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Geschichten & Bilder von unterwegs     

Minikreuzfahrt Ostsee
mit Kopenhagen, Malmö, Lübeck (und Hamburg)

Nach den guten Erfahrungen mit den Minikreuzfahrten von "Kiel nach Oslo" und von "Amsterdam nach Newcastle" fand ich die Idee von einer "Minikreuzfahrt Ostsee" recht reizvoll. Lübeck, Kopenhagen und Malmö kenne ich noch nicht und dass es auf dem Rückweg noch einen Stopp in Hamburg gibt, ist eine nette Zugabe.

SAMSTAG:

Unsere Tour startet Samstagmorgen um entspannte viertel vor acht hier im Dorf. Um diese Zeit steigen wir nämlich in den Shuttlebus, der uns in gut fünf Fahrstunden hinauf an die Ostsee bringt, inklusive einmal umsteigen in einen großen Reisebus und zwei kurzen Pausen auf Autobahnraststätten.

Ankunft in Lübeck

Am späten Mittag erreichen wir die alte Hansestadt Lübeck. In der Nähe des bekannten „Holstentor“, dem Lübecker Wahrzeichen, steigen wir aus dem Bus und machen uns auf zu einem kleinen Spaziergang. Wir gehen am Holstentor vorbei, überqueren die „Trave“, halten uns anschließend links und schlendern dann entspannt am Fluss entlang.

Das Holstentor in Lübeck
-> Das Holstentor in Lübeck

Lübeck, Blick auf die Trave
-> Lübeck, Blick auf die Trave

Häuserzeile in Lübeck
-> Häuserzeile in Lübeck

Weit laufen müssen wir nicht. Recht bald erreichen wir eine Fußgängerbrücke, die über die Trave hinüber zur „Musik- und Kongresshalle Lübeck“ führt. Dort ganz in der Nähe befindet sich eine Bootsanlegestelle, von wo aus wir uns mit einem Ausflugsboot aufmachen zu einer Rundfahrt auf der Trave rund um die Lübecker Altstadt.

Die Musik- und Kongresshalle Lübeck
-> Die Musik- und Kongresshalle Lübeck

Blick über die Trave
-> Blick über die Trave

Unser Ausflugsboot legt an
-> Unser Ausflugsboot legt an

Die Bootstour führt uns in nördlicher Richtung zunächst an dem kleinen Museumshafen vorbei. Im weiteren Verlauf folgen wir dem Wasser und müssen bei den teilweise recht niedrigen Brücken, die wir unterqueren, immer wieder auf unsere Köpfe aufpassen. Unser Kapitän versorgt uns mit vielen Informationen und erzählt auch so manche Anekdote aus der Lübecker Geschichte. So klopfte im Jahre 1806 Napoleon an das Lübecker Stadttor und verlangte, eingelassen zu werden. Ansonsten, so seine Drohung, würde er die ganze Stadt in Schutt und Asche legen. Die Lübecker Stadtväter berieten sich und als Napoleon ihnen versprach, nur kurz in Lübeck zu bleiben und auch seine Soldaten anzuweisen, sich ordentlich zu benehmen, öffneten sie dem Franzosen die Tür. Dem allerdings gefiel es in Lübeck so gut, dass er ganze sieben Jahre hierblieb. Und auch seine Soldaten nutzen ihren Aufenthalt dazu, alles was auch nur im Ansatz wertvoll war, an sich zu nehmen und aus der Stadt zu schaffen. Als die französischen Truppen Lübeck im Jahre 1813 endlich wieder verließen, waren die Stadt und ihre Einwohner bettelarm geworden. Ein Aderlass, von dem sich Lübeck bis heute nicht mehr erholt hat.

Den Wahrheitsgehalt dieser Geschichte zu überprüfen überlasse ich jetzt mal jedem selbst. Ich bewundere da viel lieber den schönen Blick auf die „sieben Türme der Lübecker Altstadt“. Die fünf Lübecker Gotteshäuser St. Jakobi, St. Marien, St. Aegidien, St. Petri sowie der Lübecker Dom verfügen zusammen über sieben Türme, die schon vom weiten das Bild der Lübecker Altstadt prägen. Bei so viel Informationen und Ausblicken vergeht die Zeit recht schnell und knapp eine Stunde später verlassen wir mit vielen Eindrücken in der Nähe des Holstentors wieder das Schiff.

