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Geschichten & Bilder von unterwegs     

Oslo und Bergen, die Großstädte Südnorwegens

Wir besuchen Norwegens Metropolen Oslo und Bergen. Und damit gleichzeitig die neue und die alte Hauptstadt des Landes. Neben viel Historie finden wir dort auch jede Menge Kultur.

 Freitag: Oslo 

Es ist schon Klasse, mit dem Schiff durch den Oslofjord Richtung norwegische Hauptstadt zu fahren. Rechts und links rücken die Berge immer näher und manchmal müssen kleine Inseln mitten im Fjord umfahren werden. Wenn dann noch das Wetter passt, ist es ein echtes Erlebnis.

Fahrt durch den Oslofjord
-> Fahrt durch den Oslofjord

Fahrt durch den Oslofjord
-> Fahrt durch den Oslofjord

Fahrt durch den Oslofjord
-> Fahrt durch den Oslofjord

Und heute haben wir sogar ein wenig mehr davon. Eine Viertelstunde Verspätung hat unsere Fähre und kommt somit gegen 9:15 Uhr in Oslo an. Unsere ersten Schritte führen uns zum Hotel, in dem wir schon unser Zimmer beziehen können. Das ist super, so haben wir gleich unser Gepäck ordentlich verstaut.

Bevor wir uns aufmachen, Oslo zu entdecken, gehen wir zum Bahnhof. Wir müssen noch Zugfahrkarten kaufen: Für Sonntag von Oslo nach Myrdal, ab dort weiter mit der Flåmbahn bis Flåm, wo wir bereits eine Unterkunft gebucht haben. Für Montag dann von Flåm nach Bergen. Leider bekommt unser Urlaubsstimmung gleich einen ersten Dämpfer: Die Flåmbahn wird momentan gewartet und fährt daher nicht. Wir haben also keine Möglichkeit, von Myrdal nach Flåm zu kommen. Laut Leif, dem Mitarbeiter im Reisezentrum der Norwegischen Staatsbahn, fährt auch kein Bus als Ersatz. Was also tun? Wir haben unsere Unterkunft in Flåm schon gebucht. Wir beschließen, das Hotel zu stornieren und dafür in Oslo eine Nacht zu verlängern.
Allerdings kommt die nächste Hiobsbotschaft gleich hinterher. Wir wollen nun eine Fahrkarte von Oslo direkt nach Bergen kaufen. Allerdings streiken hier in Norwegen gerade die Zugführer. Bisher zwar nur auf den Kurzstrecken, aber Leif kann uns natürlich nicht garantieren, dass es so bleibt. Trotzdem kaufen wir die Fahrkarten, schließlich müssen wir nach Bergen, denn von dort fährt unsere Fähre zurück Richtung Heimat. Wir hoffen, dass der Zug dann tatsächlich fährt.

Das neue Opernhaus

Jetzt ist es aber höchste Zeit, die Stadt zu erkunden. Und damit fangen wir gleich hier in Bahnhofsnähe an. Quasi nur einen Steinwurf entfernt steht das neue Opernhaus. 2008 wurde es eröffnet und ist das größte in Norwegen. Schön finde ich, dass es frei zugänglich ist. Sogar auf das Dach können wir ohne Schwierigkeiten gehen und die schöne Aussicht von dort genießen. Anschließend gehen wir in das Foyer, in dem auch ein Restaurant untergebracht ist. Wir allerdings wollen nichts essen, sondern nutzen das schöne, sonnige Wetter, um noch ein wenig draußen auf den Stufen vor der Oper zu sitzen und auf das Meer zu schauen.

Das Opernhaus
-> Das Opernhaus

Das Opernhaus
-> Das Opernhaus

Das Opernhaus
-> Das Opernhaus

Blick vom Dach des Opernhauses
-> Blick vom Dach des Opernhauses

Shoppen, bis der König kommt

Vom Opernhaus ist es nicht weit zur "Karl Johans Gata", Oslos größter Shoppingmeile. Aber nicht nur einkaufen kann man hier, es gibt auch jede Menge Kneipen, Cafés und Restaurants. Wir schlendern durch diese Fußgängerzone, schauen rechts, schauen links, nehmen dabei jede Menge Eindrücke auf. Hier tobt das Leben, wie man so schön sagt. Und das Leben hier ist international. Neben norwegisch hören wir deutsch, englisch, spanisch und italienisch. Und Amerikaner mit ihrem typischen "Kaugummi-im-Mund"-Slang. Auch viel Asiaten sind hier unterwegs, ihre Kameras um den Hals gehängt und ständig auf den Auslöser drückend. Und am Ende der Straße steht dann nicht das Haus am See, sondern das Schloss der norwegischen Königsfamilie. Schlicht und doch eindrucksvoll steht es da, inmitten des Schlossparks, dem zweitgrößten Park in Oslo und bewacht vom Reiterstandbild des König Karl III. Johann. Und natürlich von der königlichen Garde.

Auf der Karl Johans Gata, Oslos größter Shoppingmeile
-> Auf der Karl Johans Gata, Oslos größter Shoppingmeile

Schloss der norwegischen Königsfamilie
-> Schloss der norwegischen Königsfamilie

Schloss der norwegischen Königsfamilie
-> Schloss der norwegischen Königsfamilie

Blick vom Schloss auf die Karl Johans Gata
-> Blick vom Schloss auf die Karl Johans Gata

Wir wollen nicht den gleichen Weg zurückgehen. Daher halten wir uns ein wenig südlich, gehen durch kleine Nebenstraßen, bis wir auf das Rathaus treffen. 1950 wurde es eingeweiht. Jedes Jahr am 10. Dezember wird hier der Friedensnobelpreis verliehen. Das "Nobel Peace Center" steht quasi direkt gegenüber dem Rathaus. Beide Gebäude können auch besichtigt werden, aber wir wollen bei dem schönen Wetter lieber draußen bleiben.

