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Geschichten & Bilder aus der Kurve     

Motorradparadies Pyrenäen:
Kurven, Kurven, Kurven

Die schlechte Nachricht gleich vorweg: Die Pyrenäen sind echt weit weg. Wer wie wir aus NRW anreist, muss rund 1.500 Kilometer fahren, um dorthin zu gelangen. Und zurück natürlich noch einmal die gleicht Strecke.

Daher gibt es nicht wenige, die ihr Moped auf einen Anhänger festschnallen, den hinter den PKW klemmen und dann auf diese Weise gen Süden fahren.

Aber wie auch immer Du in die Pyrenäen gelangst, ich finde, der Weg lohnt sich. Richtig guter Asphalt, jede Menge Kurven und das alles bei recht wenig Verkehr - so macht das Motorradfahren Spaß.

Wir hatten eine feste Unterkunft im Isabena-Tal am Südrand der Zentralpyrenäen in Spanien gebucht und von dort insgesamt sechs unterschiedliche Tagestouren gemacht. Diese stelle ich Dir hier nun im einzelnen vor.

Unterwegs in den Pyrenäen
Unterwegs in den Pyrenäen

Tour 1:
Wir starten an unserer Unterkunft und folgen der Straße N-1605 Richtung Norden. Der Weg folgt überwiegend den Windungen des Flusses Isabena, der auch immer wieder am Straßenrand zu sehen ist und den wir zweimal queren. Kurz nach der zweiten Querung biegen wir links ab auf das kleine Sträßchen 9601. Wobei links abbiegen zunächst einen Schlenker nach rechts, dann kurz nach links und anschließend dass halten vor einem Stoppschild bedeutet. Das ist hier schon ein wenig tricky gemacht.

Insbesondere nach rechts haben wir nun wirklich schöne Aussichten auf weite Fläche sowie Berge im Hintergrund. Am Himmel kreisen jede Menge Geier und ich hoffe, die warten nicht darauf, dass wir oder einer von uns ein schmackhaftes Mahl für sie werden.

An einem Kreisverkehr nehmen wir die zweite Ausfahrt und fahren nun auf der Straße 139 Richtung Süden. Jetzt ist es der Fluss Èsra, dem wir Kilometer um Kilometer folgen. Die Landschaft bleibt gleichbleibend Interessant, insbesondere für mich, da ich die Pyrenäen zum ersten Mal erlebe. Irgendwo auf dem Weg machen wir eine kleine Pause und sind froh über ein wenig Schatten, den wir finden.

Pause in den Pyrenäen
Pause in den Pyrenäen

Pause in den Pyrenäen
Pause in den Pyrenäen

Der Èsra wird breiter und breiter, bis er irgendwann fast einen Seeähnlichen Charakter hat und anschließend wieder schmaler wird. Nachdem wir ihn auf einer Brücke überquert haben, verlassen wir kurz danach die 139 und biegen rechts ab auf die kleine 6441. Und die wird nun für einige Zeit unsere Begleiterin. Sehr abwechslungsreich windet sie sich durch die Landschaft, durchquert kleine Orte wie Panillo oder Troncedo und bietet mit wirklich schönen Kurven immer wieder Fahrspaß und wunderschöne Aussichten.

Unterwegs in den Pyrenäen
Unterwegs in den Pyrenäen

Unterwegs in den Pyrenäen
Unterwegs in den Pyrenäen

Irgendwann biegen wir rechts ab auf die 6442, was aber weder an dem Spaß noch den Ausblicken etwas ändert. Nach vielen Kurven und einigem Auf und Ab treffen wir auf die N-260, der wir Richtung Westen bis zum Örtchen Aínsa folgen. Unsere Hoffnung auf ein Eis oder ein kühles Getränk in einer schattigen Bar fällt leider der spanischen Siesta zum Opfer. Alles hat zu und als wir durch den Ort rollen, sieht der mit den heruntergelassenen Rollläden schon fast wie eine Geisterstadt aus. An diese komplette Schließung von allen Geschäften hier müssen wir uns erst noch gewöhnen.

Ab Aínsa biegen wir ab auf die 138 und erreichen dann die sehr beeindruckende Anisclo-Schlucht. Und hier wird das fahren nun wirklich spannend. Der Weg ist sehr schmal, es ist zum Glück kaum Verkehr unterwegs, wir sehen lediglich einige wenige Wanderer. Dafür haben wir mehr und mehr Felswände auf der einen und tiefe Abgründe auf der anderen Seite des Weges. Es liegen Felsbrocken unterschiedlichster Größen auf der Fahrbahn und unsere Fahrgeschwindigkeit erreicht aufgrund der vielen Windungen der Straße kaum mehr als 30 Km/h. Diese spektakulären Felswände gehören zum Nationalpark von Ordesa, der schon seit 1977 Teil des UNESCO-Weltkulturerbe ist. Das Fahren erfordert volle Konzentration, macht aber richtig Spaß.

Wir fahren durch die Anisclo-Schlucht
In der Anisclo-Schlucht

Wir fahren durch die Anisclo-Schlucht
Fahren in der Anisclo-Schlucht

Wir folgen dem Weg einfach immer weiter, bis wir an einer Gabelung auf die N-260 treffen. Der folgen wir nun für viele, viele Kilometer, bis wir kurz vor der Ortschaft Campo in einem Kreisverkehr rechts abbiegen und nun für die letzten Kilometer des Tages den gleichen Weg zurückfahren, den wir auch heute Morgen für den Hinweg genommen haben. Nach knapp 230 Kilometer erreichen wir wieder unsere Unterkunft.