Bootstour auf der Trave rund um die Lübecker Altstadt
-> Bootstour auf der Trave rund um die Lübecker Altstadt

Bootstour auf der Trave rund um die Lübecker Altstadt
-> Bootstour auf der Trave rund um die Lübecker Altstadt

Bootstour auf der Trave rund um die Lübecker Altstadt
-> Bootstour auf der Trave rund um die Lübecker Altstadt

Bootstour auf der Trave rund um die Lübecker Altstadt
-> Bootstour auf der Trave rund um die Lübecker Altstadt

Bootstour auf der Trave rund um die Lübecker Altstadt
-> Bootstour auf der Trave rund um die Lübecker Altstadt

Die Lübecker Altstadt

Nun gehen wir zu Fuß in die Altstadt und sehen uns das, was wir bisher vom Wasser aus bewundert haben, auch einmal aus der Nähe an. Die Lübecker Altstadt zählt seit 1987 zum UNESCO-Weltkulturerbe und wir sehen uns den Marktplatz mit dem historischen Rathaus und der in unmittelbarer Nähe stehenden St. Marien-Kirche an, machen einen Abstecher zum Buddenbrockhaus und werfen zum Abschluss noch einen Blick in das Café Niederegger. Hier kann man nicht nur Marzipan in quasi allen Variationen essen und für Zuhause kaufen, hier befindet sich in der oberen Etage auch ein kleines Marzipanmuseum.

Marktplatz mit dem historischen Rathaus
-> Marktplatz mit dem historischen Rathaus

Das historische Rathaus
-> Das historische Rathaus

Die St. Marien-Kirche
-> Die St. Marien-Kirche

Das Buddenbrockhaus
-> Das Buddenbrockhaus

Café Niederegge in der Fussgängerzone
-> Café Niederegge in der Fussgängerzone

Marzipanmuseum im  Café Niederegge
-> Aufgang zum Marzipanmuseum im Café Niederegge

Marzipanmuseum im  Café Niederegge
-> Marzipanmuseum im Café Niederegge

Marzipanmuseum im  Café Niederegge
-> Marzipanmuseum im Café Niederegge

Marzipanmuseum im  Café Niederegge
-> Marzipanmuseum im Café Niederegge

Im Anschluss haben wir noch ein wenig freie Zeit zur Verfügung, die wir für einen Spaziergang und den Besuch der Kirche St. Aegidien nutzen. Die finde ich sowohl von außen als auch von innen recht beeindruckend, auch wenn wir nur wenig Zeit für den Besuch haben, da hier in wenigen Minuten ein „Tiergottesdienst“ beginnt. Viele Besucher sind bereits mit ihren Tieren in der Kirche, daher reicht es leider nur für einen kleinen Rundgang.

Die Kirche St. Aegidien
-> Die Kirche St. Aegidien

Die Kirche St. Aegidien
-> Die Kirche St. Aegidien

Die Kirche St. Aegidien
-> Die Kirche St. Aegidien

Von St. Aegidien aus schlendern wir nun durch kleine Gassen zurück zum Treffpunkt, wo unser Bus schon auf uns wartet.

Mein Fazit für Lübeck: Ich möchte gerne noch einmal wiederkommen.

Kleine Gasse in Lübeck
-> Kleine Gasse in Lübeck

Kleine Gasse in Lübeck
-> Kleine Gasse in Lübeck

Von Lübeck aus machen wir uns nun auf dem Weg nach Travemünde. Die kurze Fahrt nutzt unsere Reiseleiterin für einige Informationen über den weiteren Verlauf des Tages und des Abends. Was sie allerdings nicht wusste war, dass wir nun gut eine Stunde am Hafen von Travemünde stehen und auf unsere Bordkarten warten müssen. Da es anschließend auch noch eine ganze Weile dauert, bis wir endlich auf die Fähre dürfen und unsere Kabinen beziehen können, wir es ein recht spätes Abendessen. Das aber ist recht gut und anschließend lassen wir den Tag zunächst an Deck mit einem schönen Blick auf den beleuchteten Hafen ausklingen. Die meisten Reisenden treffen sich anschließend noch in der Bar und beschließen dort diesen abwechslungsreichen Tag.