Das Rathaus
-> Das Rathaus

as Nobel Peace Center
-> Das Nobel Peace Center

"Akershus Slott", Festung und Aussichtspunkt

In unmittelbarer Nähe des Rathauses liegt das "Akershus Slott", eine mittelalterliche Burg, die ab ungefähr 1300 errichtet wurde. Nicht nur sie selbst ist schön anzusehen, von hier aus hat man auch einen herrlichen Blick auf das Rathaus mit seiner kleinen Bucht davor. Bei diesem Wetter ein wahrer Augenschmaus.

Burg Akershus Slott
-> Burg Akershus Slott

lick vom Akershus Slott auf das Rathaus
-> Blick vom Akershus Slott auf das Rathaus

Blick vom Akershus Slott auf die Rathausbucht
-> Blick vom Akershus Slott auf die Rathausbucht

Mittlerweile ist es Abend geworden. Vom "Akershus Slott" aus ist es nicht weit zu unserem Hotel, wo wir zu Abend essen. Anschließend beschließen wir, noch einen kleinen Abendspaziergang zum Opernhaus zu machen. Dort ist jetzt viel weniger los als heute Mittag, weniger eindrucksvoll ist es aber nicht. Mit den Eindrücken des beleuchteten Opernhaus und seiner Umgebung beschließen wir unseren ersten Tag in Oslo.

Oper bei Nacht
-> Oper bei Nacht

Ehemaliges Speicherhaus
-> Ehemaliges Speicherhaus

Unser Hotel in Oslo
-> Unser Hotel in Oslo


 Samstag: Oslo 

Heute Vormittag machen wir eine Stadtrundfahrt mit dem Bus. Nach einem ausgiebigen Frühstück werden wir um 9:45 Uhr direkt von unserem Hotel abgeholt. Quer durch die Stadt fahren wir zu unserem ersten Ziel, dem Vigelandpark.

Ganz "große" Kunst: Der Vigelandpark

Der Vigelandpark ist Teil des Frognerpark, dem größten Park in Oslo und ist benannt nach dem wohl bedeutendste Bildhauer Norwegens, Gustav Vigeland (1869 bis 1943). Dieser hat hier in Oslo sein ganz persönliches Gesamtkunstwerk erschaffen: Ein 32 Hektar großes Areal mit seinen Skulpturen, mit schmiedeeisernen Toren, einen Brunnen, einer Brücke und noch einiges mehr. Die Stadt Oslo kam für den Lebensunterhalt des Künstlers auf und erhielt dafür im Gegenzug die Rechte an seinen Werken. Entstanden ist dabei zwischen 1924 und 1943 der Vigelandpark, der beliebteste Park in Oslo mit insgesamt 202 Skulpturen. Als Höhe- und Mittelpunkt der Anlage gilt ein 17 Meter hoher Monolith, der "Menschensäule" genannt wird und verschlungenen Menschenleiber darstellt.

Im Vigelandpark
-> Im Vigelandpark

Im Vigelandpark
-> Im Vigelandpark

Im Vigelandpark Im Vigelandpark
-> Im Vigelandpark

Im Vigelandpark
-> Im Vigelandpark

Im Vigelandpark
-> Im Vigelandpark

Ich glaube, selbst wenn man hier tage- oder sogar wochenlang durch diesen Park geht, entdeckt man immer wieder noch etwas Neues.

Im Süden des Frognerparks, im ehemaligen Atelier des Künstlers, ist heute das Vigeland-Museum untergebracht. Der Besuch dort ist leider nicht in unserer Stadtrundfahrt enthalten. Aber vielleicht sind in den Skizzen und Skulpturen, die dort ausgestellt sind, auch Hinweise auf die Friedensnobelpreis-Medaille, die Gustav Vigeland im Jahre 1902 entworfen.

Statue des Gustav Vigeland
-> Statue des Gustav Vigeland

Der Holmenkollen, älteste Skisprungschanze der Welt

Für das nächsten Ziel auf unserer kleinen Bustour müssen wir raus aus der Stadt und hoch hinauf. Es geht zum Holmenkollen. Für mich war das bisher immer der Name der Skisprungschanze, aber auf dem Weg dorthin erfahren wir von unserer Reiseleiterin, dass es der Name des 371 Meter hohen Berges ist, auf dem die Sprungschanze steht. Nordwestlich von Oslo gelegen, gilt sie als die älteste der Welt. Bereits 1892 wurden hier die ersten Wettkämpfe ausgetragen. Wie der Vigelandpark gehört auch sie zu den meistbesuchten Touristenattraktionen Oslos. Das wurde schon recht früh erkannt und daher wurde im späten 19. Jahrhundert die Holmenkollbanen gebaut, eine Straßenbahn, die den Holmenkollen mit der norwegischen Hauptstadt verbindet.

Am Holmenkollen
-> Am Holmenkollen

Am Holmenkollen
-> Am Holmenkollen

Auch der norwegische König Olav V., der das Land von 1957 bis 1991 regierte, nahm als Skispringer an Wettkämpfen auf dem Holmenkollen teil. Ihm zu Ehren wurde hier eine Statue aufgestellt, die ihn auf Skier mit seinem geliebten Hund darstellt.

Statue von König Olav V. vor dem Holmenkollen
-> Statue von König Olav V. vor dem Holmenkollen

In Steinwurfweite der Schanze steht auch die 1903 erbaute "Kapelle am Holmenkollen". 1992 wurde sie durch Brandstiftung zerstört, brannte dabei bis auf ihre Grundmauern nieder. Doch sie wurde wieder neu aufgebaut und 1996 geweiht. Schön anzusehen ist sie und wenn etwas mehr Zeit wäre, würden wir sie uns sicher auch einmal von innen ansehen. Aber so ist das nun mal bei Stadtrundfahrten: Der Zeitplan ist recht straff und als Tourist bekommt man nur das zu sehen, was auf dem Programm steht. Und die kleine Stabskirche oben auf dem Holmenkollen ist das heute leider nicht.

