Papenburg: Alles Meyer oder was?

Es gibt kaum jemanden, der beim Stichwort “Papenburg” nicht an die Meyer Werft denkt.
“Dort werden die großen Kreuzfahrtschiffe gebaut” weiß praktisch jeder, den ich von meinem geplanten Besuch erzähle.Und mehr als die Hälfte von all denen berichten dann, dass sie bereits einmal die Werft besichtigt haben und dass es ein super Erlebnis war.

Dementsprechend groß sind meine Erwartungen, als ich auf meiner Rückfahrt von einem langen Wochenende in Ostfriesland einen Zwischenstopp in Papenburg einlege, um mir die Meyer Werft (MW) anzusehen. Vorab hatte ich im Internet diesen Termin reserviert. Und das kann ich jedem nur empfehlen, denn obwohl es Mitte Januar und somit nicht gerade die beliebteste Reisezeit ist, ist die Tour komplett ausgebucht. Es gibt anscheinend sehr viele Menschen, die die weltgrößte Schiffsbauhalle einmal von innen sehen wollen.

Treffpunkt für uns Besucher war der alte Zeitspeicher in Papenburg. Dort bekam ich die Eintrittskarte ausgehändigt und ab dort fuhr auch der Bus, der die Besucher zur Werft bringt. Keine zehn Minuten dauert die Fahrt, dann stehen wir auch schon vor dem Eingang der Werft.


Besucherzentrum der Meyerwerft

-> Eingang zum Besucherzentrum der Meyerwerft


Wir betreten die Anlage durch das Besucherzentrum. Da wir sehr viele Interessierte sind, werden wir in zwei Gruppen eingeteilt. Ich gehöre zur ersten und wir marschieren direkt in einen kleinen Kinoraum. Dort sehen wir einen Film mit dem Namen „Symphonie der Meere“. Hier wird der Bau des Kreuzfahrtschiffes „Quantum of the seas“ gezeigt, dass mit einer Länge von über 348 Metern und einer Breite von über 40 Metern das bis dato größte Schiff, dass auf der Meyer Werft gebaut wurde. Lange dauert die Vorführung nicht, dann verlassen wir den Vorführraum und werden direkt in den nächsten geführt. Hier bekommen wir die Geschichte der MW erzählt, die mittlerweile bereits in der siebten Generation im Besitz der Familie Meyer ist. Der Film ist zwar recht kurz gehalten, aber trotzdem stelle ich mir die Frage, ob das mit den Filmchen gucken jetzt wohl so weiter geht …

Geht es zum Glück nicht. Nach diesem kurzen (und durchaus nicht uninteressanten) Film wird unsere Gruppe in die „Ahnengalerie“ geführt. Hier sind Modelle von vielen der Schiffe zu sehen, die mittlerweile in Papenburg gebaut wurden. Und das waren nicht nur Kreuzfahrtschiffe. Auch Tankschiffe und ein Seenotrettungskreuzer sind hier vom Stapel gelaufen.


Schiffsmodelle in der 'Ahnengalerie'

-> Schiffsmodelle in der 'Ahnengalerie'


Model der 'Quantum of the Seas'

-> Model der 'Quantum of the Seas'


Von hier aus gehen wir einen Raum weiter, ich nenne ihn einfach mal „Inforaum“. Denn hier erhalten wir jede Menge Informationen: Wie groß ist die Werft? Wie viele Menschen arbeiten hier? Wie lange dauert es, ein Kreuzfahrtschiff zu bauen? Auch, dass die Meyer-Werft "Filialen" in Warnemünde an der Ostsee und Turku (Finnland) hat, wird hier erzählt. Und wir Besucher können Fragen stellen, was einige auch ausgiebig nutzen.


Im Besucherzentrum der Meyerwerft

-> Infotafel im Besucherzentrum


Im Besucherzentrum der Meyerwerft

-> Infotafel im Besucherzentrum


Anschließend werden wir dann in einen "Aussichtsraum" geführt, von wo aus wir durch fast raumhohe Glasscheibe einen Blick in die Produktionshalle werfen können, eines der größten überdachten Baudocks auf der Welt. Hier wird gerade ein Kreuzfahrtschiff gebaut, viele Details sind bereits gut zu erkennen.