Der Hafen von Travemünde
-> Der Hafen von Travemünde



SONNTAG:

Am nächsten Morgen stehe ich noch vor dem Frühstück an Deck und genieße mit einigen anderen Frühaufstehern einen herrlichen Sonnenaufgang. Die Sonne wärmt bereits ein wenig und nur mein hungriger Magen kann mich von diesem Anblick losreißen.

Sonnenaufgang an Bord
-> Sonnenaufgang an Bord

Land in Sicht - wir erreichen Trelleborg
-> Land in Sicht - wir erreichen Trelleborg

Einfahrt in den Hafen von Trelleborg
-> Einfahrt in den Hafen von Trelleborg

Nach einem guten Frühstück verlassen wir das Schiff und fahren mit unserem Bus nach Kopenhagen. Rund eine Stunde Fahrtzeit bedeutet das und wir überqueren dabei auch die Öresundbrücke. Dieses spektakuläre Bauwerk werden wir uns auf dem Rückweg noch näher ansehen, nun fahren wir zunächst einmal mitten hinein in das Herz der dänischen Hauptstadt.

Sightseeing in Kopenhagen

Erster Stopp ist das Schloss Amalienborg. Wenn die dänischen Königsfamilie in der Stadt weilt, dann nutzt sie dieses Schloss als Stadtresidenz. Ganz in der Nähe gibt es einen Busparkplatz, von dem aus wir nach wenigen Schritten den Amalien-Garten erreichen. Von hier aus haben wir einen schönen Blick auf den Amalienborger Staatsplatz mit seinen vier einzelne Palais, dem Amalienborgmuseum und der Frederikskirche, auch Marmorkirche genannt. Hält sich die Königliche Familie hier auf, sind die Palais geflaggt, aber heute sind wohl alle in ihren Sommerresidenzen.

Blick vom Amalien-Garten auf den Amalienborger Staatsplatz
-> Blick vom Amalien-Garten auf den Amalienborger Staatsplatz

Auf dem Amalienborger Staatsplatz
-> Auf dem Amalienborger Staatsplatz

Auf dem Amalienborger Staatsplatz
-> Auf dem Amalienborger Staatsplatz

Blickt man vom Amalien-Garten in die andere Richtung, so hat man über ein schmales Band Ostsee-Wasser hinweg einen schönen Blick auf die Insel Holmen und die dort gelegene Königliche Oper. Auch einige Schiffe liegen hier und sind auf jeden Fall einen Blick wert.

Königliche Oper auf der Insel Holmen
-> Königliche Oper auf der Insel Holmen

Schiff in der nähe des Amalien-Garten
-> Schiff in der nähe des Amalien-Garten

Schiff in der nähe des Amalien-Garten
-> Schiff in der nähe des Amalien-Garten

Wir fahren jetzt mit dem Bus weiter, auch wenn wir bis zum nächsten Stopp bequem hätten laufen können. Nach nur wenigen Minuten erreichen wir dann DIE Sehenswürdigkeit von Kopenhagen schlechthin, nämlich die kleine Meerjungfrau. Wobei „klein“ hier durchaus wörtlich zu nehmen ist. Gerade mal 125 cm hoch ist die Bronzefigur, die ihre Herkunft dem gleichnamigen Märchen von Hans Christian Andersen verdankt. Ihrer Popularität schadet das aber nicht im geringsten. Touristen aus gleich mehreren Bussen versuchen alle gleichzeitig ein möglichst schönes Foto von der sitzenden Schönheit zu machen. Und, ich gebe es zu, auch ich bin mittendrin statt nur dabei   :o)