Kapelle am Holmenkollen
-> Kapelle am Holmenkollen

Wir fahren mit dem Bus wieder zurück in das Zentrum von Oslo. Unterwegs erzählt unsere Reiseleiterin einiges über das Land Norwegen und seine Bewohner. Womit verdienen sie ihr Geld? Wie läuft das mit der Krankenversicherung, wie mit den Steuern? Wie hoch ist die Arbeitslosenquote? All das und noch einiges mehr erzählt sie und damit vergeht die Zeit auf unserem Rückweg sehr schnell. Am Rathaus steigen wir aus, für uns ist die Tour hier zu Ende. Die meisten anderen Mitfahrer bleiben im Bus, fahren nun weiter in das Fram-Museum auf der Museumsinsel Bygdøy. Das aber wollen wir Morgen auf eigener Faust erkunden, daher entern wir jetzt erst einmal das nächste Café und stärken uns mit Kaffee und Kuchen, bevor wir uns aufmachen zu unserem nächstem Ziel, dem Munch Museum.

Kunst zum schreien: Das Munch-Museum

Was Gustav Vigeland als Bildhauer ist sicher Edvard Munch als Maler. Nämlich der bedeutendste Künstler seine Genres hier in Norwegen. über 1.700 Gemälden stammen von ihm, hinzukommen zahlreiche Grafiken und Zeichnungen. Die Stadt Oslo zeigt im Munch-Museum viele seine Werke, dessen bekanntestes wohl "Der Schrei" ist. Auch wir sind neugierig auf seine Bilder, die als Vorreiter des Expressionismus gelten.

Eingang zum Munch-Museum
-> Eingang zum Munch-Museum

Das Museum liegt ein wenig außerhalb des Zentrums. Daher nehmen wir vom Hauptbahnhof aus die U-Bahn. Zwei Stationen sind es, dann steigen wir auch schon wieder aus und erreichen nach einem kurzen Fußmarsch das Museum. Wir sind sehr erstaunt, als wir am Eingang keinen Eintritt bezahlen müssen. Das Rätsel ist aber schnell gelöst: Durch immer wieder wechselnde Ausstellungen soll die Vielseitigkeit des Künstlers gezeigt werden. Und momentan ist wieder so ein Ausstellungswechsel. Daher wird zurzeit nur einen Miniausstellung gezeigt, zu der der Eintritt kostenlos ist. Und, wie soll es anders sein, "Der Schrei", also das Gemälde, wegen dem wir eigentlich in erster Linie hier sind, wird nicht gezeigt. Was für ein Pech. So müssen wir uns mit einigen Gemälden begnügen, die mir zum Teil durchaus einigermaßen gefallen, die aber eben nicht das sind, was wir eigentlich sehen wollten. Ebenfalls gezeigt werden mehrere Filme, in denen es um das Leben und Wirken Edvard Munchs geht.

Ausstellung im Munch-Museum
-> Ausstellung im Munch-Museum

Ausstellung im Munch-Museum
-> Ausstellung im Munch-Museum

Ausstellung im Munch-Museum
-> Ausstellung im Munch-Museum

Recht bald schon verlassen wir die "Miniausstellung", die ihrem Namen leider wirklich alle Ehre macht. Da das Wetter recht schön ist, beschließen wir, zu Fuß zurück ins Zentrum zu gehen. Den Stadtplan haben wir dabei, also machen wir uns auf den Weg. Und der führt uns durch ein Wohngebiet, das nur sehr wenig mit dem schönen und touristisch herausgeputzten Oslo zu tun hat, das wir bisher gesehen haben. Wir spazieren durch Grønland, einem Osloer Vorort mit sehr hohem Ausländeranteil, mit Müll auf der Straße und kaputten Fensterscheiben, mit Menschen, die in Gruppen zusammenstehen und uns misstrauisch ansehen, mit Bettlern, die sich mit hingehaltenen Händen vor uns aufbauen und mit vielen alten verbeulten Autos, die sich stinkend und hupend ihren Weg bahnen und die bei uns der TÜV rückwirkend für zwanzig Jahre aus dem Verkehr gezogen hätte. Nein, direkt bedroht fühlen wir uns nicht, nur ein wenig mulmig. Erst recht, als wir am Abend in unserem Reiseführer lesen, dass dieses Grønland zum dem Gebieten mit der höchsten Kriminalitätsrate in ganz Norwegen zählt. Daher sind wir nicht böse, als wir schließlich diesen Vorort verlassen und die Domkirche von Oslo erreichen, die am Rand der "Karl Johans Gata" steht, also der größten Fußgängerzone Oslos. Und da wir durch den kürzer als gedachten Besuch des Munch-Museums Zeit haben und die Kirche offen ist, gehen wir hinein und sehen uns das Gotteshaus auch von innen an.

Domkirche von Oslo
-> Domkirche von Oslo

Der Dom wurde 1697 eingeweiht. Aus dieser Zeit, also noch im Original erhalten, sind unter anderem die Altartafel und die Kanzel. Die Deckengemälde des Künstler Hugo Louis Mohr sind allerdings neueren Datums, genau wie die Glasmalereien, die ein Werk Vigelands sind. Aber nicht des weiter oben bereits erwähnten Gustav Vigeland, sondern von dessen Bruders Emanuel. Das schien ja eine richtige Künstlerfamilie gewesen zu sein.