Übersicht erste Tour
Unsere erste Tour: Ausgangspunkt ist rechts auf dem Bild

Das hat richtig Spaß gemacht. 230 Kilometer klingen nicht viel, trotzdem waren wir rund fünfeinhalb Stunden unterwegs. Generell lassen die vielen engen Kurven keine sehr hohen Durchschnittsgeschwindigkeiten zu und insbesondere in der Anisclo-Schlucht kamen wir nur recht langsam voran. Und den einen oder anderen Fotostopp haben wir natürlich auch gemacht. Völlig unterschätzt haben wir die mangelnde Einkehrmöglichkeiten. Ab der nächsten Tour werden daher Wasser und kleine Snacks mit dabei sein. Ansonsten sind wir zufrieden mit dem heutigen Tag.

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Tour 2:
Heute steht Andorra auf dem Tourenplan. Bereits Zuhause war klar, dass wir diesen „Zwergenstaat“ besuchen wollen.

Wir halten uns ab unserer Unterkunft links und folgen dann vielen Kilometer lang der A-1605. Wobei das „A“ in dieser Straßenbezeichnung rein garnichts mit „Autobahn“ zu tun hat. Im Gegenteil, die Straße windet sich in vielen Kurven bergauf und wieder bergab und macht einfach nur Spaß. Da hier in dieser Gegend auch immer wieder Teiletappen der Tour de France entlangführen, ist der Asphalt bestens in Schuss. So ganz anders als bei uns in Deutschland. Und so lenken wir unsere Maschinen mit einem zufriedenen Grinsen im Gesicht hier entlang.

Wir passieren verschiedene kleine Ortschaften, unter anderem auch „Bonansa“ und natürlich halte ich gleich nach Pa, Little Joe und den Rest der Jungs Ausschau, aber auch heute gilt wie bereits gestern, das ab ca. 11:00 Uhr alle Orte wie ausgestorben wirken. Niemand ist zu sehen, als wir in einem kleinen Dorf im Schatten der Kirche eine Pause machen. Nur ein paar Katzen streunen umher und wenn neben einem der Häuser nicht Wäsche auf einer Leine hängen würde, könnte man meinen, dass hier niemand mehr wohnt.

Unterwegs in den Pyrenäen
Unterwegs in den Pyrenäen

Unterwegs in den Pyrenäen
Wie ausgestorben: Mittags in einem kleinen Pyrenäendorf

Unterwegs in den Pyrenäen
Nur Katzen streunen hier herum

Unsere Fahrt geht weiter, die Namen der Straße ändern sich, was bleibt, ist der Spaß am Fahren. Neben dem guten Zustand der Straßen fällt auch auf, dass hier recht wenig Verkehr herrscht. Da ist in den Alpen wesentlich mehr los. Und der wenige Verkehr gibt sich ganz entspannt. Kein drängeln, manche machen Platz, wenn wir überholen wollen oder fahren auf den kurzen, geraden Abschnitten extra langsam, damit wir gefahrlos an Ihnen vorbeifahren können. Hier herrscht wirklich ein entspanntes Miteinander bei den Verkehrsteilnehmern.

Mit dieser Ruhe ist es allerdings schlagartig vorbei, als wir uns Andorra nähern. Der Verkehr wird dichter, die Straße zweispurig, plötzlich Geschwindigkeitsbegrenzungen und dann stehen da auf einmal Grenzhäuschen und davor Zollbeamten, die Passkontrollen machen. Während ich auf die Grenzbeamten zurolle, überlege ich, wann ich das letzte Mal an einer Grenze kontrolliert wurde. Das muss auf der Tour nach Irland gewesen sein, als wir bei der Einreise nach England die Ausweise zücken mussten. Ansonsten haben wir im Euroraum ja Dank dem Schengener Abkommen grenzenlose Fahrt. Als wir den Grenzposten erreichen, winkt der uns aber lässig durch und wir erreichen Andorra, auch ohne uns ausgewiesen haben zu müssen.

Andorra empfängt uns laut, fast schon hektisch mit richtig viel Verkehr. Links und rechts wechseln sich Geldinstitute und Tankstellen ab, gefühlt alle 500 Meter gibt es einen Kreisverkehr, der mit Abzweigen zu Preisparadiesen lockt. Fußgänger springen direkt vor uns auf die Fahrbahn, um die Straße auch an den unmöglichsten Stellen zu überqueren. Schon nach wenigen hundert Metern Andorra bin ich genervt von diesem ganzen Durcheinander.