Die kleine Meerjungfrau
-> Die kleine Meerjungfrau

Die kleine Meerjungfrau
-> Die kleine Meerjungfrau

Ganz in der Nähe und leider viel weniger beachtet befindet sich das Marinedenkmal. Hier wird an die dänischen Seeleute erinnert, die während des ersten Weltkrieges ihr Leben verloren haben. Das Monument steht direkt an dem kleinen „Langelinie Hafen“. Ursprünglich als Liegeplatz für die Arbeiter der umliegenden Werften angelegt, ist er heute ein beliebter Anlaufpunkt für Segel- und Motorboote.

Marinedenkmal
-> Marinedenkmal

Langelinie Hafen
-> Langelinie Hafen

Nachdem alle ihre ganz persönlichen Fotos im Kasten bzw. auf der Speicherkarte haben, fahren wir weiter und parken den Bus in der Nähe des Kopenhagener Rathauses. Vom Rathausplatz hat man einen recht guten Blick auf das im Jahre 1905 eröffnete Gebäude.

Rathaus von Kopenhagen
-> Rathaus von Kopenhagen

Wir haben jetzt rund zwei Stunden freie Zeit und wir schlendern über den Strøget, die als eine der längsten Fußgängerzonen der Welt gilt. Wir interessieren uns aber weniger für die vielen Geschäfte und Shoppingmöglichkeiten. Uns zieht es zum „Nyhavn“, also dem „neuen Hafen“. Wobei die Bezeichnung „neu“ hier eigentlich komplett falsch ist. Bereits 1673 wurde der hier gelegene „Nyhavns-Kanalen“ fertiggestellt, der eine Verbindung von dem in der Nähe gelegenen Marktplatz „Kongens Nytorv“ zum Kopenhagener Hafen herstellen sollte. Von Anfang an gab es entlang des Kanals viele Kneipen und Tavernen, und das hat sich bis heute nicht geändert. Zwischendurch mal als recht zwielichte Gegend verschrien, zählt der „Nyhavn“ heute zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt.

Kongens Nytorv - Der neue Königsplatz mitten in Koppenhagen
-> Kongens Nytorv - Der neue Königsplatz mitten in Koppenhagen

Am 'Nyhavn'
-> Am „Nyhavn“

Und ich muss sagen, hier tobt das Leben: Restaurants, Cafés, Bierstuben, Eisdielen – für das leibliche Wohl ist hier auf jeden Fall gesorgt. Die alten Giebelhäuser sind bunt angestrichen und insbesondere junge Leute lassen es sich hier auf der Sonnenseite des Kanal gut gehen. Einfach eintauchen, mitschwimmen und genießen ist angesagt und macht so viel Spaß, dass wir aufpassen müssen, dass wir die Weiterfahrt unseres Busses nicht verpassen.

Am Nyhavns-Kanalen
-> Am Nyhavns-Kanalen

Am Nyhavns-Kanalen
-> Am Nyhavns-Kanalen

Am Nyhavns-Kanalen
-> Am Nyhavns-Kanalen

Am Nyhavns-Kanalen
-> Am Nyhavns-Kanalen

Kopenhagen, Du hast mir gut gefallen und ich wäre gerne noch etwas geblieben. Aber so ist das auf einer Busreise. Das Programm ist straff getaktet und wir schon wieder auf dem Weg nach Malmö, unserem nächsten Ziel. Wobei ich sagen muss, dass mir die Außenbezirke bzw. Vororte von Kopenhagen nicht so wirklich gefallen. Viele Hochhäuser, manche architektonisch durchaus diskussionswürdig, in denen ich selbst auf keinen Fall wohnen möchte. Aber Kopenhagen braucht Platz, braucht Wohnungen für die vielen Menschen, die in der dänischen Hauptstadt wohnen möchten.