Blick auf den Chorraum
-> Blick auf den Chorraum

Blick auf die Orgel
-> Blick auf die Orgel

Der Altar mit dem Abendmahl Jesu
-> Der Altar mit dem Abendmahl Jesu

Es ist Zeit für das Abendessen. Wir schlendern der "Karl Johans Gata" entlang, wo es uns nicht schwerfallen würde, ein Lokal zu finden. Wir aber essen in unserem Hotel, holen uns anschließend noch einen Pullover aus unserem Gepäck und machen uns dann noch einmal auf zum Königspalast. Es ist Anfang Oktober, es wird recht früh dunkel und somit auch kühl hier oben im Norden. Wir möchten aber die königliche Residenz einmal beleuchtet sehen, daher gehen wir wieder die "Karl Johans Gata" entlang, hinauf bis zum höchsten Punkt, auf dem das Schloss steht. Besonders spektakulär ist das dann zwar nicht, trotzdem machen wir einige Bilder vom Schloss und auch von der Aussicht auf die Fußgängerzone, bevor wir langsam zum Hotel zurück gehen, unterwegs noch ein Eis auf der Hand mitnehmen und dann den Tag für heute beschließen.

Königspalast
-> Königspalast

Blick vom Schlossvorplatz auf die Karl Johans Gata
-> Blick vom Schlossvorplatz auf die Karl Johans Gata


 Sonntag: Oslo 

Das Wetter heute Morgen ist nicht gerade das allerbeste. Zwar regnet es nicht, aber der Grauschleier aus Wolken, der über der Stadt liegt, lädt nicht gerade zum Flanieren ein. Da trifft es sich gut, dass wir heute ohnehin einen Museumstag einlegen wollen. Das kann man hier in Oslo besonders gut, hat man doch die beliebtesten Museen auf der sogenannten "Museumsinsel Bygdøy" zentriert. Wobei es sich dabei gar nicht um eine Insel, sondern lediglich um eine Halbinsel handelt. Wir könnten also auch mit dem Bus dorthin gelangen, nehmen aber lieber die Museumsfähre, die vom Anleger vor dem Rathaus startet, der "Rådhusbrygge". Um 10:00 Uhr fährt das erste Schiff und wir sind pünktlich dort. Rund 15 Minuten dauert die Fahrt, dann steigen wir auch schon wieder aus und gehen zu Fuß zu unserem ersten Ziel, dem Wikingermuseum.

Eingang in das Wikingermuseum
-> Eingang in das Wikingermuseum

Die am besten bewahrten Wikingerschiffe der Welt

Auf Norwegisch heißt das Museum "Vikingskipshuset", was auf Deutsch so viel bedeutet wie "Wikingerschiffhaus". Aber egal, wie man es nennt: Hier sind die am besten bewahrten Wikingerschiffe der Welt zu sehen. Das Gokstad-Schiff, das Oseberg-Schiff und das Tune-Schiff. Sie alle stammen aus dem 9. Jahrhundert und wurden jeweils in großen Häuptlingsgräbern gefunden. Sie sollten den Verstorbenen bei ihrer letzten Reise, der Reise ins Totenreich, begleiten.

Das Gokstad-Schiff wurde im Jahr 1880 ausgegraben. Ursprünglich konnte es 34 Mann Besatzung aufnehmen. Von dem Mann, mit dem es "beerdigt" wurde, ist bekannt, dass er an einem Hirntumor gestorben ist.

Das Gokstad-Schiff
-> Das Gokstad-Schiff

Das Gokstad-Schiff
-> Das Gokstad-Schiff

Im Jahr 1904 wurde das Oseberg-Schiff entdeckt. Es wurde als eine Art Mausoleum für zwei adelige Damen genutzt, die im Jahr 834 verstorben sind. Mitgegeben auf die Reise ins Totenreich wurde den beiden auch Pferde, Hunde und Kühe sowie einige Luxusgüter der damaligen Zeit wie Schlitten, Wagen, Kleidung.

Das Oseberg-Schiff
-> Das Oseberg-Schiff

Das Oseberg-Schiff
-> Das Oseberg-Schiff

Das Tune-Schiff wurde bereits 1867 freigelegt und ist das am schlechtesten erhaltene der drei Boote. Es stammt vermutlich aus dem Jahr 890 und wurde zusammen mit einem toten Edelmann vergraben.

Das Tune-Schiff
-> Das Tune-Schiff

Das Tune-Schiff
-> Das Tune-Schiff

Aber nicht "nur" diese drei Schiffe sind hier zu sehen. Ebenfalls gezeigt werden viele verschiedene Gegenstände aus der Wikingerzeit wie Textilien, Haushaltsgegenstände, Betten, Eimer, Werk- und Zaumzeug oder auch kleinere Boote sowie Schlitten. Es sind zum Teil Grabgaben aus den Booten, zum Teil aber auch Funde aus dem Borre-Friedhof in Horten, einer Stadt am westlichen Ufer des Oslojfords. Der Wert dieser Gegenstände ist sicher unschätzbar und es ist dem schwedischen Hochschullehrer Gabriel Gustafson zu verdanken, dass sie alle hier an diesem Ort zusammen ausgestellt sind. Er hatte nämlich im Jahre 1913 die Idee zu diesem Museum.

Ausstellung im Wikingermuseum
-> Ausstellung im Wikingermuseum

Ausstellung im Wikingermuseum
-> Ausstellung im Wikingermuseum

Das Wikingermuseum
-> Das Wikingermuseum

Es ist übrigens ein dreimal so großer Neubau geplant, der nicht nur die Schiffe, sondern auch den Alltag der Wikinger darstellen soll. Wir verlassen das Wikingermuseum ziemlich beeindruckt. Zum einen darüber, was hier alles gezeigt wird, zum anderen aber auch, weil es für mich schlicht erstaunlich ist, was die heutige Wissenschaft so alles nachweisen kann. Bei einem Mann, der im 9. Jahrhundert gestorben ist, einen Hirntumor zu erkennen, dazu gehört schon was.

