Bodensee: Tipps für Entdecker

Er ist Deutschlands größter, tiefster und wasserreichster See: Der Bodensee. Und das, obwohl neben Deutschland auch Österreich und die Schweiz Anteile an ihn haben.


Abendstimmung am Bodensee


Seine Ausmaße sind beeindruckend: 63 km lang, 14 km breit und eine Fläche von insgesamt 536 km². Diese bietet auch Platz für viele Insel. Immerhin zehn davon sind jeweils mehr als 2000 m² groß. Die bekanntesten sind sicherlich Reichenau und Mainau.

Aber auch die Städte am Ufer des Bodensees sind vielen ein Begriff: Konstanz, Friedrichshafen, Meersburg oder Lindau sind einige von vielen Orten, die überregional bekannt sind.

An insgesamt fünf Tagen war ich vor Ort. Viel zu kurz natürlich, um "alles" zu sehen. Aber immerhin doch lang genug, um einige schöne und interessante Orte zu entdecken. Da ich in der kalten Jahreszeit dort war, habe ich auf den Besuch der Inseln verzichtet. Auch beschränkte ich mich auf Deutschland und die Schweiz. Beim nächsten Mal möchte ich zu einer wärmeren Jahreszeit dort sein und werde dann sowohl Österreich als auch einige der Inseln besuchen.

Hier also meine Vorschläge für den Bodensee:


 

 
1. In Deutschland:

    1.1 Das barocke Kloster Birnau
    1.2 Das Pfahlbaumuseum in Unteruhldingen
    1.3 Meersburg
    1.4 Das Zeppelin Museum in Friedrichshafen
    1.5 Wasserburg am Bodensee
    1.6 Lindau

2. In der Schweiz:
    2.1 Der Rheinfall bei Schaffhausen
    2.2 Stein am Rhein
    2.3 Napoléonmuseum Thurgau im Schloss Arenenberg
    2.4 Gottlieben

 



 1.1 Das barocke Kloster Birnau 

An der Westroute der Oberschwäbischen Barockstraße, direkt an der B 31, steht das Kloster Birnau. Die barocke Klosterkirche, die mit ihrem rosa-weißen Gebäude und dem markanten, schlanken Kirchturm von der Straße aus sogleich ins Auge fällt, ist eines der Wahrzeichen am Bodensee.


Kloster Birnau

-> Blick auf das Kloster Birnau


Erbaut wurde das Kloster zwischen 1747 und 1750. Hoch über den Bodensee gelegen, hat man von hier aus einen wunderbaren Blick über den See. Bei gutem Wetter sollen auch die Schweizer Alpen zu sehen sein, aber dafür ist es heute leider zu diesig.

Von außen ist die Kirche gar nicht mal so wahnsinnig spektakulär. Hoch oben am Turm fallen die großen Turmuhren auf. Sie werden angetrieben von dem ältesten noch funktionierenden Uhrwerk Deutschlands. Wir betreten das Gebäude und sehen als erstes auf der rechten Seite einen Klostershop. Dort erkundigen wir uns nach einer Führung. Die wird allerdings nur mit einer Voranmeldung angeboten. Also müssen wir den Innenraum auf eigener Faust erkunden.


kloster birnau frontanssicht   kloster birnau eingang

-> Das Kloster von vorne mit dem Eingang


Und dieser Innenraum ist dann wirklich großartig. Das Auge wird fast überfordert von der reichen barocken Ausstattung. Altäre, Fresken, Stukkaturen und Skulpturen ziehen die Blicke auf sich, dazu die üppigen Deckengemälde, die nahezu keinen weißen Flecken an der Decke übrig lassen. Mir wird klar, warum die Klosterkirche auch als „Barockjuwel am Bodensee“ und als schönsten Barockkirche in der Region bezeichnet wird. Wir schlendern zwischen den Bänken nach vorne bis zu dem Altar und sind überwältigt von der ganzen Pracht. Jetzt finde ich es erst recht schade, dass wir keine Führung machen können. Mit einem fachkundigen Begleiter wäre der Rundgang hier mit Sicherheit noch viel interessanter.


kloster birnau innenraum

-> Innenraum des Kloster Birnau


kloster birnau hauptaltar

-> Innenraum des Kloster Birnau


Nach so viel staunen gehen wir zurück in den Shop und kaufen uns einen kleinen Bildband von Birnau. Anschließend gehen wir hinaus und genießen noch einmal die Aussicht auf den Bodensee. Wie schön muss es hier erst im Sommer und bei Sonnenschein sein.


