dem Birgitten-Kloster. Immer, wenn ich an ein Kloster denke, kommen mir alte Gemäuer in den Sinn, mit grauen Wänden, dunkel, kahl und kalt. Aber hier ist alles anders. Erst im Jahre 2001 wurde mit dem Bau begonnen und ein Jahr später war es bezugsfertig. Das, was wir sehen können, ist hell, bunt und freundlich. So ganz anders als in meiner Phantasie. Zurzeit sind es sieben Ordensfrauen, die hier leben. Unter anderem betreuen sie auch 12 Zimmer, in denen bis zu 18 Gäste übernachten können. Auch eine Möglichkeit, seine Zeit in Bremen zu verbringen.


-> Eingang zum Birgitten-Kloster


-> Kleiner Altar im Birgitten-Kloster

Wir setzen unseren Weg fort zurück Richtung Marktplatz. Wir gehen vorbei an der Propsteikirche St. Johann und später auch am Dommuseum, bis wir schließlich das Rathaus erreichen. Hier endet unsere Führung mit Frau Hohmann. Uns hat es Spaß gemacht, sie hatte eine Menge zu erzählen. Aber die Führung endet nicht ohne Grund direkt am Eingang des Rathauses: Um 16:00 Uhr haben wir eine Rathausführung gebucht und dazu kommen wir genau richtig.

Das Bremer Rathaus


-> Das Bremer Rathaus

Die Führung beginnt unten im Eingangsbereich. Hier erfahren wir zunächst ganz allgemeine Fakten: Zwischen 1405 und 1410 wurde es im gotischen Stil erbaut, die Fassade in der in dieser Zeit für diese Gegend typischen Weserrenaissance. Es ist der Sitz des Bürgermeisters und des Senats. Und außerdem auch Dienstsitz für rund 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Bremer Stadtverwaltung. Deren Büros bekommen wir zwar nicht zu sehen, aber ganz ehrlich: Das finde ich nicht wirklich schlimm.

Wir gehen eine breite Treppe hinauf nach oben. Leider ist es ziemlich voll hier und so kann ich nicht alles verstehen, was der Mann erzählt, der uns durch das Rathaus führt. Oben angekommen betreten wir den Festaal. Er ist beeindruckend groß, sogar der größte Raum im Neuen Rathaus. Er wird genutzt für größere Empfänge, Vorträge, festliche essen usw. Von einer Galerie aus, sich sich im rechten und im hinteren Bereich des Raumes befindet, kann man dem Festtreiben zusehen. Und hinten links befindet sich noch ein kleiner Raum, das Kaiser-Zimmer. Hierhin konnte sich der Kaiser, wenn ihm der Feier-Trubel zu groß wurde, zurück ziehen. Zumindest in der Theorie. Tatsächlich soll er dieses Zimmer nie betreten haben.


-> Der Festsaal


-> Das Kaiser-Zimmer direkt neben dem Festsaal

Wir gehen weiter in die Obere Rathaushalle. dem bedeutsamsten Raum im Rathaus. Früher Fest- und Sitzungssaal des Rates und des Gerichts finden heute hier Feiern, Empfänge und Konzerte statt. Mit ihren 41 Metern Länge, 13 Meter breite und 8 Meter Höhe gehört er zu den Nordeuropas größten stützenlosen Hallen des Mittelalters. Auffällig sind die vielen, von der Decke herabhängenden Kriegsschiffsmodelle. Einige von ihnen sind mit Miniaturkanonen ausgestattet, die frühen zu besonderen Anlässen sogar Böllerschüsse abgegeben haben.


-> Die obere Rathaushalle


-> Die obere Rathaushalle

Direkt nebenan befindet sich die sogenannte Güldenkammer. Sie hat ihren Namen aufgrund der vergoldeten Ledertapeten, mit denen die Wände geschmückt sind. Der Raum darf leider nicht betreten werden und so wirft jeder Besucher durch die offene Tür nur einen kurzen Blick hinein.


-> Die Güldenkammer, Schmuckstück im Rathaus

Wir gehen wieder die Wendeltreppe hinab, wobei unser Ratshausführer auf einen Rahmen an der Wand aufmerksam macht. Darin befindet sich, wie er mit sichtlichem Stolz erklärt, die Ernennungsurkunde für das Rathaus sowie dem auf dem Marktplatz stehenden Roland zum UNESCO Welterbe.