Kurz überlegen wir, ob wir uns hier mit einem Kaffee stärken wollen, entscheiden uns dann aber dagegen und machen stattdessen einen kleinen Spaziergang zum Kon-Tiki Museum. Rund fünf Minuten dauert der Fußmarsch, dann stehen wir vor dem kleinen und recht unscheinbaren Museumsgebäude, das bereits 1957 eröffnet und 1978 erweitert wurde.

Das Kon-Tiki Museum
-> Das Kon-Tiki Museum

Thor Heyerdahl und sein Kon-Tiki

Kon-Tiki, das war das Floß aus Basalholz, mit dem im Jahre 1947 der Norweger Thor Heyerdahl von Lima aus über den Pazifik segelte. Als Kind habe ich sein Buch über diese Reise mehrmals quasi verschlungen, so gut hatte es mir gefallen. Und nun stehe ich vor dem originalen Floß, sehe mir originale Karten und Geräte der Expedition an, stehe vor großformatigen Schwarz-Weiß-Aufnahmen dieser abenteuerlichen Fahrt. Und bin abwechselnd ergriffen und beeindruckt. Kon Tiki, das war und ist für mich der Inbegriff von Abenteuer, von Forschungsdrang, von Mut und Beharrlichkeit.

Das Floß Kon-Tiki
-> Das Floß Kon-Tiki

Das Floß Kon-Tiki
-> Das Floß Kon-Tiki

Neben dem Kon Tiki Floß sind hier auch noch andere Originale aus der Forschungszeit Heyerdahls zu sehen. Das Schilfboot Raa II zum Beispiel oder eine Osterinselausstellung. Ich weiß, dass ich all dem Unrecht tue, aber ich habe hier und heute (fast) nur Augen für Kon Tiki.

So ist das nun mal mit den Kindheitsträumen :o)

Ausstellung im Kon-Tiki-Museum
-> Ausstellung im Kon-Tiki-Museum

Ausstellung im Kon-Tiki-Museum
-> Ausstellung im Kon-Tiki-Museum

Neben dem Souvenirladen gibt es hier auch einen Filmraum, in dem zu bestimmten Zeiten der Originalfilm über die Fahrt der Kon Tiki gezeigt wird. Wir allerdings stöbern ein wenig durch die angebotenen Souvenirs und verlassen dann das Museum. Ich brauche jetzt eigentlich eine Pause. Leider gab es in dem Museum aber keine Cafeteria oder ähnliches und draußen ist es recht windig und somit kühl, als dass wir uns dort hinsetzen könnten. Daher gehen wir die wenigen Schritte hinüber zum Fram-Museum, das quasi vis-a-vis gegenüber dem Kon-Tiki Museum liegt.

Das Fram-Museum
-> Das Fram-Museum

Das stärkste Schiff der Welt

Es gilt als das am meisten besuchte Museum in ganz Norwegen und nennt sich selber auch "Heimat des stärksten Schiff der Welt": Das Fram-Museum. Mittelpunkt ist das Segelschiff "Fram". 1892 gebaut, ist es am weitesten sowohl in den Norden als auch in den Süden vorgedrungen. Sie wurde von den drei großen norwegischen Polarforschern Fridtjof Nansen (1893-1896), Otto Sverdrup (1898-1902) und Roald Amundsen (1910-1912) für deren Polarexpeditionen genutzt. Rund um das Schiff sind auf mehreren Etagen Galerien angelegt, auf denen man die Fram umrunden kann und die in Schaukästen auch noch viele Gegenstände zeigen, die die Forscher seinerzeit in Gebrauch hatten. Besonders spannend finde ich, dass wir Besucher sowohl auf das Schiff gehen können als auch unter Deck. Und von diesem Angebot wird rege Gebrauch gemacht.

Im Fram-Museum
-> Im Fram-Museum

Im Fram-Museum
-> Im Fram-Museum

Im Fram-Museum
-> Im Fram-Museum

Unten, in der Nähe des Ausgangs, finden wir den Hinweis zur "Gjøa-Ausstellung". Das ist das Schiff, mit dem Roald Amundsen als Erster die lange gesuchte Nordwestpassage durchfuhr. Aber, ganz ehrlich, wir haben genug Informationen für heute. Mehr brauchen wir nicht. Darum verlassen wir das Fram-Museum, gehen die wenigen Schritte bis zum Anleger des "Båtservice", der Schiffsgesellschaft, deren Boot uns zurück zum Anleger "Rådhusbrygge" bringt, von dem wir heute Morgen auch gestartet sind. Die kurze Überfahrt nutzen wir, um unseren Gedanken nachzuhängen, aus dem Fenster zu sehen und ein paar Fotos zu machen.

Mit der Fähre durch die Rathausbucht
-> Mit der Fähre durch die Rathausbucht

Mit der Fähre durch die Rathausbucht
-> Mit der Fähre durch die Rathausbucht

In der Nähe des Rathauses kehren wir in ein Café ein, lassen uns dort ein wenig mit Kuchen verwöhnen und auch die vielen Eindrücke der drei Museen Revue passieren. Uns hat es Spaß gemacht, durch die verschiedenen Ausstellungen zu gehen, uns alte Wikingerboote, Flöße und Polarschiffe anzusehen. Aber nun brachen wir noch ein wenig Bewegung. Ganz in der Nähe liegt das Hafenviertel "Aker Brygge". Wir schlendern direkt am Wasser entlang, vorbei an vielen Restaurants und Modegeschäften. Selbst heute, an einem trüben Oktobertag, ist hier jede Menge los. Wie voll ist es hier wohl erst im Sommer, wenn die Sonne scheint? übergangslos kommen wir nach "Tjuvholmen", dem neuestes Viertel Oslos. Als erstes fällt uns hier das neue Astrup Fearnley Museum auf, besonders wegen dem markanten Glasdach in Form eines Segels. Hier wird moderne und zeitgenössische Kunst ausgestellt. Aber heute haben wir keine Lust mehr auf Besichtigungen. Stattdessen gehen wir weiter und entdecken architektonische ziemlich außergewöhnliche Gebäude, in denen sich nicht nur Wohnungen, sondern auch Galerien, Einkaufs- und Büroflächen befinden. Preislich gesehen gehören diese Gebäude laut unserem Reiseführer zu den teuersten Flächen Oslos. Ob sie aber nun interessant und stilvoll oder einfach nur schrecklich sind, liegt sicher im Auge des Betrachters.