Eigenwillige Architektur am Rande von Kopenhagen
-> Eigenwillige Architektur am Rande von Kopenhagen

Eigenwillige Architektur am Rande von Kopenhagen
-> Eigenwillige Architektur am Rande von Kopenhagen


Zwischenstopp an der Öresundbrücke

Der Weg von Kopenhagen nach Malmö führt uns wieder über die Öresundbrücke. Und jetzt macht unsere Busfahrer einen kleinen Abstecher zu einem Aussichtspunkt mit Blick auf die Schrägseilbrücke. Die überspannt hier den Öresund, also die Meerenge zwischen Dänemark und Schweden. Die rund eine Milliarde Euro teure Brücke ist fast acht Kilometer lang und wurde nach nur 40 Monaten Bauzeit am 1. Juli 2000 eröffnet. Sie wird sowohl für den Straßen- als auch Eisenbahnverkehr genutzt, täglich fahren auf ihr ca. 17.000 Fahrzeuge.

Die Öresundbrücke verbindet Kopenhagen und Malmö
-> Die Öresundbrücke verbindet Kopenhagen und Malmö

Die Öresundbrücke verbindet Kopenhagen und Malmö
-> Die Öresundbrücke verbindet Kopenhagen und Malmö

Nachdem wir die laut Wikipedia „weltweit längste Schrägseilbrücke für kombinierten Straßen- und Eisenbahnverkehr“ genügend bewundert haben, fahren wir weiter nach Malmö. Zunächst fahren wir am „Turning Torso“ vorbei, einem etwas kuriosem Gebäude, das sich scheinbar um die eigene Achse dreht. Leider können wir es nur aus dem Bus heraus im Vorbeifahren bewundern, ein Foto davon kann ich daher nicht machen. Mit 190 Metern ist es aber das höchstes Gebäude in Skandinavien und daher quasi auf allen Bildern von der Skyline Malmös zu sehen.

Spaziergang durch Malmö

Wir fahren weiter an den Rande der Altstadt. An einem der vielen Stadtkanäle parkt unserer Fahrer den Bus und wir gehen zu Fuß zum „Stortorget“, dem historischen Marktplatz. Neben den wenigen historischen, dafür umso mehr modernen Geschäften und Genusstempeln steht dort auch das Rathaus. Hübsch anzuschauen ist das Mitte des 16. Jahrhunderts entstandene Gebäude auf jeden Fall. Ein Brunnen sowie eine Statue von König Karl X. Gustav hoch zu Ross geben dem ganzem einen netten Rahmen. Und etwas Abseits, am Rande des Platzes, befindet sich eine Gruppe von Musikanten, die „Optimistorkestern“ genannt werden, also das „optimistische Orchester“. Was es mit diesen Kollegen auf sich hat, erschließt sich mir leider nicht, aber witzig anzusehen ist diese eiserne Musikgruppe durchaus.

Rathaus von Malmö
-> Rathaus von Malmö

Brunnen auf dem historischen Marktplatz
-> Brunnen auf dem historischen Marktplatz

Statue von König Karl X. Gustav
-> Statue von König Karl X. Gustav

Das 'optimistische Orchester'
-> Das „optimistische Orchester“

Von hier aus ziehen wir noch ein wenig auf eigener Faust los. Nicht weit vom Rathaus entfernt befindet sich die Kirche St. Petri aus dem 14. Jahrhundert. Ein Chor probt hier gerade für seinen abendlich Auftritt, endsprechend leise bewegen wir uns. In einem kleinem Nebentrack fällt insbesondere ein altes Taufbecken und die sehr aufwendige Wand- und Deckenbemalung auf.

St. Petri
-> St. Petri

St. Petri
-> St. Petri

St. Petri
-> St. Petri

Nachdem wir die Kirche St. Petri genügend bewundert haben, schlendern wir weiter und verlassen die Altstadt. Wir durchqueren den Bahnhof mit seinen vielen kleinen Geschäften, sehen den alten Leuchtturm von Malmö, bewundern „The knotted Gun“, eine Statue, die der schwedischer Künstler Carl Fredrik Reuterswärd anlässlich der Ermordung von John Lennon erschaffen hat und flanieren am alten Postamt vorbei, in dem sich heute ein Teil der „World Maritime University“ befindet.