Kloster Birnau

-> Dankestafel und Blick auf den Bodensee



Falls ich noch einmal hierher komme, würde ich mich auf jeden Fall rechtzeitig um eine Führung kümmern.

Und vielleicht kann ich dann ja dann auch die Schweizer Alpen erkennen.
Dort drüben, auf der anderen Seite des Bodensees…




 1.2 Das Pfahlbaumuseum in Unteruhldingen 

Eines der Highlights am Bodensee ist für mich das Pfahlbaumuseum, ein archäologisches Freilichtmuseum in Unteruhldingen. Bereits 1922 wurde es eröffnet und wird seitdem ständig erweitert und umgebaut. Aktuell sind es 23 Pfahlbauten, die hier stehen und besichtigt werden können.


Die Pfahlbauten in Unteruhldingen

-> Die Pfahlbauten in Unteruhldingen


Im Eintrittspreis enthalten ist immer eine Führung. Während des circa 30 minütigen Rundganges durch einige ausgewählte Häuser erhalten wir Informationen über das Leben der Menschen, die hier während der Stein- und der Bronzezeit gelebt haben. Sehr interessant und informativ.

Weniger gut gefällt mir persönlich der Beginn der Führung in dem sogenannten "ARCHAEORAMA". Hier soll interaktiv vermittelt werden, wie es auf dem Grund des Bodensees aussieht und wie die Taucher sich in den originalen Pfahlbauten bewegen.
Zum Glück dauert das nur ca. zehn Minuten.

Nach der Führung können wir uns dann auf eigener Faust auf dem Areal umsehen, was wir auch ausgiebig machen. Zum Abschluß unseres Besuches sehen wir uns noch einen Ausstellungsraum an, in dem viele Originalfunde ausgestellt sind.


Das Pfahlbaumuseum in Unteruhldingen   Das Pfahlbaumuseum in Unteruhldingen

-> Die einzelnen Pfahlbauten sind mit Stegen miteinander verbunden



Das Pfahlbaumuseum in Unteruhldingen   Das Pfahlbaumuseum in Unteruhldingen

-> In einigen der Pfahlbauten sind auch Gegenstände aus dem damaligen Alltag der Menschen ausgestellt.


Das Museum zählt mit rund 300.000 Besuchern jährlich zu den am meisten besuchten Freilichtmuseen Europas. Jetzt im November ist allerdings nicht so viel los.

Der Ort Unteruhldingen selbst hat sich auf die vielen Besucher bestens eingestellt. Neben diversen Übernachtungsmöglichkeiten gibt es auch einige Cafés und Restaurants.




 1.3 Meersburg 

Wer wie wir mit der Fähre von Konstanz anreist, betritt Meersburg nach wenigen Gehminuten vom Anleger aus durch das Unterstadttor. Und befindet sich sogleich in kleinen Gassen mit Fachwerkhäusern, Cafés und kleinen Geschäften.


Meersburg Unterstadttor

-> Das Unterstadttor in Meersburg


Uns zieht es aber zur Burg Meersburg. Nicht nur, weil sie die älteste, noch bewohnte Burg Deutschlands ist. Auf Burg Meersburg hat Annette von Droste-Hülshoff einige Jahre Ihres Lebens verbracht, auch ihre letzten. Noch heute gilt sie als eine der bedeutendsten deutschen Dichterinnen. Hier auf der Burg kann (unter anderem) ihr Arbeitszimmer und das Schlaf- und Sterbezimmer besichtigt werden.


Meersburg von aussen

-> Blick auf Schloss Meersburg in Meersburg


Meersburg kleiner Altar   Meersburg Brunnen

-> Wir erkunden das Schloss Meersburg.


Meersburg Schlafraum der Droste   Meersburg Textsammlung

-> Auf der Meersburg hat die Dichterin Droste-Hülshoff einige Zeit gelebt und an ihren Werken geschrieben.