Wir halten an einer der Tankstellen und füllen das recht günstige Benzin in unsere Tanks. Es ist heiß heute, es geht stark auf die 40 Grad zu und wir kaufen uns nach dem tanken noch ein Eis. Dabei besprechen wir, dass wir hier nicht bleiben, sondern einfach nur auf dem kürzesten Weg zurück zu unserer Unterkunft fahren wollen. Immerhin sind wir bereits seit mehr als drei Stunden unterwegs. Noch einmal die gleiche Dauer und wir haben unser Soll für heute auf jeden Fall erfüllt. Das Navi zeigt als kürzesten und schnellsten Weg genau die Strecke an, die wir auch hergefahren sind. Aber was soll’s, dann fahren wir den gleichen Weg eben noch einmal, nur eben anders herum. Wir verlassen die Tankstelle, nutzen den nächsten Kreisverkehr zum Wenden und stehen bald darauf wieder vor den Grenzhäuschen, nur diesmal Richtung Spanien. Auch hier finden Kontrollen statt, diesmal sogar mit Beamten mit Maschinenpistolen im Anschlag, aber wir Motorradfahrer werden wieder nicht kontrolliert. So rollen wir bald darauf wieder auf ruhigeren Straßen entspannt unseres Weges zurück Richtung Unterkunft.

Unterwegs in den Pyrenäen
Lage checken: Wo geht es lang?

Ich bin immer noch begeistert von den Straßen hier. Kurve folgt auf Kurve, auf Serpentinen schlängelt sich der Weg hinauf und wieder hinab und die Aussichten nach rechts und links sind einfach nur Klasse. Dazu der wenige Verkehr - auch wenn ich mich wiederhole, hier macht es Spaß, mit dem Motorrad unterwegs zu sein.

Unterwegs in den Pyrenäen
Sehenswerte Landschaft

Unterwegs in den Pyrenäen
Sehenswerte Orte

Nach knapp 360 gefahrenen Kilometer sind wir zurück in unserer Unterkunft. Am Abend hören wir in Gesprächen mit anderen Motorradfahrern, dass es nach Andorra einen „Schmugglerpfad“ gibt. Auf diesem Weg soll die Anreise dorthin sogar noch um einiges schöner sein. Eine kurze Recherche im Internet scheint dies zu bestätigen und es ist auch legal, ihn zu benutzen.
Hätten wir das mal vorher gewußt… :o)

Hier noch der Überblick unserer heutigen Tour:

Übersicht zweite Tour
Unsere zweite Tour: Hin- und Rückweg fast identisch

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Tour 3:
Wir folgen zunächst wieder der A-1605, die uns recht schnell in höhere Regionen schraubt und immer wieder Fahrspaß, aber auch wunderschöne Ausblicke bietet. Der Fluss Isabena ist hier unser Begleiter, wir kreuzen ihn mehrfach. Auch heute ist hier kaum Verkehr, nur hin und wieder kommen uns Motorradfahrer entgegen. Einzeln oder in kleinen Gruppen haben sie vermutlich genauso viel Spaß am fahren und an der Landschaft wie wir.

Unterwegs in den Pyrenäen
Unterwegs in den Pyrenäen

Unterwegs in den Pyrenäen
Unterwegs in den Pyrenäen

Wir wechseln auf die N-260 und folgen ihr nun für viele Kilometer. Auch hier gibt es wieder jede Menge Kurven auf guten Asphalt und wenig Verkehr – die Pyrenäen sind wirklich Klasse. Ich habe das Gefühl, noch stundenlang so weiterfahren zu können, da biegt Markus, der vorweg fährt, plötzlich rechts ab und es passiert das, was ich nicht für möglich gehalten hätte: Es wird noch besser :o) Eine wahre Orgie von Serpentinen schraubt sich einen Berg hinauf, rechts und links stehen jede Menge Schatten spendender Bäume und so brausen wir auf der Straße nach oben. Nach den Serpentinen geht die Straße in einen schnellen Wechsel aus Rechts- und Linkswindungen über und mein breites Grinsen findet gar nicht genug Platz in meinem Helm.

Unterwegs in den Pyrenäen
Unterwegs in den Pyrenäen

Bald darauf wollen wir durch einen kleinen Ort namens Liri fahren, als uns plötzlich ein uraltes Männlein den Weg versperrt. Den Zigarrenstummel in eine breite Zahnlücke geklemmt, erklärt er uns gestenreich, dass wir hier nicht durchfahren können und deutet nach rechts auf einen schmalen Weg, der zwischen zwei Häusern sehr steil nach oben führt. Den sollen wir nehmen, hier kommen wir nicht durch. „Alter, wir haben Mopeds, wir kommen überall durch“ wollte ich ihm schon zurufen, aber Markus und Johannes wenden bereits ihre Maschinen und fahren den steilen Weg hinauf. Also mache ich es ebenso und folgen ihnen nach. Oben angekommen, wird aus dem schmalen asphaltierten Weg zunächst eine kurze Schotterpiste, dann geht es in einen Wald hinein. Von hier aus haben wir durch eine Schneise einen guten Blick nach unten auf die Straße, die wir eigentlich fahren wollten. Dort sind riesige Baumaschinen dabei, den Asphalt aufzureißen und neu zu verlegen. Dort hätten wir tatsächlich kaum langfahren können und ich bin froh, dass wir es nicht versucht haben. Zumal das fahren hier auch richtig Laune macht. Den Wald haben wir bald verlassen und folgen nun einen Pfad, kaum breiter als ein Trampelpfad und ich bin wirklich ein wenig traurig, als wir bald darauf hinter dem Ort wieder auf die Straße treffen. Dieser kleine „Ausflug“ war richtig cool.

Irgendwann endet unsere Straße an einem Abzweig, an dem wir uns rechts halten und auf der A-139 weiterfahren. Und der folgen wir nun bis zum Ende. Durch einige kleinere Ortschaften hindurch gelangen wir so zu einem Aussichtspunkt, 1.780 Meter hoch und mit einer wunderbaren Weitsicht.