Der Bahnhof von Malmö
-> Der Bahnhof von Malmö

Der alte Leuchtturm
-> Der alte Leuchtturm

Statue 'The knotted Gun'
-> Statue „The knotted Gun“

Altes Postamt mit der 'World Maritime University'
-> Altes Postamt mit der „World Maritime University“

Mit vielen Eindrücken steigen wir wieder in den Bus und verlassen die drittgrößte Stadt Schwedens. Malmö soll der Ort mit der höchsten Kriminalität in Schweden sein. Davon haben wir heute allerdings nichts bemerkt. Und während unserer Bus Richtung Trelleborg fährt, denke ich bei mir, dass die Stadt am Öresund durchaus einen weiteren Besuch wert ist.

In Trelleborg angekommen stehen wir zunächst wieder am Hafen und warten wie gestern eine Stunde lang auf unsere Bordkarten. Die TT-Line möchte das aber noch toppen und führt uns zunächst auf eine leere Fähre. Dort bekommen wir unser Abendessen, dass leider recht weit von dem entfernt ist, was wir gestern Abend bekommen haben. Dann müssen wir das Schiff wieder verlassen und warten erneut, bis wir endlich auf eine andere Fähre fahren und dort unsere Kabinen beziehen können. Dass diese teilweise bereits von anderen Reisenden belegt sind, hebt nicht gerade die Laune in unserer Gruppe. Auch dass die Badezimmer aufgrund einer Verstopfung irgendwo im Leitungssystem des Schiffes kaum benutzbar sind, trägt ebenfalls nicht zur einer Verbesserung der Stimmung bei. Den Geruch, der aus den Nasszellen kommt, können ohne Maske wirklich nur die ganz hartgesottenen ertragen.

Im Hafen von Trelleborg
-> Im Hafen von Trelleborg

Liebe TT-Line, ich finde es wirklich schade, dass so schöne Tage am Abend auf den Fähren immer mit einem bitterem Nachgeschmack ausklingen. Hier gibt es noch erhebliches Verbesserungspotential. So kann ich Dich jedenfalls leider nicht weiterempfehlen.



MONTAG:

Am frühen Morgen erreichen wir pünktlich Travemünde. Das gute Wetter und die schöne Aussicht entschädigen aber leider nicht das angebotene Frühstück auf dem Schiff. Das erinnert mich ein wenig an meine Jugendherbergsaufenthalte während meiner (auch schon sehr weit zurückliegenden) Schulzeit. Das allernötigste ist vorhanden, das war es aber auch schon. Aber das passt leider in das Bild der beiden Überfahrten und so bin ich nicht wirklich traurig, als wir endlich als letztes Fahrzeug die Fähre verlassen können.

Ankunft in Travemünde
-> Ankunft in Travemünde

Ankunft in Travemünde
-> Ankunft in Travemünde

Ankunft in Travemünde
-> Ankunft in Travemünde

Wir sind nun zwar bereits auf dem Rückweg in die Heimat, machen aber noch einen ausgedehnten Zwischenstopp in Hamburg. Dort fahren wir zunächst ein wenig durch die Stadt und unsere wirklich sehr kompetente Reiseleiterin gibt uns jede Menge Infos und auch Tipps, was wir uns ansehen können. Schließlich parkt der Bus in der Nähe der Landungsbrücken. Einige haben sich für eine Hafenrundfahrt angemeldet, aber wir machen uns lieber auf eigene Faust auf den Weg. Zwischen dem Portugiesenviertel auf der einen und dem Museumsschiff „Rickmer Rickmers“ auf der anderen Seite laufen wir entlang der Norderelbe bis zur Elbphilharmonie.