Astrup Fearnley Museum
-> Astrup Fearnley Museum

Brunnen im Stadtviertel Tjuvholmen
-> Brunnen im Stadtviertel Tjuvholmen

Wir haben genug erlebt und gesehen für heute. Das Abendessen nehmen wir wie gewohnt im Hotel ein. Anschließend versuchen wir über das Internet noch Neuigkeiten über den Zugführerstreik herauszubekommen, allerdings ohne Erfolg. So bleibt uns nur zu hoffen, dass unser Zug Morgen fährt und uns zur Westküste Norwegens nach Bergen bringt.

Zum Abschluss des Tages sehe ich mir meine Bilder von Oslo an. Eine schöne Stadt, finde ich, als ich durch die Aufnahmen scrolle. Hier noch einige Impressionen aus der Hauptstadt Norwegens.

Oslo Impressionen
-> Oslo Impressionen


 Montag: Mit dem Zug von Oslo nach Bergen 

Der Himmel heute Morgen ist wolkenverhangen. Wir lassen uns Zeit, gehen in aller Ruhe frühstücken, packen dann unsere Sachen. Bis zwölf Uhr kann das Gepäck auf dem Zimmer bleiben, das nutzen wir und gehen ohne unsere Taschen zum Bahnhof, um ein wenig Verpflegung für unterwegs zu kaufen. Und einen Blick auf die Anzeigetafel der abfahrenden Züge zu werfen. Noch immer sind rund ¾ der Züge mit "Cancelt" gekennzeichnet. Der Streik hält also an. Schließlich erscheint auch unsere Zug auf der Anzeige: "12:03 Uhr nach Bergen" steht da, ohne weitere Hinweise. Das sieht doch gut aus. Erleichtert gehen wir zurück zum Hotel, checken aus und stehen gegen 11:45 Uhr auf dem Gleis, von wo aus der Zug fahren soll. Er wird hier eingesetzt und rollt gerade heran. Da wir Sitzplätze reserviert haben, suchen wir uns Wagen und Plätze, verstauen das Gepäck und freuen uns dann auf die bevorstehende Zugfahrt.

Im Zug Im Jahre 1909 wurde diese 516 km lange Eisenbahnlinie eröffnet. Sie stellt auch heute noch eine wichtige Verbindung zwischen den beiden Städte Oslo und Bergen da. Dabei fährt sie auch gut gut 100 km lang durch den nördlichen Teil der Hochebene Hardangervidda, die ansonsten weitgehend unzugänglich ist und teilweise nur zu Fuß oder mit dem Rad zu erreichen ist. Somit ist sie eine der höchstgelegenen Haupteisenbahnstrecken Europas

Pünktlich fahren wir ab. Zunächst rollen wir durch den Untergrund von Oslo. Wie schon einige der Straßen ist auch das Schienennetz in Norwegens Hauptstadt überwiegend unter die Erde verlegt worden. Als wir schließlich wieder an die Oberfläche gelangen, führt die Fahrt zunächst durch die Vororte bzw. das Umland von Oslo. Schön oder gar spektakulär ist das nicht. Ungefähr eine Stunde lang dauert es, dann ändert sich langsam die Landschaft, die draußen an dem Fenster an uns vorbeizieht. Und auch das Wetter. Die Wolken werden weniger, nach und nach setzt sich die Sonne durch.

Nach knapp der Hälfte der rund siebenstündigen Fahrt erreichen wir die 1.000 Meter Höhengrenze. An ihrem höchsten Punkt fährt die Bahn sogar bis auf ca. 1.250 Meter. Draußen liegt an manchen Stellen noch Schnee. Oder schon wieder? Jedenfalls reiht sich hier jetzt quasi ein Postkartenmotiv an das nächste. Schade, dass sich bei den Fotos, die wir durch die Fensterscheibe machen, das innere des Zuges widerspiegelt.

Fensterblick
-> Fensterblick

Fensterblick
-> Fensterblick

An einigen Stationen, an denen der Zug hält, steige ich kurz aus, um Fotos zu machen. Blauer Himmel, Sonnenschein - das sind die idealen Zutaten für schöne Bilder. Leider stehen hier aber auch häufig die Bahnhofsgebäude und versperren die Aussicht auf die schöne Landschaft ringsherum. Trotzdem, ich habe richtig Spaß am knipsen :o)

Stopp in Geilo
-> Stopp in Geilo

Stopp in Haugastöl
-> Stopp in Haugastöl

Stopp in Finse
-> Stopp in Finse

Die Frage, ob es in Fahrtrichtung rechts oder links die schöneren Aussichten zu sehen gibt, kann ich nicht beantworten. Ich denke, im Laufe der Fahrt gleicht sich das aus. Schade finde ich, dass die Sicht des öfteren durch längere Tunneldurchfahrten unterbrochen wird. Manchmal bleiben zwischen zwei Tunnel nur wenige Sekunden Zeit, um ein Blick auf die Umgebung zu werfen.

ochebene Hardangervidda
-> Hochebene Hardangervidda

Landschaft kurz vor Bergen
-> Landschaft kurz vor Bergen

Apropos Tunnel: 182 sollen es sein, die hier durch das Gestein gegraben wurden. Rund 15.000 Arbeiter waren es, die 34 Jahre lang dafür gearbeitet haben. Insbesondere im Winter war das kein Zuckerschlecken. Und auch heute noch sind Instandhaltungsarbeiten in der kalten Jahreszeit nicht gerade unkompliziert.