Nach dieser Besichtigung steigen wir zunächst einige Stufen zum neuen Schloss hinauf. Das besichtigen wir zwar nicht, genießen aber von der großen Terrasse aus den wirklich schönen Blick über den Bodensee.

Nach so viel sehen und ansehen gönnen wir uns eine Pause und suchen uns ein kleines Café, wo wir uns mit Kaffee und Kuchen stärken.


Aussicht von der Schlossterrasse

-> Aussicht von der Schlossterrasse


Meersburg Obertor   Meersburg Gasse

-> Obertor und Buchhandlung in Meersburg.


Wo es ein Unterstadttor gibt, da gibt es auch ein Obertor. Und durch dieses gehen wir anschließend und folgen weiter den Spuren der Droste-Hülshoff. In den Weinbergen am Rande von Meersburg hatte sie bei einer Versteigerung ein kleines Haus erworben, dass sie in den folgenden Jahren nach ihren Vorstellungen und Wünschen umbaute und einrichtete. Eingezogen ist sie dort allerdings nie, da sie aus gesundheitlichen Gründen zumeist in der Burg bleiben musste.

Heute ist in dem Schwalbennest, wie sie es nannte, ein „Museum zur Erinnerung an Annette von Droste-Hülshoff“ untergebracht. Und dieses sehen wir uns nun auch an.


Das Drostemuseum Meersburg

-> Das Drostemuseum in Meersburg


Meersburg Drostemuseum innen   Meersburg Drostemuseum innen

-> Ausstellung im Drostemuseum


Zum Abschluss unseres Meersburg-Besuches besuchen wir dann auch noch das Grab der Dichterin. Ihr Grabstein steht am Rande der Familien-Begräbnisstätte nahe der alten Friedhofskapelle.


Meersburg ist ein Ort, in dem es Spaß macht, einfach so ein wenig umherzuschlendern. Auch dann, wenn man nicht wie wir auf den Spuren der Droste-Hülshoff unterwegs ist. Da das auch viele andere Touristen so sehen, ist es leider recht voll hier. Trotzdem lohnt es sich meiner Meinung nach, sich einige Stunden Zeit zu nehmen, um hier durch die Gassen zu stöbern.




 1.4 Das Zeppelin Museum in Friedrichshafen 

Wer sich für die Geschichte der Luftschifffahrt im allgemeinen und für Zeppeline im speziellen interessiert, der ist hier richtig: Im Zeppelin-Museum in Friedrichshafen werden auf 4.000 m2 Fläche mehr als 1.500 Originalexponate ausgestellt. Hinzu kommen historischen Ton-, Film- und Bildaufnahmen. Damit präsentiert das 1996 eröffnete Museum die weltweit größte Sammlung zu Geschichte und Technik der Luftschifffahrt. Und begeistert damit jährlich über 250.000 Besucher aus aller Welt.


Eingang zum Zeppelin Museum

-> Von außen ein wenig unscheinbar, so präsentiert sich das Zeppelin-Museum in Friedrichshafen


Die Ausstellung verteilt sich auf zwei Etagen: Im Untergeschoß befindet sich der Medienraum. Hier werden Originalaufnahmen zu wichtigen historischen Ereignissen gezeigt. Insbesondere der LZ 129 Hindenburg ist viel Platz gewidmet. Der „Luxusliner der Lüfte“ geriet am 6. Mai 1937 beim Landemanöver in Lakehurst in Brand und stürzte ab. 36 Menschen starben bei dieser Tragödie. Darüber hinaus wird gezeigt, wie die Passagiere in den 1930er Jahren ihre Luftschiffsreise erlebten. Welche Formalitäten mußten beachtet, welche Sicherheitsbestimmungen eingehalten werden?


Im Zeppelin Museum    Im Zeppelin Museum

-> Im Zeppelin Museum.


Vom Erdgeschoß aus führt ein Fallreep hinauf in die erste Etage. Hier wurde nach historischen Plänen der Passagierbereich der LZ 129 in Originalgröße nachgebaut. Der Rundgang führt dann weiter an verschiedenen Vitrinen vorbei, in denen das Leben und das Arbeiten an Bord beschrieben wird. Außerdem kann hier das größte erhaltene Wrackteil der Hindenburg bewundert werden, der Ruderlagerarm.