Spaziergang entlang der Norderelbe
-> Spaziergang entlang der Norderelbe

Blick auf die ElbphilharmonieSpaziergang entlang der Norderelbe
-> Blick auf die Elbphilharmonie

Im Jahre 2006 wurde mit dem Bau begonnen, der 77 Millionen kosten und 2010 fertig sein sollte. Aber nicht nur die Hamburger wissen, dass alles anders kam. Die Baukosten erhöhten sich mit 866 Millionen um mehr als elf-fache und die Fertigstellung verzögerte sich bis Ende 2016. Als die „Elphi“ am 11. Januar 2017 dann aber endlich offiziell eröffnet wurde, entwickelte sie sich sehr schnell zu einem Wahrzeichen der Hansestadt. Mit dazu beigetragen hat sicherlich auch eine Etage, Plaza genannt, die öffentlich zugängig ist und über einen Außenrundgang um das gesamte Gebäude verfügt. Von dort aus haben die Besucher aus 37 Metern Höhe eine schöne Aussicht unter anderem auf die Norderelbe, den Hafen und die Hafencity. Der Zugang ist kostenlos, allerdings auf eine maximale Personenzahl begrenzt.

Aussicht vom Außenrundgang der Elphi
-> Aussicht vom Außenrundgang der Elphi

Aussicht vom Außenrundgang der Elphi
-> Aussicht vom Außenrundgang der Elphi

Aussicht vom Außenrundgang der Elphi
-> Aussicht vom Außenrundgang der Elphi

Von der Elphi aus gehen wir zur Speicherstadt. Beide Sehenswürdigkeiten gehören zum Stadtteil „HafenCity“ und liegen daher fast direkt nebeneinander. Die Speicherstadt besteht aus vielen Lagerhäusern, die zwischen 1833 und 1927 erbaut wurden. Diese Häusern liegen an Kanälen (Fleeten). Auf diesen wurden einst per Schiff die Waren geliefert, die in den Lagerhäusern gelagert wurden. Viele Brücken überspannen diese Fleete und von ihnen hat man immer wieder wunderbare Ausblicke auf die aus Backstein erbauten Häuser. Diese werden teilweise auch heute noch genutzt, allerdings nicht als Lager, sondern als Bürogebäude oder auch Museen. So hat hier zum Beispiel das mittlerweile sehr bekannte „Miniatur Wunderland“ sein Zuhause. Diese riesige Modelleisenbahn bildet in Miniatur viele bekannten Sehenswürdigkeiten aus der ganzen Welt nach. Ein Aufenthalt dort kann man über Stunden ausdehnen, daher ist er für heute kein Thema. Wer sich aber mehrere Tage hier in der Hansestadt aufhält, sollte sich dort unbedingt ein Ticket reservieren.

Unterwegs in der Speicherstadt
-> Unterwegs in der Speicherstadt

Unterwegs in der Speicherstadt
-> Unterwegs in der Speicherstadt

Blick von der Speicherstadt auf die Ephi
-> Blick von der Speicherstadt auf die Ephi

Ganz in der Nähe des „Miniatur Wunderland“ befindet sich das Stammhaus der „Speicherstadt-Kaffeerösterei“. Eigentlich wollten wir uns hier mit Kaffee und Kuchen stärken, aber leider ist es hoffnungslos überfüllt. Heute wird hier der „Tag des Kaffee“ gefeiert und an entspanntes Kaffee schlürfen ist da leider nicht zu denken.

Stattdessen gehen wir zurück zu den Landungsbrücken, wo unser Bus steht. Dort ganz in der Nähe befindet sich der Eingang zum alten Elbtunnel.

Schild am Eingang zum alten Elbtunnel
-> Schild am Eingang zum alten Elbtunnel

Um hinunter zum Tunnel zu kommen, haben wir die Wahl zwischen einem Treppenabgang und einem Aufzug. Wir entscheiden uns für die Treppe und bestaunen beim hinabgehen die Wände, die mit Kacheln und Reliefs verziert sind. So einen Aufwand für die Optik wird heute nicht mehr betrieben.