Unterwegs in den Pyrenäen
Unterwegs in den Pyrenäen

Unterwegs in den Pyrenäen
Unterwegs in den Pyrenäen

Unterwegs in den Pyrenäen
Unterwegs in den Pyrenäen

Nachdem wir die Aussichten genug bewundert haben machen wir uns auf den Rückweg. Da wir hier am Ende der Straße sind, fahren wir also zunächst mal zurück. Den Abzweig auf die Straße mit der Umleitung von heute Morgen lassen wir links liegen und folgen stattdessen weiter der A-139. An einer Tankstelle füttern wir unsere hungrigen Maschinen mit Benzin und biegen bald darauf links ab auf die N-260. An einem Abzweig biegen wir wiederum nach links ab auf eine kleine Straße, der kurvigen Verlauf wir nun mit viel Spaß folgen. Nur hin und wieder halten wir an, um ein Foto von dieser wunderschönen Landschaft zu machen.

Unterwegs in den Pyrenäen
Ist das schon ein Tunnel oder noch eine Brücke?

Unterwegs in den Pyrenäen
Unterwegs in den Pyrenäen

Als die Straße endet, mündet sie in die bereits bestens bekannte A-1605, der wir nun für die letzten Kilometer bis zu unserer Unterkunft folgen.

Übersicht dritte Tour
Überblick Tour drei

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Tour 4:
Da unsere Unterkunft genau hier an dieser Straße liegt, starten wir auch unsere vierte Tour wieder auf der A-1605. Heute allerdings zum ersten Mal in südlicher Richtung. Und auch hier führt uns der Weg zunächst über viele Kilometer entlang des Flusses Isabena. Mal breiter, dann wieder schmaler, gibt er mit seinen vielen Windungen die Richtung für die Straße vor, der wir mit viel Spaß folgen.

In der Nähe des Ortes Laguarres wechseln wir auf A-1606. Somit verlassen wir zwar den Isabena, die vielen Kurven aber bleiben und nehmen gefühlt sogar noch zu. In der Nähe des 1.062 Meter hohen „Puerto de Laguarres" machen wir eine Pause und genießen die Aussicht.

Unterwegs in den Pyrenäen
Unterwegs in den Pyrenäen

Unterwegs in den Pyrenäen
Unterwegs in den Pyrenäen

Wir fahren weiter durch die Landschaft, die rechts und links immer wieder schöne Fernsichten bietet und uns mit teils recht engen Kurven verwöhnt. Bei Benabarre biegen wir rechts ab und folgen jetzt der kleinen N-123. Vorbei an den Touristenort Torres del Obispo durchqueren wir noch einen Tunnel, bevor wir den recht großen Stausee „Embalse de Barasona-Joaquin Costa“ erreichen. Die Aussicht ist wieder mal beeindruckend und bei unserem Fotostopp hält auch eine Gruppe italienischer Radfahrer. Sofort wird Johannes gefragt, ob er ein Foto von ihnen machen kann, ein Wunsch, dem er natürlich nachkommt. Er hat seinen Job wohl gut gemacht, denn alle verabschieden sich mit einem Lachen und einem freundlichen „Ciao“ von ihm und fahren weiter.

Stausee 'Embalse de Barasona-Joaquin Costa'
Stausee „Embalse de Barasona-Joaquin Costa“

Auch wir fahren weiter und biegen schon nach wenigen hundert Metern rechts ab auf die A-2211. Zunächst führt die Straße recht steil nach oben und windet sich dann einfach nur wunderschön durch die Landschaft. Ausgerechnet hier kommt es zu der einzigen wirklich brenzlichen Situation in diesem Urlaub, als ein spanischer PKW mit hoher Geschwindigkeit um eine Kurve geschossen kommt und den vorwegfahrenden Markus zum starken Bremsen und zum Ausweichen an den äußerst rechten Rand der Straße zwingt. Zum Glück passiert nichts, einige noch folgenden PKWs sind dann um einiges langsamer unterwegs.

Die A-2211 führt nun langsam wieder bergab und erreicht den Ort El Poblado. Hier ist auf der rechten Seite ein großer Staudamm nicht zu übersehen. Der „Presa EL Grado“ erhebt sich beeindruckend vor uns in die Höhe und staut das Wasser des Flusses Cinca. Natürlich halten wir an, um ihn zu fotografieren.

Am Staudamm 'Presa EL Grado'
Am Staudamm „Presa EL Grado“

Am Staudamm 'Presa EL Grado'
Am Staudamm „Presa EL Grado“

Wir fahren weiter und erreichen schon bald darauf die kleine Ortschaft „El Grado“. Kurz danach dann eine Premiere für uns auf dieser Tour: Die Straße ist für mehrere Hundert Meter einfach nur schnurgerade. Das hatten wir bisher hier im „Kurvenparadies Pyrenäen" noch nicht und ich kann es jetzt schon mal vorweg nehmen, dass es auch die einzige Gerade dieser Länge auf unseren Touren hier bleiben wird.