In der sich dann anschließenden Ausstellungshalle werden weitere Themen beleuchtet:
  • die Geschichte der Luftfahrt im allgemeinen
  • die Entwicklung des Zeppelin-Konzerns bis heute
  • die „Wunderkammer“ mit Medaillen, Briemarken, Tellern und Spielzeug rund um den Zeppelin
In großen Glasschaukästen sind Originalexponate und exakt rekonstruierte Modelle ausgestellt. Fotos und Filme werden gezeigt. Angefangen bei den Gebrüder Montgolfier bis hin zu den Zeppelinen der neuesten Technologie wird die Entwicklung der Luftfahrtgeschichte sehr ausführlich dokumentiert. Und auch die Geschichte der Familie Zeppelin wird hier erzählt.

Wer möchte, kann in einem weiteren Raum selbst einfache Experimente zur Luftfahrttechnik durchführen. Was ist der Vorteil der Stromlinienform? Wie funktioniert Auftrieb? Mehrere Experimentierstationen laden ein, solche Fragen auf den Grund zu gehen.


Im Zeppelin Museum    Im Zeppelin Museum >

-> Im Zeppelin Museum.


 Im Zeppelin Museum    Im Zeppelin Museum

-> Im Zeppelin Museum.


Zum Abschluß besuche ich noch den wirklich gut sortierten Museumsshop. Modelle, Postkarte, Bücher, Schmuck – die gesamte Palette von Souvenirs ist hier erhältlich. Wer mag, kann seinen Museumsbesuch hier mit dem Kauf eines Andenkens abrunden.


PS:
Ein wenig überrascht war ich, dass im Zeppelin Museum auch eine Kunstsammlung untergebracht ist. In dem oberen Stockwerk werden die Werke süddeutscher Maler vom Mittelalter bis zur Neuzeit gezeigt. Die habe ich mir allerdings nicht angesehen.




 1.5 Wasserburg am Bodensee 

Auf dem Weg von Friedrichshafen nach Lindau machen wir einen kurzen Stop in Wasserburg am Bodensee. Hier gibt es mehrere große Parkplätze, auf denen wir problemlos einen Platz für unseren Wagen finden.
Unser Ziel hier im Ort ist die Kirche St. Georg. Diese liegt auf einer kleinen Halbinsel und ist schon von außen sehr nett anzusehen. Erstmals erwähnt im Jahre 784, wurde sie im Laufe der Jahrhunderte immer wieder erneuert und erweitert.


Kirche St. Georg in Wasserburg am Bodensee

-> Die Kirche St. Georg in Wasserburg am Bodensee


Aber auch von innen kann sich St. Georg sehen lassen. Deckenfresken mit Motiven aus der Geschichte Wasserburgs, ein barocker Hochaltar und ein reichverziertes Orgelwerk laden zum Betrachten ein. Drei Steintafeln an den Säulen erinnern außerdem daran, das der Bodensee bereits dreimal komplett zugefroren war: 1573, 1830 und 1963. Für mich ist das hier und heute kaum vorstellbar.


Die Kirche St. Georg in Wasserburg am Bodensee   Die Kirche St. Georg in Wasserburg am Bodensee

-> Im inneren von St. Georg



Die Kirche St. Georg in Wasserburg am Bodensee

-> Im inneren von St. Georg


Im Anschluss an unseren Kirchenbesuch machen wir noch einen Abstecher zu dem kleinen Anleger. In den Sommermonaten halten hier die Fähren auf ihren Fahrten zwischen Konstanz und Bregenz sowie zwischen Rorschach und Lindau. Jetzt, im November, ist hier wenig los. Aber die Aussicht auf dem Bodensee ist durchaus auch jetzt sehenswert.


Wasserburg am Bodensee: Blick auf den See

-> Wasserburg am Bodensee: Blick auf den See


Wir runden unseren Besuch in Wasserburg am Bodensee in einem Café bei Kaffee und Kuchen ab. Auch davon gibt es einige hier im Ort. Und wir sind uns einig, dass wir bei unserem nächsten Bodenseeurlaub hier gerne wieder einen Stop einlegen.