Die Schiffe entstehen hier übrigens nicht in einem Stück, sondern werden zunächst in einzelnen Blöcken getrennt voneinander gebaut. Aus bis zu sieben Blöcken kann ein Schiff bestehen. Und diese Blöcke werden dann zum Schluss zusammengesetzt und ergeben das fertige Schiff.

Fotografieren ist hier ausdrücklich erlaubt und von dieser Möglichkeit macht so gut wie jeder Gebrauch.


Große Produktionshalle in der Meyerwerft

-> Blick in die große Produktionshalle


Große Produktionshalle in der Meyerwerft

-> Blick in die große Produktionshalle


Große Produktionshalle in der Meyerwerft

-> Blick in die große Produktionshalle


Nachdem alle Fotowünsche erfüllt und jegliche Fragen zu dem Produktionsbereich beantwortet sind, gehen wir weiter durch den Besucherbereich. Hier werden nun einige der Auftraggeber vorgestellt. Und wir bekommen weitere Informationen. So erfahren wir, dass es in der Branche üblich ist, für die verspätete Auslieferung eines Kreuzfahrtschiffes eine Strafe in Höhe von 300.000 bis 400.000 Euro bezahlen zu müssen. Pro Tag, wohlgemerkt! Bei der Meyer-Werft ist dies allerdings noch nie vorgekommen.


Im Besucherzentrum der Meyerwerft

-> Rundgang durch das Besucherzentrum


Im Besucherzentrum der Meyerwerft

-> Rundgang durch das Besucherzentrum


Im Besucherzentrum der Meyerwerft

-> Rundgang durch das Besucherzentrum


Dann kommen wir zu den Kabinen. Eine Standardkabine wird als "Bausatz" angeliefert und innerhalb von nur 20 Minuten eingebaut. Die Suiten dagegen werden individuell angefertigt. Betreten können wir diese Musterkabinen nicht, sondern lediglich durch eine Scheibe einen Blick hineinwerfen.

Interessant sind auch die Ausführungen unserer Reiseleiterin. Viele der Kabinen haben ein Bullauge, durch das bei den meisten das Meer zu sehen ist. Bei einigen (Innenkabinen) dienst es allerdings lediglich als Monitor, auf dem ein Live-Video des Meeres übertragen wird. Eine Illusion, die bei den Passagieren gut ankommt.


Musterkabine eines Kreuzfahrtschiffes im Besucherzentrum der Meyerwerft

-> Musterkabine eines Kreuzfahrtschiffes


Musterkabine eines Kreuzfahrtschiffes im Besucherzentrum der Meyerwerft

-> Musterkabine eines Kreuzfahrtschiffes


Anschließend sehen wir uns auch noch das zweite überdachte Baudock an. Dieses wurde Ende 2008 fertiggestellt und ermöglicht der Weft, gleichzeitig an zwei Schiffen zu bauen.

Momentan ist hier in der „kleinen“ Halle allerdings gerade nichts los. Trotzdem bekommen wir eine Vorstellung davon, wie riesig dieses Gebäude ist. Und dies ist ja nur das kleinere der beiden Docks.


Kleine Produktionshalle in der Meyerwerft

-> Blick in die kleine Produktionshalle


Zum Abschluss der Führung sehen wir nochmal einen Film. Er zeigt die Überführung eines fertigen Schiffes über die Ems zur Nordsee. Ganz unproblematisch ist das nicht. Die Ems muss dafür extra ausgebaggert und angestaut werden, Autobrücken werden gesperrt und hochgeklappt und die Schiffe passen oft nur um Haaresbreite an Bauwerke vorbei. Der ganze Weg von Papenburg bis nach Emden wird dann jeweils von unzähligen Schaulustigen flankiert.

Mitte März und Mitte September wird jeweils ein Schiff überführt. Der genaue Termin wird dann im Internet bekannt gegeben.



Kurzinfo Meyerwerft

Meyerwerft in Papenburg

Internet: www.meyerwerft.de


Eintrittskarten können telefonisch oder online reserviert werden:
  1. Telefon 04961-83 96-0, Fax: 04961-83 96-96
  2. Online unter www.papenburg-marketing.de
  3. E-Mail: info@papenburg-marketing.de
Dort finden sich auch weitere Informationen wie z.B. Öffnungszeiten, Preise und Sonderführungen.








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