Unterwegs in den Pyrenäen
Einfach nur schnurgerade - eine Ausnahme hier in den Pyrenäen

Wir folgen einfach der Straße, der A-2209. Viel mehr Möglichkeiten haben wir auch kaum, denn es gibt hier nur wenig Abzweige zu andern Straßen. Teilweise merken wir gar nicht, wenn sich die Straßenbezeichnungen ändern. So wird aus der A-2209 kurz hinter Hoz de Barbastro die A-2208. Uns allerdings sind die Namen der Straßen eigentlich egal. Hauptsache, es macht Spaß, auf ihnen zu fahren. Und das ist auf jeden Fall so. Und die Aussichten, die sich unterwegs immer wieder bieten, sind ebenfalls nicht zu verachten.

Unterwegs in den Pyrenäen
Unterwegs in den Pyrenäen

Unterwegs in den Pyrenäen
Unterwegs in den Pyrenäen

Die A-2210, der wir ab Naval folgen, verwöhnt uns mit so vielen Kurven, dass wir wirklich traurig sind, als sie irgendwann zur A-138 wird. Aber auch die bietet, wie eigentlich jede Straße hier auf unserer Tour viel Fahrspaß. Als wir zwischendurch eine kleine Pause einlegen, blicke ich auf mein Motorrad und frage mich, warum ich eigentlich die ganze Zeit über meinen Regenkombi im Seitenkoffer hier spazieren fahre. Es gibt zwar immer wieder einige Wolken am Himmel, aber Regen haben wir hier noch nicht erlebt. Dass sieht man auch an den Flüssen, die überwiegend recht wenig Wasser führen.

Unterwegs in den Pyrenäen
Unterwegs in den Pyrenäen

Unterwegs in den Pyrenäen
Unterwegs in den Pyrenäen

Irgendwann erreichen wir „bekanntes Terrain“, nämlich die A-1605. Der folgen wir, bis wir bald darauf wieder unsere Unterkunft erreichen.

Übersicht vierte Tour
Unsere vierte Tour: Eine (fast) perfekte Runde

Nur rund 170 Kilometer lang war die Tour, für die wir (mit Pausen) etwa viereinhalb Stunden benötigt haben. Und die ich auf jeden Fall mit gutem Gewissen weiterempfehlen kann.

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Tour 5:
Auch heute starten wir wieder auf der A-1605 und folgen ihr Richtung Norden. Gleich an der ersten Tankstelle, die hier gefühlt alle von der Marke „Repsol“ sind, machen wir einen Stopp und betanken unsere Mopeds. Da tauchen zwei Endurofahrer auf. Sie sind beide gleich in einem Oliv-ähnlichen Grün gekleidet und sitzen auf extrem leichten Maschinen. Auch sie tanken, wobei mir einer der beiden zunickt und mit „Hola“ grüßt. Als die beiden zum Bezahlen gehen, wenden sie uns den Rücken zu und wir sehen, dass dort auf ihren Jacken „Guardia Civil“ steht. Das erklärt dann auch die Ausbuchtung, die sich bei beiden auf der rechten Seite in Hüfthöhe unter ihrer Jacken abzeichnet…

Unterwegs in den Pyrenäen
Unterwegs in den Pyrenäen

Wir folgen weiter der A-1605, unser erstes Ziel ist der Ort „Vielha“. Der ist bereits auf den wenigen Straßenschildern ausgeschildert, so dass wir uns keine Gedanken über die Navigation machen müssen. Als die A-1605 endet, biegen wir rechts ab und folgen nun der N-260, später dann der N-230. Kurz vor Vielha durchfahren wir dann den „Túnel de Vielha“, der durchaus ein Superlativ zu bieten hat: Mit einer Länge von 5.240 Meter war er bei seiner Eröffnung im Jahre 1948 der längste Straßentunnel der Welt. Erst 1964 wurde er durch den zwischen Italien und der Schweiz gelegenen „Großen-Sankt-Bernhard-Tunnel“ mit 5.798 Meter übertroffen. Im Jahre 2007 wurde der „Túnel de Vielha“ renoviert und dadurch zwar zehn Meter kürzer, dafür ist er seitdem aber in südlicher Richtung zweispurig.

Kurz darauf erreichen wir Vielha mit seinen rund 5.500 Einwohner. Damit ist der Ort einer der größeren hier in der Gegend und nach dem einsamen und abgelegenen Routen, die wir in den letzten Tagen gefahren sind, kommt fast schon Großstadt-Feeling auf. Kreisverkehre, Fußgängerüberwege, Ampeln - recht schnell verlassen wir diesen „hektischen Ort“ und folgen der C-28 Richtung Westen. In der Nähe der Ortschaft Arties machen wir eine kurze Pause am Wegesrand und genießen auch hier wieder die wunderbare Landschaft.

Unterwegs in den Pyrenäen
Unterwegs in den Pyrenäen

Unterwegs in den Pyrenäen
Unterwegs in den Pyrenäen

Wir fahren weiter, kommen dabei an mehrere kleine Orte vorbei. Es herrscht so gut wie kein Verkehr, wir haben den Asphalt fast für uns allein. Dann schraubt sich die Straße mit Hilfe jeder Menge weit geschwungener Serpentinen den Pass hinauf. Kurve reiht sich an Kurve, es geht höher und höher und am Ende erreichen wir den „Bonaigua“, einen 2.072 Meter hohen Gebirgspass. Klar, dass wir hier für eine Pause anhalten und die Aussicht bewundern.