-> Ernennungsurkunde zum UNESCO Welterbe

Eine Stunde lang dauerte die Ratshausführung und es ist fast 17:00 Uhr. Wir gehen zu unserem Hotel, beziehen die Zimmer und machen uns dann auf zum Ratskeller Bremen. Dort haben wir einen Tisch für das Abendessen reserviert. Unten, in dem angenehm kühlen Gewölbe, lassen wir uns schmecken, was die Küche hergibt. Danach schlendern wir noch ein wenig an der "Schlachte", der Flaniermeile direkt an der Weser entlang und lassen den Abend schließlich in einem Lokal direkt am Fluss ausklingen.


-> Abend an der Weser...

Ach ja, die Bremer Stadtmusikanten: Eigentlich wollte ich auf die ja erst Morgen zu sprechen kommen. Aber warum nicht einen kleinen Vorgeschmack auf die wohl berühmtesten "Bürger" der Stadt geben. Hier also ein Bild der Stadtmusikanten bei Nacht:


-> Die Bremer Stadtmusikanten bei Nacht :o)


 Sonntag 

Nach dem Frühstück machen wir uns bei herrlichem Wetter auf dem Weg zur Weser. Nicht nur, dass die Sonne vom tiefblauen Himmel scheint, auch die Temperatur ist bereits angenehm. Wir gehen am Fluss entlang bis zur Anlegestelle der Personenschiffe, die Hafenrundfahrten anbieten. Wir wollen mit dem Schiff um 10:15 Uhr fahren und sind rechtzeitig vor Ort, um Fahrkarten zu kaufen und uns auf dem Schiff gute Plätze auszusuchen.

Eine Seefahrt die ist lustig...


-> Mit der "Gräfin Emma" auf Flussfahrt

Pünktlich legen wir ab und langsam nimmt unser Schiff, die "Gräfin Emma", Fahrt auf. Zunächst fahren wir an der Flaniermeile Schlachte entlang, an der wir gestern Abend noch den Tag haben ausklingen lassen. über den Lautsprecher werden einige Informationen zu Bremen und der Bremer Geschichte erzählt, während wir langsam auf der Weser dahinfahren. Wir sehen verschiedene Deiche und Häfen, auch einige bekannte Großbetriebe haben sich am Weserufer der "Überseestadt Bremen" angesiedelt. Die Stimme aus dem Lautsprecher gibt an den passenden Stellen Informationen über die Häfen und den Handel, und wir genießen die ruhige Fahrt. Auch kleine Boote tummeln sich hier auf dem Wasser, neben Motorbooten auch kleine Ruder- und Paddelboote.


-> Hafenrundfahrt auf der Weser


-> Hafenrundfahrt auf der Weser


-> Hafenrundfahrt auf der Weser


-> Hafenrundfahrt auf der Weser

Recht schnell vergeht die Zeit. Ehe wir uns versehen ist es auch schon 11:30 Uhr und wir erreichen wieder die Anlegestelle. Um 11:45 Uhr startet die nächste Rundfahrt und an Land warten schon jede Menge Menschen, um die "Gräfin Emma" zu entern. Wir dagegen nehmen den Weg Richtung Innenstadt. Dort warten ja noch einige Sehenswürdigkeiten, die wir uns nun einmal näher ansehen möchten.

Der Bremer Roland

Wenn man den Marktplatz durch eine der vielen kleinen Gassen betritt, dann fällt sofort der Bremer Roland auf. Er steht vor dem Rathaus und sein Blick ist auf den Dom gerichtet. Es ist sogar bereits der zweite Roland, der hier steht. Der erste bestand aus Holz und soll im Mai 1366 von Kriegern des Erzbischofs Albert II. umgestürzt und verbrannt worden sein. Erst im Jahre 1404 erhielt die Stadt dann einen neuen, steinernen Roland. Dieser war zunächst bunt, bevor er im 18. Jahrhundert grau bemalt wurde. Aber egal ob bunt oder im schlichten grau, mit seiner Gesamthöhe von 10,21 Metern macht er mächtig Eindruck. So wollte Napoleon die Statue in den Louvre bringen lassen und es bedurfte eine Menge überzeugsarbeit der Bremer, dass der Roland hier in der Hansestadt bleiben durfte.