 1.6 Lindau 

Das Lindau bei Touristen sehr beliebt ist, war mir im Vorfeld durchaus klar. Was jetzt aber tatsächlich hier los ist, übertrifft dann doch meine Erwartungen. Oder besser, meine Befürchtungen. Hier sind mehr Menschen unterwegs als einem Adventssamstag in Dortmund auf dem Westenhellweg. Es herrscht ein unglaubliches Gedränge und fast wären wir auf dem Absatz umgekehrt. „Schuld“ daran ist der Lindauer Jahrmarkt. Dieser verteilt sich in der ganzen Innenstadt und besteht aus dem Krämermarkt sowie einem Vergnügungspark, außerdem sind jede Menge Imbiss- und Süßwarenstände aufgebaut. Das sonnige und für einen Novembertag viel zu warme Wetter trägt vermutlich auch dazu bei, dass lediglich ein „mitschwimmen“ in dieser Menschenmenge möglich ist.

Trotzdem schlagen wir uns durch bis zum Hafen mit seiner Hafeneinfahrt, dem Wahrzeichen der Stadt. Dort, auf der Hafenmauer, ist es ein wenig ruhiger. Da stehen wir nun: Auf der einen Seite ein Riesenrad und andere Kirmesgeschäfte, auf der anderen Seite die Statue des bayerischen Löwen (6 Meter hoch) und der neuer Leuchtturm (33 Meter hoch), die gemeinsam die Hafeneinfahrt bewachen.


Lindau Hafen mit altem Luchtturm   Lindau Hafeneinfahrt

-> Lindau Hafen



Nachdem wir beides ausgiebig betrachtet haben, machten wir uns auf den Rückweg. Diesmal aber nicht mitten durch die Stadt, sondern wir versuchen, das Gedränge und Gewühle zu umgehen und halten uns immer am Rand des Ortes. Immerhin finden wir ein kleines Lokal, in dem noch ein Tisch für uns frei ist und wo wir gut essen können. So gestärkt, kämpfen wir uns noch einmal durch die Menschenmassen, insbesondere durch die Maximilienstraße, der Einkaufsmeile der Stadt.


Lindau Haus Zum Cavazzen   Lindau Spruch auf Hauswand

-> Lindau



Lindau ist schön, ohne Zweifel. Und ich denke, ich werde auch noch einmal wiederkommen. Dann allerdings, wenn hier kein Rummel herrscht und nur die „normale Anzahl“ von Touristen mit mir durch den Ort bummelt.




 2.1 Der Rheinfall bei Schaffhausen 

Er ist Europas mächtigster Wasserfall und für den Bodenseebesucher fast schon ein Pflichtbesuch: Der Rheinfall bei Schaffhausen. Über eine Breite von 150 Metern stürzt das Wasser hier 23 Meter in die Tiefe.

Unser Ziel ist Schloss Laufen. Von dort aus wollen wir einen Blick auf den Rheinfall werfen. Gut gefällt mir der große, kostenlose Parkplatz, der direkt vor dem Schloss zur Verfügung steht. Der Eintritt zum Rheinfall selbst ist dann allerdings nicht mehr frei. Nachdem wir unseren Obolus gezahlt haben, gehen wir durch das Tor in der Schlossmauer und können bald darauf einen ersten Blick auf den Wasserfall werfen.


Rheinfall Eingang zur Burg Laufen

-> Eingang zur Burg Laufen


Rheinfall Blick von oben

-> Blick vom Schloss auf den Rheinfall


Der Blick von hier oben ist recht imposant. Dieser Sommer (2018) war sehr regenarm und trotzdem rauschen hier die Wassermassen mit mächtigem Getöse hinab.

Wir allerdings wollen noch näher dran sein und steigen daher einige Stufen hinab bis zu der Aussichtsplattform "Känzeli". Diese thront direkt über dem tosenden Wasser. Wer hier nicht aufpaßt, wird leicht von der Gischt des hinabrauschenden Wassers eingehüllt.


Rheinfall Blick vom Kaenzeli

-> Näher dran geht es kaum: Auf der Aussichtsplattform Känzeli


Inmitten des Wasserfalls befinden sich zwei Felsen. Mit einem Boot können sich Touristen zu dem größeren der beiden bringen lassen und diesen über Bootsstegen gefahrlos erklimmen. Uns ist das jetzt im November zu kalt, da so eine Fahrt mit sehr viel Nässe und Feuchtigkeit verbunden ist.