Aussicht vom Gebirgspass 'Bonaigua'
Aussicht vom Gebirgspass „Bonaigua“

Pause auf dem Gebirgspass 'Bonaigua'
Pause auf dem Gebirgspass "Bonaigua"

Aussicht vom Gebirgspass 'Bonaigua'
Aussicht vom Gebirgspass „Bonaigua“

Aussicht vom Gebirgspass 'Bonaigua'
Aussicht vom Gebirgspass „Bonaigua“

Haben wir uns über die Serpentinen hier hinauf schon gefreut, so wird es bei der Weiterfahrt nun sogar noch um einiges besser. Wir fahren wieder hinab, in das „Vall de la Bonaigua“ und die Straße mit dem harmlosen Name C-28 verwandelt sich in ein wahres Kurvenparadies. Unten im Tal angekommen wird das fahren dann wieder wesentlich entspannter, ohne aber Langweilig zu sein. Ich muss schon sagen, die Straßen hier sind wirklich super!

Am Rande des Flusses „Noguera Pallaresa“, dem längsten Fluss hier in den Pyrenäen, machen wir einen Halt an einer Tankstelle. Nein, nicht um zu tanken, sondern um ein Eis zu essen. Die Geschäfte in den Orten haben wie üblich Siesta, aber diese Tankstelle ist geöffnet und das nutzen wir auch gleich aus. Es ist wieder recht warm heute, an allen Tagen hatten wir tagsüber kaum unter dreißig Grad. Da kommt eine Erfrischung in Form von Eis natürlich gut an.

Die C-28 ist, ohne dass wir es bemerkt haben, in die C-13 übergegangen. Und die führt nun über viele Kilometer entlang des Flusses „Noguera Pallaresa“. Der schlängelt sich durch die Landschaft, die Straße tut es ihm gleich und wir haben unsere Freude an den vielen Windungen, die sich dadurch ergeben. Allerdings liegen an dem Fluss auch mehrere Ortschaften, die es immer wieder zu durchqueren gilt. Aber sie sind, Siesta sei Dank, quasi menschenleer, so dass wir zügig und problemlos durch sie hindurch fahren können. In einem dieser Orte, in Sort, wird die C-13 zu unserer alten bekannten N-260. Und auch die folgt dem „Noguera Pallaresa“. Erst in La Pobla de Segur trennen sich unsere Wege. Während der Fluss weiter südlich fließt, biegen wir an einer Kreuzung rechts ab. Es ist die L-522, der wir nun folgen und die uns auf kleinen und schmalen Straßen Richtung Norden führt.

Unterwegs in den Pyrenäen
Unterwegs in den Pyrenäen

Die L-522 endet und mündet dann wieder auf der N-260. Irgendein Fluss oder See ist nun eigentlich immer an unserer Seite. Während die Seen recht gut gefüllt sind, sind die Flüsse zum Teil nahe am austrocknen. Hier wird wohl viel Wasser gestaut, was zu dieser ungleichen Verteilung führt. In Senterada machen wir einen Abstecher in den Ort, aber es sind immer noch alle Geschäfte und Cafés geschlossen. Keine Chance also auf eine Erfrischung für uns. Dafür erwartet uns einige Kilometer weiter, kurz hinter Perves, eine (Temperatur-) Abkühlung in Form eines Tunnels und sofort danach einige Serpentinen, die den Puls direkt wieder höherschlagen lassen. Dazu immer wieder schöne Ausblicke rechts und links des Weges, es macht wirklich viel Spaß, hier zu fahren.

Unterwegs in den Pyrenäen
Unterwegs in den Pyrenäen

An einer Straßengabelung in Montiberri wird die N-260 zu der uns ebenfalls schon bekannten N-230. Kurz hinter einen Schild „Les Bordes“ (ich weiß gar nicht, ob das ein Ort ist, außer einem Restaurant und einem Campingplatz ist hier nichts zu sehen) biegen wir links ab. Geradeaus würde uns die Straße wieder nach Vielha bringen, wir aber folgen nun dem Weg zurück bis zum Abzweig auf die A-1605. Die führt uns bis zu unserer Unterkunft, die nach einigen Kilometern auf der rechten Seite der Straße liegt.

Übersicht fünfte Tour
Unsere fünfte Tour.

Gut 240 Kilometer waren es heute, und sie haben Spaß gemacht wie alle Touren bisher.

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Tour 6:
Der "Col d'Aspin" soll auf jeden Fall eine Tour wert sein. Das erfahren wir bei unserem abendlichen Small-Talk mit anderen Motorradfahrern in unserer Unterkunft. Also wirft unser Chef-Navigator Markus mal wieder sein Navi an und sucht eine passende Route aus. Rund 330 Kilometer sollen es werden und so starten wir am Morgen nach dem Frühstück in den Tag.

Zunächst das gewohnte Bild: Wir fahren auf der N-1605, heute mal wieder in südlicher Richtung. Es ist nun mal die einzige Straße, die hier vorbeiführt, daher haben wir auch keine andere Wahl. Aber schlimm finden wir das nicht, denn wie schon bei den vorherigen Touren erlebt, macht das fahren auf ihr durchaus Spaß. Kurz vor dem Ort "Graus" verlassen wir unsere "Hausstrecke", biegen ab auf die A-139 und fahren in Richtung Norden. Somit kann ich also nicht berichten, ob "Graus" seinem Namen alle Ehre macht oder nicht... Bei Las Colladas verlassen wir die A-139 wieder und fahren in westlicher Richtung. Wir kommen an mehrere Ortschaften vorbei und auch hier wirkt immer alles wie ausgestorben. Kurz hinter dem Ort Ainsa machen wir direkt am Fluss Rio Cinca eine Pause. Hier finden wir ein wenig Schatten, den wir gerne nutzen. Die Temperaturen haben bereits wieder fast die dreißig Grad Grenze erreicht und wir sind froh, nicht in der prallen Sonne stehen zu müssen.