-> Der Roland, Symbol für Freiheit und Unabhängigkeit von Bremen


-> Der Roland, Symbol für Freiheit und Unabhängigkeit von Bremen

Der Roland war von Anfang an eine Symbolfigur für die Unabhängigkeit der Hansestadt Bremen. Und der Legende nach bleibt Bremen so lange frei und selbstständig, wie die Statue über die Stadt wacht. Das ist wohl auch der Grund dafür, dass angeblich eine zweite Rolandsstatue in den Kellergewölben des Rathauses versteckt ist, damit die Originalstatue im Notfall ersetzt werden kann.

Die Bremer Stadtmusikanten

Nicht weit vom Roland entfernt steht die wohl bekannteste Darstellung der Bremer Stadtmusikanten. Nämlich diese hier:


-> Die Bremer Stadtmusikanten zum ersten ...

Obwohl: So ganz sicher bin ich mir da ehrlich gesagt nicht. Irgendwie habe ich mir die ganz anders vorgestellt... :o)

Nein, im Ernst: Die Originalstatue sieht natürlich ganz anders aus. Sie steht an der Westseite des Rathauses. Dort wurde die Bronzeplastik des Künstlers Gerhard Marcks im Jahre 1951 aufgestellt. Als erstes, und das ist ganz wichtig (!), berühren wir natürlich die Vorderbeine des Esels an der Statue. Der Legende nach geht dann nämlich ein Wunsch in Erfüllung. Ich bin sehr gespannt, ob das klappt.


-> ... und zum zweiten.

Hier, an dieser Statue, endet übrigens auch die rund 600 Kilometer lange "Märchenstraße". Diese beginnt in Hanau, der Geburtsstadt der Gebrüder Grimm, und führt durch Orte und Landschaften, in denen die Grimm-Märchen spielen oder die wichtig waren im Leben des Bruderpaares. Interessant finde ich bei den "Bremer" Stadtmusikanten, dass die vier Tiere nie bis zur Hansestadt gekommen sind. Sie vertrieben in einem Wald in der Nähe von Bremen eine Räuberbande aus deren Hause und fühlten sich dort so wohl, dass sie gleich dageblieben sind. Von daher ist der Name schon ein wenig irreführend.

Das Bremer Loch

Durchaus irreführend finde ich auch die Bezeichnung des nächsten Stopps, den wir hier auf dem Rathausplatz machen. Bei dem sogenannten "Bremer Loch" handelt es sich nämlich nicht um ein Loch im Boden, sondern um eine Art unterirdische Spendendose, die fast wie ein Gullydeckel aussieht. Aber wer sieht sich schon einen "Bremer Gully" an? Jedenfalls befindet sich obendrauf ein kleiner Schlitz und jeder, der dort eine Münze einwirft, wird mit Hahnenschreie, Maunzen, Bellen oder lauten IA "belohnt". Diese Geräusche wurden einst von Radio Bremen aufgezeichnet. Durch die eingeworfene Münze wird mittels einer Fotozelle eines der vier Geräusche ausgelöst. Das eingeworfene Geld kommt der Bremer Wilhelm-Kaisen-Bürgerhilfe zugute, die ausgewählte Projekte für die Menschen in der Stadt unterstützt.


-> Das "Bremer Loch", eine gut getarnte Spendendose.

Nachdem einige Münzen aus unseren Portemonnaies in diese Spendenbüchse gelandet sind, ist es Zeit für eine Mittagspause. Diese verbringen wir wieder im Restaurant Ratskeller, diesmal allerdings sitzen wir draußen. Unter den großen Sonnenschirmen lässt es sich prima aushalten.

Spaziergang durch das Schnoorviertel

Satt und zufrieden machen wir uns nun auf den Weg Richtung Schnoor. Gestern hatten uns dort die engen Gassen und Winkeln sehr gut gefallen, daher möchten wir uns dort noch ein wenig genauer umsehen. Verfehlen kann man das Viertel nicht, denn immer wieder finden sich kleine Schilder, die den Weg weisen.


-> Immer den Schildern nach ...

Schriftlich erwähnt wurde der Schnoor übrigens zum ersten Mal im 13. Jahrhundert und zwar im Zusammenhang mit dem dort gelegenen Franziskanerkloster. Seit rund 100 Jahre später die Propsteikirche St. Johann dazukam, nennt man diese Gegend auch scherzhaft "Der kleine Vatikan im Schnoor" :o)


-> Flanieren durch das Schnoorviertel


-> Flanieren durch das Schnoorviertel


-> Flanieren durch das Schnoorviertel


-> Flanieren durch das Schnoorviertel

Wir schlendern durch die schmalen Gassen, zwischen den kleinen Häusern aus dem 15. und 16. Jahrhundert hindurch. Aber auch moderne Gebäude befinden sich hier, die sich aber wirklich gut in die historisch gewachsene Kulisse einfügen. Neben den gestern bereits erwähnten, teils exklusiven Geschäften finden wir hier auch kunstvolle Brunnen und Plastiken, außerdem zahlreiche Kultureinrichtungen wie Theater, Varietes, Galerien und Museen. Und da es hier zwischen den Häusern so eng ist, ist der Schnoor absolut autofrei, so dass wir ungestörten bummeln und flanieren können.