Rheinfall Insel im Wasser

-> Insel inmitten des Wasserfalls



Einige Zeit stehen wir hier, inmitten des rauschenden und tosenden Wassers. Von den anderen Besuchern um uns herum sind viele verschiedene Sprachen zu hören. Der Rheinfall von Schaffhausen ist eindeutig ein Anziehungspunkt für Menschen aus aller Welt.

Auf dem Weg zurück zum Parkplatz machen wir noch einen kurzen Stop im Souvenirshop. Auch eine Restauration gibt es hier, dazu weitere Spazier-Möglichkeiten. Ein Besuch hier kann also durchaus auch ein wenig länger ausfallen.




 2.2 Stein am Rhein 

Wer bemalte Häuserfassaden mag, die dazu mit vielen unterschiedlichen Erkern ausgestattet sind, kommt in Stein am Rhein auf seine Kosten. Rund um den Rathausplatz mit seinem Brunnen verteilen sich jede Menge Bürgerhäuser aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Die mittelalterliche Bausubstanz, die hier erhalten blieb, machen Stein am Rhein heute zu den am meisten besuchten Ort in der Schweiz und brachte ihm den Spitznahmen "Rothenburg am Hochrhein" ein. Und ich muss zugeben, ich weiß vor lauter Pracht gar nicht, wohin ich zuerst gucken soll.


Stein am Rhein Marktplatz

-> Der Marktplatz in Stein am Rhein



Häuserzeile am Marktplatz   Hausfront am Marktplatz

-> Stein am Rhein



Stein am Rhein Rathaus   Stein am Rhein Brunnen

-> Stein am Rhein


Das soviel Schönheit (und Beliebtheit) ihren Preis hat, erfahre ich bald darauf in einem kleinen Café: Für zwei Waffeln und zwei Cappuccino bezahle ich fast 30,- Euro. Wobei, das sei an dieser Stelle einmal erwähnt, die Schweiz generell ein recht teures Pflaster ist, zumindest für unsere bundesdeutschen Geldbeutel.

Nach dieser Stärkung für Geist und Seele (und gleichzeitig Schwächung für unser Portemonnaie) schlendern wir noch ein wenig durch den Ort und seine kleine Gassen.

Das Kloster St. Georgen, eine der am besten erhaltenen mittelalterlichen Klosteranlagen der Schweiz, beherbergt heute das „Museum Kloster Sankt Georgen“. Leider hat es nur von April bis Oktober geöffnet, so dass wir es nicht besichtigen können. Das ist wirklich schade, denn ich habe im Internet einige Bilder aus dem inneren des Museums gesehen und hatte mich schon auf einen Besuch dort gefreut.


Stein am Rhein Kloster St. Georgen

-> Das ehemalige Kloster St. Georgen in Stein am Rhein, heute ein Museum



Weniger spektakulär, sondern sachlich-nüchtern-funktionell ist die Brücke über den Rhein, die die beiden Stadtteile „Stein am Rhein“ und „Stein am Rhein vor der Brugg“ voneinander trennt. Oder besser gesagt verbindet. Nach unserem Besuch fahren wir hier über den Fluß und erreichen dadurch wieder die Südseite des Bodensees. So kommen wir ohne eine Fahrt mit der Fähre zurück nach Kreuzlingen/Schweiz, wo wir unsere Unterkunft haben.




 2.3 Napoléonmuseum Thurgau im Schloss Arenenberg 

Inmitten eines kleinen Parks, oberhalb des Ortes Mannenbach am Bodensee, liegt das Schloss Arenenberg. Zwischen 1817 und 1906 gehörte dieses Anwesen der Familie Bonaparte. Es waren in erster Linie zwei Damen, die diesem Haus ihrem Stempel aufdrückten: Hortense de Beauharnais, Gemahlin von Ludwig Bonapartes, dem Bruder Napoléons. Und ihre Schwiegertochter, Eugenie de Montijo, der Frau ihres Sohnes Napoléon III.