Pünktlich um 18:57 Uhr erreichen wir schließlich Bergen. Vom Bahnhof aus ist es ein knapp zwanzigminütiger Fußmarsch zu unserem Hotel. Wir checken ein, bringen unser Gepäck auf das Zimmer, dann gehen wir in die Stadt, um noch etwas zu essen. Und um einige Fotos zu machen. Der Himmel ist sternenklar, das macht Hoffnung für Morgen.

Bergen am Abend
-> Bergen leuchtet


 Dienstag: Bergen 

Blauer geht nicht...

Damit jetzt keine Missverständnisse aufkommen: Ich rede hier vom Himmel :o)

Wolken? Was ist das? Die mit 248 Regentagen im Jahr regenreichste Großstadt Europas liegt im hellsten und schönsten Sonnenschein. Nach dem Frühstück machen wir uns gleich auf Richtung Fløyen, dem 320 Meter hohen Hausberg von Bergen. Dort hinauf kann man entweder zu Fuß gehen oder der mit der Fløibanen fahren. Das ist eine Standseilbahn, die einzige in Norwegen. Sie benötigt zwischen fünf und acht Minuten bis hinauf auf den Berg. Mehr als eine Million Besucher nutzen diese Bahn und auch wir entscheiden uns dafür. Also gehen wir zur Bahnstation, kaufen uns Tickets und fahren kurz darauf auch schon die 848 Meter lange Strecke hinauf.

Bahnstation der Fløibanen
-> Bahnstation der Fløibanen

Fløyen, der Hausberg von Bergen

Als wir schließlich oben ankommen und hinaus auf die Besucherplattform gehen, ist uns sofort klar, warum dies ein beliebtes Ausflugsziel sowohl für Touristen wie auch für Einheimischen ist. Die Aussicht hinab auf Bergen ist einfach nur spektakulär. Besonders, wenn man wie wir Glück hat und die Stadt sich absolut Wolkenlos präsentiert. Wir stehen, staunen und genießen ...

Aussicht vom Fløyen
-> Aussicht vom Fløyen

Aussicht vom Fløyen
-> Aussicht vom Fløyen

Aussicht vom Fløyen
-> Aussicht vom Fløyen

Eigentlich wollen wir gar nicht wieder runter vom Fløyen. Die Aussicht ist einfach nur schön. Aber wir wollen ja noch ein wenig mehr von Bergen sehen. Daher fahren wir der Fløibanen wieder hinab. In den Wagons der Bahn sollen übrigens einhundert Menschen passen. Ich bin froh, das wir jetzt gerade mal um die zwanzig sind. Bei voller Auslastung wäre es mächtig eng hier drin.

Wir gehen durch die Fußgängerzone, zweigen mal nach rechts und mal nach links ab, steigen Treppen hinauf und wieder hinab, lassen uns einfach treiben.

Die Johanneskirche in Bergen
-> Die Johanneskirche in Bergen

Spaziergang durch Bergen
-> Spaziergang durch Bergen

Blick hinauf zum Fløyen
-> Blick hinauf zum Fløyen

Spaziergang durch Bergen
-> Spaziergang durch Bergen

Spaziergang durch Bergen
-> Spaziergang durch Bergen

Weltkulturerbe: Das Hanseviertel "Bryggen"


Weltkulturerbe Bryggen Am späten Mittag machen wir eine Kaffee & Kuchen-Pause und beschließen dabei, uns nun das Hanseviertel "Bryggen" anzusehen. Die bunten Häuserfronten waren uns schon auf dem Weg vom Hotel zur Fløibanenstation aufgefallen, nun wollen wir uns das Viertel genauer ansehen. Gegründet wurde es im Jahr 1343 von deutschen Kaufleuten der Hanse, die hier in Bergen gute Geschäfte witterten. Bergen war damals ein wichtiger Warenumschlagsplatz und da wollte die Hanse natürlich mitverdienen. Zu der Zeit hieß dieses Viertel noch "Tyskebryggen", also "Deutsche Brücke".


Im Jahre 1702 wurden fast alle Gebäude durch ein Feuer vernichtet. Das Viertel wurde jedoch im alten Still wieder aufgebaut. 1901 wurde dann einige der Häuser abgerissen.
Nach dem zweiten Weltkrieg, in dem die deutsche Wehrmacht hier ziemlich gewütet haben muss, strichen die Norweger das "Tyske" aus den Namen und nennen dieses Viertel seitdem nur noch "Bryggen".


1955 kam es erneut zu einem Brand, bei dem etwas die Hälfte aller Gebäude verloren gingen. Es folgte eine Diskussion über die Verwendung der restlichen 62 Häuser. Schließlich entschloss man sich dafür, diese zu restaurieren und zu erhalten. Zum Glück, denn heute zählt Bryggen zum zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Weltkulturerbe Bryggen
-> Weltkulturerbe Bryggen

Weltkulturerbe Bryggen Weltkulturerbe Bryggen
-> Weltkulturerbe Bryggen

Weltkulturerbe Bryggen
-> Weltkulturerbe Bryggen

Nicht weit vom alten Hanseviertel entfernt steht die Marienkirche. Sie war die Hauptkirche der deutschen Kaufleute und wurde daher auch "Deutsche Kirche" genannt. Um 1130 wurde sie nach dem Vorbild des Doms zu Speyer erbaut und das zeigt, das die deutschen Kaufleute hier auch schon vor Bryggen recht aktiv waren. Von 1408 bis 1766 wurde sie ausschließlich von den Hansekaufleuten genutzt. Die Predigten dort wurden bis 1868 auf deutsch gehalten.
Heute stehen wir hier leider vor verschlossenen Türen. Schade, ich hätte gerne mal einen Blick hinein geworfen.