Unten angekommen machen wir uns auf den Weg unter der Elbe hindurch hinüber auf die andere Flussseite zum Hamburger Ortsteil Steinwerder. Heute ist der von 1907 bis 2011 gebaute Tunnel nur noch für Radfahrer und Fußgänger freigegeben. Bis zum Jahre 2019 fuhren hier auch noch PKWs durch. Die wurden mit insgesamt zwölf hydraulisch betriebenen Fahrkörben nach unten bzw. nach oben befördert. Seitdem aber wird ein Teil des Tunnels restauriert und wurde daher für PKWs gesperrt.

Relief an der Wand im alten Elbtunnel
-> Relief an der Wand im alten Elbtunnel

Fahrkörbe und Dach im alten Elbtunnel
-> Fahrkörbe und Dach im alten Elbtunnel

Tür zum Fahrkorb
-> Tür zum Fahrkorb

Rad- und Fussweg unter der Elbe
-> Rad- und Fussweg unter der Elbe

Nach knapp 430 Meter haben wir das andere Ende des Tunnels erreichen und fahren nun mit dem Fahrstuhl wieder hinauf an das Tageslicht. Es ist nur ein kurzer Fußmarsch bis zum Aussichtspunkt „Alter Elbtunnel“. Von hier aus haben wir eine schöne Aussicht auf Landungsbrücke und Hafencity.

Steinwerder: Blick auf Landungsbrücke und Hafencity
-> Steinwerder: Blick auf Landungsbrücke und Hafencity

Ein Blick auf die Uhr zeigt, dass es höchste Zeit wird, zum Bus zurückzukehren. Wir fahren mit dem Fahrstuhl wieder hinab und gehen zurück auf die andere Elbseite. Seit 2003 steht der Tunnel unter Denkmalschutz. Im Jahr 2011 bekam er von der Bundesingenieurkammer sogar den Titel „Historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst“. Kein Wunder, schließlich galt er 1911 bei seiner Eröffnung als technisches Meisterwerk.

Wir erreichen rechtzeitig den Bus und machen uns nun auf den Heimweg. An einer Autobahnraststätte legen wir noch einen Zwischenstopp ein und erreichen dann am Abend wieder unsere Heimat.


Fazit:
Das waren drei interessante Tage. Die Stippvisiten in den Ostseestädten Lübeck, Kopenhagen und Malmö waren recht interessant. Es war jeweils eine gute Mischung aus geführter Tour und Erkundungsmöglichkeiten auf eigener Faust. Der Busfahrer chauffierte uns ruhig und entspannt auch durch den dichtesten Innenstadtverkehr und die Reiseleiterin kannte sich vor Ort wirklich bestens aus und hat uns mit vielen Informationen und Geschichten versorgt.

Auch der Stopp in Hamburg hat mit gefallen. Es ist schon ein wenig her, dass ich das letzte Mal in der Hansestadt war und der Spaziergang entlang der Elbe, durch Speicherstadt und altem Elbtunnel war mal wieder schön.

Nicht ganz so schön waren dagegen die Erfahrungen mit der TT-Line. Insbesondere die zweite Überfahrt, also der Rückweg von Trelleborg nach Travemünde, hat für viel Verstimmung bei uns Gästen gesorgt. Vielleicht sollte man hier von Seiten des Reiseveranstalters mal über eine Alternative nachdenken, die ja mit der Stena-Line oder der Finnlines durchaus vorhanden ist.

Wer schreibt hier?

  1. Detlev, Jahrgang '61
  2. Motorradfahrer - Wanderer - Radfahrer
  3. Hobbyfotograf
  4. Unterwegs immer mit Kamera, Block und Stift "bewaffnet"
that's me

Mehr über mich findest Du hier.

Vor einigen Jahren habe ich begonnen, mir auf meinen Touren Notizen zu machen, mal mehr und mal weniger ausführlich. Diese "TourNotizen" kannst Du Dir auf den Seiten Deutschland und Europa ansehen.

Viel Spaß dabei!


Die schönsten Reisezitate

"Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, die die Welt nicht angeschaut haben."

Nicht nur der berühmte deutsche Forschungsreisende Alexander von Humboldt wusste, dass Reisen den Horizont erweitert :o)



Hier stelle ich einige Zitate über das Reisen vor, die mir besonders gut gefallen.




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