Schloss Arenenberg

-> Schloss Arenenberg



In dem Schloss ist heute ein Museum untergebracht. Wir stecken unsere Füße in große Filzpantoffel und erkunden damit die verschiedenen Räume. Auf vier Etagen können Salons, Privaträume, Schlafzimmer sowie Räume der Bediensteten besichtigt werden. Eine Führung gibt es leider nicht, aber in jedem Raum sind Informationsblätter ausgelegt. Auf denen sind jeweils der Zweck dieses Raumes sowie der vorhandenen Gegenstände und Bilder beschrieben. Das ist recht informativ und wir halten uns damit eine ganze Weile in den verschiedenen Räumen auf.


Napoleonmuseum Arbeitszimmer   Napoleonmuseum Salon

-> Im Napoléonmuseum auf Schloss Arenenberg


Napoleonmuseum Spielzimmer   Napoleonmuseum Nähstube

-> Im Napoléonmuseum auf Schloss Arenenberg


Auch der Garten des Schlosses wird im Sommer vermutlich ein schönes Bild abgebeben. Jetzt im November ist es in erster Linie aber die Aussicht auf den Bodensee, die mir gefällt.


Arenenberg Blick auf den Bodensee

-> Blick vom Schloss Arenenberg auf den Bodensee



Wer mag, kann auch das Kaiserbad besichtigen, das in einem etwas abseits gelegenen Gebäude untergebracht ist. Dahin gelangt man, indem man durch den Souvenirshop geht, der gleichzeitig auch Kasse ist. Und der eine große Auswahl an Erinnerungsstücke sowie Bücher und Zeitschriften rund um das Thema Napoléon anbietet.




 2.4 Gottlieben 

Rund zwei Kilometer westlich von Konstanz liegt das ehemalige Fischerdorf Gottlieben. Jetzt, im November, strahlt der Ort sehr viel Ruhe und Beschaulichkeit aus. Das wird im Sommer vermutlich ganz anders sein: Viele schmucken Fachwerkhäuser, ansprechende Hotel- und Restaurationsbetriebe sowie die in den Sommermonaten hier haltendenden Schiffe der weißen (Bodensee-) Flotte werden in der wärmeren Jahreszeit viele Touristen anlocken. Und dann wird der Ort ein ganz anderes Bild abgeben.


Gottlieben Schild

-> "Gottlieben" heißt wirklich so ;-)


Uns gefällt die idyllische Lage und wir flanieren ein wenig durch den kleinen Ort. Dabei bewundern wir neben den schmucken Häusern auch die kleine Kirche und finden es ein wenig schade, dass das hier befindliche Schloss nicht besichtigt werden kann, ja, sogar von der Strasse aus kaum zu erkennen ist. Aber natürlich gilt es, die Privatsphäre der Schlossbesitzer zu respektieren.


Gottlieben Fachwerkhaus

-> Gottlieben hat schöne Häuser


Gottlieben Kirche   Gottlieben Schlossturm

-> Kirche und Schlossturm von Gottlieben



Für uns ist Gottlieben heute ein kleiner Ruhepol, den wir ganz bewußt geniessen.

Auch, wenn es hier offensichtlich Ungeheuer gibt … :o)


Hausschmuck

-> Hausschmuck am Hotel "Drachenburg"





 Ein Wort zum Schluss: 

Übernachtet habe ich in Kreuzlingen/Schweiz. Das liegt direkt neben Konstanz, zu Fuß ist man in knapp zwanzig Minuten in der Konstanzer Altstadt. Da ich tagsüber immer unterwegs war, kenne ich Konstanz also nur im dunklen. Es gibt dort eine überraschend große Fußgängerzone mit vielen kleinen Geschäften, in denen man wunderbar stöbern kann. Außerdem jede Menge Restaurants und Kneipen. Da ist wirklich für jeden Geschmack etwas dabei.

Am Hafen kann man die Imperia bewundern, ein beliebtes Fotomotiv und Wahrzeichen der Stadt. Und am Hafen starten auch die Schiffstouren. Ob nach Meersburg, nach Friedrichshafen oder zu den Bodenseeinseln - von Konstanz aus ist das alles kein Problem. Darum habe ich mir fest vorgenommen, beim meinem nächsten Bodensee-Besuch Konstanz auch bei Tageslicht kennen zu lernen.





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