Die Marienkirche Bergen
-> Die Marienkirche, Hauptkirche der deutschen Hanse-Kaufleute

Wir haben noch ein wenig Zeit und besuchen zum Abschluss des Tages den Park der Festung Bergenhus. Dies ist eine der ältesten und am besten erhaltenen Festungen Norwegens, die ältesten Teile stammen noch aus dem 12. Jahrhundert. Damals hieß dieses Gebiet noch Holmen und war Sitz des Norwegischen Königsthrons, Bergen somit die Hauptstadt Norwegens. In den folgenden Jahrhunderten wurde Bergenhus immer mehr ausgebaut. Ab ungefähr 1700 war die Festung bis Anfang des 19. Jahrhunderts am vollständigsten. Ab da wurde dann ein Teil der Anlage zum Park und Lustgarten um konzipiert, der Rest wurde jedoch weiterhin militärisch genutzt. Das hat sich bis heute nicht geändert, noch immer haben rund 150 militärische Angestellte hier ihren Arbeitsplatz.

Im Park der Festung Bergenhus
-> Im Park der Festung Bergenhus

Im Park der Festung Bergenhus
-> Im Park der Festung Bergenhus

Mittlerweile ist es spät geworden, es ist Zeit für das Abendessen. Anschließend sitzen wir noch ein wenig draußen vor einem der Lokale, die in den bunten Häusern von "Bryggen" zu finden sind, bis es irgendwann zu kühl wird und wir zu unserem Hotel gehen. Morgen fahren wir mit der Fähre Richtung Heimat. Das Wetter soll weiter gut belieben, daher freuen wir uns schon auf diese "Seefahrt".


 Mittwoch: Bergen und Heimreise 

Die Wettervorhersage hat nicht zu viel versprochen, der Himmel ist Wolkenlos und bereits um zehn Uhr sind die Temperaturen recht angenehm. Wir haben ausgiebig gefrühstückt, unsere Taschen gepackt und aus dem Hotel ausgecheckt. Nun sitzen wir vor "Bryggen", genießen ein letztes Eis und sind ein wenig traurig, dass unser Urlaub schon wieder zu geht geht. Einen oder zwei Tage hätten wir hier in Bergen, der zweitgrößte Stadt Norwegens, noch ausgehalten. Aber so ist das nun mal, auch ein schöner Urlaub ist einmal vorbei.

Noch einmal laufen wir durch die Fußgängerzone, vorbei an Geschäften und Cafés und anschließend noch durch ein kleines, hübsches Wohngebiet, in dem die Häuser ähnlich eng zusammen stehen wie im Hanseviertel Bryggen. Die Sonne gibt ihr bestes, uns den Abschied schwer zu machen und schafft das auch problemlos.

Wohnviertel in Bergen
-> Wohnviertel in Bergen

Bald darauf stehen wir am Anleger unserer Fähre. Das einchecken geht problemlos von statten und schon bald darauf haben wir unser Gepäck in der Kabine verstaut und stehen an Deck, um einen letzten Blick auf Bergen zu werden. Dann führt uns die Fahrt durch das Inselreich vor der Norwegischen Küste. Bei diesem Wetter ein wunderschönes Erlebnis.

Bordkarte
-> Bordkarte

Fahrt durch das Inselreich vor der Norwegischen Küste
-> Fahrt durch das Inselreich vor der Norwegischen Küste

An Deck unserer Fähre
-> An Deck unserer Fähre

An Deck unserer Fähre
-> An Deck unserer Fähre

Am Abend gegen 19:00 Uhr erreichen wir Stavanger, wo wir einen Zwischenstopp einlegen. Passagiere steigen aus und zu, außerdem wird das Schiff aufgetankt. Viel von Stavanger, das immerhin die viertgrößte Stadt Norwegens ist, sehen wir nicht. Trotzdem stehen wir immer noch an Deck und schauen auf die Umgebung. Auch, wenn es mittlerweile schon dämmerig ist.

Zwischenstop in Stavanger
-> Zwischenstop in Stavanger

Zwischenstop in Stavanger
-> Zwischenstop in Stavanger

Schließlich verlassen wir das Deck und machen das, was die meisten der Passagiere gerade machen, nämlich Abendessen. Anschließend schauen wir noch einmal kurz draußen vorbei. Mittlerweile haben wir Stavanger verlassen und nehmen Kurs auf Hirtshals in Dänemark. Morgen früh gegen acht Uhr sollen wir dort sein, von da aus fahren wir dann nach Hause. Ein letzter Blick geht hinaus auf das Meer.

Abend an Deck
-> Abend an Deck

Abendstimmung an Deck
-> Abendstimmung an Deck

Farvel Norge. Auf Wiedersehen, Norwegen.
Ich hoffe doch sehr, dass es ein Wiedersehen gibt ...





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Wer schreibt hier?

  1. Detlev, Jahrgang '61
  2. Motorradfahrer - Wanderer - Radfahrer
  3. Hobbyfotograf
  4. Unterwegs immer mit Kamera, Block und Stift "bewaffnet"
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Vor einigen Jahren habe ich begonnen, mir auf meinen Touren Notizen zu machen, mal mehr und mal weniger ausführlich. Diese "TourNotizen" kannst Du Dir auf den Seiten Deutschland und Europa ansehen.

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Die schönsten Reisezitate

"Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, die die Welt nicht angeschaut haben."

Nicht nur der berühmte deutsche Forschungsreisende Alexander von Humboldt wusste, dass Reisen den Horizont erweitert :o)



Hier stelle ich einige Zitate über das Reisen vor, die mir besonders gut gefallen.



 
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