Die Motorräder stehen im Schatten
Schattige Plätze sind willkommen

Der Fluss Rio Cinca führt nicht allzu viel Wasser
Der Fluss Rio Cinca führt nicht allzu viel Wasser

Wir sind nun auf der A-138 unterwegs und folgen ihr Richtung Norden. Auf einer Höhe von 1.675 Meter erreichen wir den "Túnel de Bielsa". Der ist rund drei Kilometer lang, führt fast stetig bergauf und endet auf einer Höhe von 1.825 Meter in Frankreich. Dort heißt der Tunnel "Tunnel d'Aragnouet" und wir freuen uns über das gute Wetter hier. Das kann nach übereinstimmender Aussage von anderen Motorradfahrern auch schon mal ganz anders sein: Auf spanischer Seite bei heiterem Sonnenschein in den Tunnel gefahren, auf französischer Seite im strömenden Regen oder dichten Nebel wieder herausgekommen - das ist hier wohl durchaus keine Seltenheit. Wir haben heute aber auch hier in Frankreich Sonne satt. Und da die Straße sich in wunderbaren Kurven und Serpentinen durch die Landschaft schlängelt, freuen wir uns gleich doppelt. Das Serpentinen aber auch ihre Tücken haben können, erfahren wir, als wir schwungvoll aus einer Kurve kommen und dann eine Vollbremsung hinlegen müssen: Ein Schäfer treibt seine nicht gerade kleine Herde über die Straße zu einer neuen Wiese. Hier ist also geduldiges Warten angesagt.

Eine Schafsherde wird über die Straße geführt
Schafe haben hier Vor"fahrt"

Auch auf französischer Seite sind die Straßen richtig gut. Und auch hier folgt unser Weg über viele Kilometer einem Fluss, dem Neste d’Aure. Nur die Straßenschilder sind nun auf Französisch anstatt auf Spanisch. Die kleinen Orte, die wir durchfahren, wirken etwas belebter als auf spanischer Seite und die Landschaft ist hier viel grüner. Wohl ein Indiz dafür, dass es hier mehr regnet.

Kurz hinter dem Ort „Cadèac“ biegen wir in einem Kreisverkehr nach links ab und folgen nun der Straße hinauf auf den Berg. Und mit uns jede Menge Radrennfahrer. Ich habe keine Ahnung, wo die plötzlich alle herkommen, aber hier wimmelt es nur so von Hobby-Radlern. Ein wenig bewundere ich es schon, mit welchem Ehrgeiz sie sich hier an den Aufstieg machen. Die Anfahrt zum "Col d'Aspin" hat es durchaus in sich und je höher wir kommen, desto langsamer fahren die Radfahrer. Es kommen uns nur wenige entgegen, die bergab fahren, aber einer von denen will wohl einen Geschwindigkeitsrekord aufstellen. Er tritt wie besessen in die Pedale und kommt mit ordentlich Schwung und Geschwindigkeit um eine Kurve gesaust. Dabei gerät er in die Gegenfahrbahn und rast recht knapp an uns vorbei. Wenn wir anstatt mit Motorrädern hier mit dem Auto unterwegs gewesen wären, hätte ein Zusammenstoß wohl nicht vermieden werden können. Den Kopf schüttelnd über so viel Unvernunft fahren wir weiter und erreichen bald darauf einen kleinen Parkplatz. Hier auf dem "Col d'Aspin", in 1.489 Metern Höhe, treffen sich alle, die die Auffahrt hier hinauf gemacht haben. Neben Rad- und Motorradfahrern stehen hier auch PKWs und Wohnmobile. Wir stellen unsere Maschinen ab und genießen die Aussichten, die sich uns hier bieten.

Aussicht vom 'Col d'Aspin'
Aussicht vom "Col d'Aspin"

Aussicht vom 'Col d'Aspin'
Aussicht vom "Col d'Aspin"

Als wir zurück zu unseren Motorrädern kommen, steigt ein Mann aus dem neben uns parkenden Wohnmobil. „Ihr seid aus Recklinghausen“ spricht er uns an und zeigt auf unsere Nummernschilder. „Das ist doch eine Bergbauregion. Ich war auch im Bergbau“. Etwas verständnislos blicke ich ihn an, laut seinem Nummernschild kommt er aus Heilbronn. „Ja, ich war im Salzbergbau“ erklärt er mir und endlich verstehe ich. Er hat sein Leben lang bei den Südwestdeutschen Salzwerken gearbeitet. Nun ist er seit einem Jahr Rentner, hat sich ein Wohnmobil gekauft und reist gemeinsam mit seiner Frau durch Europa. Das war sein Traum, erklärt er mir und ich beglückwünsche ihn, dass er sich seinen Traum verwirklichen konnte. Nicht jedem ist das vergönnt.