Der Bremer Dom

Ein Eis und ein paar gekaufte Andenken später sind wir wieder auf dem Weg zurück zum Marktplatz. Wir wollen, bevor wir Bremen wieder verlasse, noch den Dom besichtigen. Und das ist heute ab 14:00 Uhr möglich. Verfehlen kann man den Dom, die älteste Kirche der Hansestadt, eigentlich nicht. Mit seinen beiden Türmen, jeder knapp 100 Meter hoch, ist er zumeist gut sichtbar und bestimmt das Stadtbild. Der rechte Turm, also der Südturm, kann bestiegen werden. Die Aussicht ist auch sehr schön, insbesondere auf den Marktplatz. Aber leider verhindert das sehr engmaschige Sicherheitsgitter, dass rund um die Aussichtsplattform angebracht ist, das fotografieren. Aber auch das innere der Kirche kann sich durchaus sehen lassen. älteste Teile sind die Ost- und Westkrypta, sowie die unteren Teile fast aller Mauern. Knapp 1.000 Jahre alt sind sie, und wurden auf den Vorgängerbauten aus dem 8. - 10. Jahrhunderts gebaut. Ab dem 11. Jahrhundert entstand der romanische Kirchenbau und wurde bis in das 13. Jahrhundert im Stil der Gotik umgebaut. Aus dieser Zeit stammt auch das wertvolle spätromanische Taufbecken. Die Kanzel, auch ein optischer Leckerbissen, stammt von 1638 und kann seinen barocken Einfluss nicht verleugnen.


-> Der Dom in seiner ganzen Pracht

Zunächst katholisch, wechselte der Dom während der Reformationszeit zunächst zum calvinistischen und später evangelisch-lutherischen Glauben. Und so gehört das Gotteshaus auch heute noch zur evangelisch-lutherischen Domgemeinde St. Petri. Seit dem Jahr 1973 steht er übrigens unter Denkmalschutz.


-> Eingang zu Dom


-> Jede Menge Platz für Besucher


-> Die barocke Kanzel, deutliches Zeichen für das lutherische Bekenntnis


-> Bronzetaufbecken in der Westkrypta, dem ältesten erhaltenen Raum Bremens


-> Die Silbermann-Orgel, vermutlich im Winter 1732/33 gebaut

It's time to say goodby...

Fast eine Dreiviertelstunde halten wir uns im Dom auf. Es sind zwar jede Menge Menschen hier, trotzdem macht sich bei mir dieser für Kirchen typische feierliche und andächtige Gefühl breit. Es gibt vieles zu entdecken und ich bin mir sicher, nicht alles gesehen zu haben.

Für uns heißt es nun Abschied nehmen von Bremen. Auch von der Stadt haben wir an diesen beiden Tage natürlich nicht alles ansehen können. Trotzdem hatten wir zwei erlebnisreiche Tage im kleinsten Bundesland Deutschlands verbracht. Und können uns durchaus vorstellen, noch einmal wieder zu kommen.


Nur die deutsche Bahn mag uns wohl nicht so wirklich. Und so endet die Heimfahrt von unsere Tour nach Bremen so, wie die Anfahrt: Mit einer Zugverspätung...





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Wer schreibt hier?

  1. Detlev, Jahrgang '61
  2. Motorradfahrer - Wanderer - Radfahrer
  3. Hobbyfotograf
  4. Unterwegs immer mit Kamera, Block und Stift "bewaffnet"
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Vor einigen Jahren habe ich begonnen, mir auf meinen Touren Notizen zu machen, mal mehr und mal weniger ausführlich. Diese "TourNotizen" kannst Du Dir auf den Seiten Deutschland und Europa ansehen.

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Die schönsten Reisezitate

"Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, die die Welt nicht angeschaut haben."

Nicht nur der berühmte deutsche Forschungsreisende Alexander von Humboldt wusste, dass Reisen den Horizont erweitert :o)



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