Wir verabschieden uns von dem Heilbronner und seiner Frau, die beide einen äußert zufriedenen und gelassenen Eindruck machen. Wir fahren nun zunächst den gleichen Weg wieder hinab bis nach „Cadèac“. Warum auch nicht, denn die Straße schlängelt sich sehr Kurvenreich durch die Landschaft und hinab ist hier wenig Verkehr. Die meisten fahren vermutlich oben am Pass geradeaus weiter. Unten angelangt halten wir uns links und können bestätigen, dass die Straßen hier auf der französischen Seite denen in Spanien in nichts nachstehen: Richtig guter Asphalt, viele Kurven und das ganze bei recht wenig Verkehr- genau das habe ich über die spanische Seite ja auch schon gesagt.

Als wir nach einiger Fahrt plötzlich an einem Haus ein großes Schild mit Werbung für Crêpes sehen, halten wir spontan hat. Hat der Laden etwa auf? Ja, hat er, wir sind hier schließlich auf der französischen Seite der Pyrenäen. Kurz entschlossen stellen wir unsere Maschinen auf dem kleinen Parkplatz neben dem Gebäude ab und sehen uns das Ganze mal näher an. Neben Crêpes sind auch Omelette und Baguette im Angebot und nach kurzer Überlegung gehe ich hinein in das Haus. Eine Frau steht hinter einem kleinen Tressen und ich versuche mein Glück und gebe im besten Schul-Französisch meine Bestellung auf in der Hoffnung, dass die gute Frau mich versteht. Sie wiederholt meine Bestellung auf französisch und als ich zustimmend nicke, fragt sie mich auf deutsch: „Bist Du aus Deutschland?“ Als ich das bejahe, wiederholt sie meine Bestellung auf Deutsch: „Einen Kakao, zwei Cappuccino und drei Omelette mit Schinken. Wollt ihr draußen essen?“ Ich nicke und gehe ein wenig frustriert wieder hinaus. Da habe ich mir so viel Mühe gegeben mit meiner Bestellung auf Französisch und dann stellt sich heraus, dass ich das Ganze auch auf Deutsch hätte machen können. Ich tröste mich mit dem Gedanken, dass sie mein französisch immerhin verstanden hat.

Unterwegs in den Pyrenäen
Unterwegs in den Pyrenäen

Die Getränke sind in Ordnung, die Omelette für unseren Geschmack aber leider viel zu wabbelig. Die hätten gerne noch ein wenig in der Pfanne bleiben können. Noch mehr stören uns aber die vielen Fliegen, die wir kaum alle verjagen können. Die scheinen genau zu wissen, dass es hier etwas zu essen gibt.

Nach dem Essen fahren wir weiter und erreichen bald darauf die spanische Grenze. Von hier aus ist es nicht mehr weit bis nach Vielha, wo wir auch gestern schon durchgefahren sind. Ab hier folgen wir also bekannten Wegen bis zu unserer Unterkunft, die wir knapp eine Stunde später erreichen.

Übersicht sechste Tour
Die Fahrt zum "Col d'Aspin" war unsere sechste Tour

Markus hat gut geschätzt: Er waren tatsächlich fast genau 330 Kilometer, die wir heute gefahren sind. Und die uns richtig Spaß gemacht haben.

Download Tour 6 als gpx-Datei   (Link mit der rechten Maustaste anklicken, dann "speichern unter")




Fazit:
Das waren sie also, die sechs Touren, die wir hier in den spanischen Pyrenäen gemacht haben. (Fahr-) Spaß haben wir auf allen gehabt und ich kann sie ohne Ausnahme mit gutem Gewissen weiterempfehlen.

Wenn Du Fragen zu diesen Touren hast, zum Beispiel zu unserer Unterkunft, oder wenn es Probleme beim Download der GPX-Dateien gibt, oder wenn Du einfach nur einen Kommentar loswerden möchtest, dann schreibe mir eine E-Mail:
"unterwegs[at]tournotizen.de"
Ich freue mich auf Deine Nachricht.

Noch ein wichtiger Hinweis zu den GPX-Dateien:
Ich habe die einzelnen Routen mit Hilfe einer App aufgezeichnet. Diese Aufzeichnungen habe ich nach besten Wissen und Gewissen gemacht, übernehme aber keine Haftung für die Genauigkeit der Daten.
Wenn Du diese GPX-Dateien nutzt, sollte Dir bewußt sein, dass Du dann den einen oder anderen kleinen „Umweg“ fahren wirst, den auch wir auf den Touren gemacht haben. Aber ihr wisst ja: Motorradfahrer verfahren sich nicht. Wir finden nur Orte, an denen wir noch nie zuvor gewesen sind. :o)

Unterwegs in den Pyrenäen
Unterwegs in den Pyrenäen




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  1. Detlev, Jahrgang '61
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Vor einigen Jahren habe ich begonnen, mir auf meinen Touren Notizen zu machen, mal mehr und mal weniger ausführlich. Diese "TourNotizen" kannst Du Dir auf den Seiten Deutschland und Europa ansehen.

Viel Spaß dabei!


Warum eigentlich grüßen sich Motorradfahrer?

Irgendwann habe ich mir genau diese Frage gestellt und mich im Bekanntenkreis und auf den Motorradtreffs umgehört. Überraschenderweise konnte mir niemand so wirklich eine Erklärung dafür geben.



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