Roadtrip Südnorwegen
Eine Rundreise mit dem Auto durch das Fjordland


Irgendwo habe ich mal gelesen: “Wer einmal nach Norwegen gereist ist, der kommt immer wieder”. Ich weiß nicht, ob das wirklich allgemein so gültig ist, aber auf mich trifft das ganz eindeutig zu.


Zum insgesamt sechsten Mal reise ich jetzt schon in das Land der Trolle und Fjorde. Trotzdem ist diese Tour für mich eine Premiere: Zum ersten Mal bin ich dort mit dem Auto unterwegs. Aber dem Spaß hat das definitiv keinen Abbruch getan.

Hier findest Du zunächst die von uns gefahrene Route. Und dazu dann unsere jeweiligen persönlichen Highlights.


 

 
Roadtrip Norwegen:

    * Gefahrene Route

    * Stabkirche Heddal
    * Flåm
    * Stabkirche Borgund
    * Vågåmo
    * Lom
    * Fähre Hellesylt – Geiranger
    * Geiranger
    * Insel Runde
    * Stabkirche Hopperstad
    * Wasserfall Tvindefossen
    * Wasserfall Låtefossen
    * Wasserfall Steindalsfossen
    * Stabkirche Røldal

    * Fazit

 



 Gefahrene Route 

Karte unserer Tour durch Norwegen

-> Karte unserer Tour durch Norwegen
Start war unten rechts in Langesund





 Stabkirche Heddal 

Start unserer Rundreise durch Südnorwegen ist Langesund. Hierher sind wir mit der Fähre aus dem dänischen Hirtshals angereist. Bei schönem Wetter haben wir die 4,5 Stunden dauernde Überfahrt durch den Skagerrak überwiegend an Deck genossen.

Von Langesund sind es dann rund 100 Kilometer Richtung Norden bis zum Ort Heddal, in dem die gleichnamige Stabskirche fast direkt an der E 134 steht.


Infotafel Stabkirche Heddal

-> Infotafel an der Stabkirche Heddal


Stabkirche Heddal

-> Stabkirche Heddal

Die Stabskirche Heddal beeindruckt schon von außen: Mit 26 Meter Höhe und 20 Meter Breite ist sie die größte ihrer Art in Norwegen. Runeninschriften lassen vermuten, dass sie um 1240 errichtet wurde. Schriftlich erwähnt wurde sie jedoch erstmals im 14. Jahrhundert.

Von außen ist sie von einer Art Laubengang umgeben, um sie vor Wind und Wetter zu schützen. Rund um den eigentlichen Eingang befinden sich wertvolle Schnitzereien und Ornamente.


Stabkirche Heddal   Stabkirche Heddal

-> Schnitzereien und Ornamente umrahmen die Türen


Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Stabskirche modernisiert. Das gefiel den Menschen aus der Umgebung aber überhaupt nicht. Und auch nicht den Fachleuten, die die teilweise unsachgemäßen Eingriffe stark kritisierten. So wurden 1954 die vorgenommenen Änderungen wieder zurückgebaut. Mit Hilfe alter Zeichnungen sollte der ursprüngliche Zustand wiederhergestellt werden. Heute besteht die Stabskirche Heddal noch zu ca. 30 Prozent aus dem ursprünglichen Originalmaterial.

Auch heute wird die Stabskirche Heddal noch regelmäßig für Gottesdienste genutzt. Taufen und Trauungen finden hier ebenfalls statt. Während des Sommers ist die Kirche täglich geöffnet und gegen ein Eintrittsgeld zugänglich. Aber es kann durchaus voll werden: Die Kirche zählt zu den meistbesuchten Touristenattraktionen in Norwegen. Aber das ist ja auch kein Wunder, schließlich wird sie aufgrund ihrer imposanten Optik oft auch als „gotische Kathedrale aus Holz“ bezeichnet.


Stabkirche Heddal   Stabkirche Heddal

-> Stabskirche Heddal, die 'gotische Kathedrale aus Holz'


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 Flåm 

Nächstes Ziel auf unserer Rundreise ist der Ort Flåm. Von Heddal aus sind das knapp 300 Kilometer, für die man durchaus rund fünf Stunden Fahrzeit einplanen kann.


Blick auf Flam

-> Blick auf Flåm


Aussicht von Flåm auf den Aurlandsfjord

-> Aussicht von Flåm auf den Aurlandsfjord


Flåm ist in erster Linie bekannt für die „Flåmsbana“. Das ist ein Zug, der zwischen Flåm und Myrdal verkehrt und dessen Fahrt als „eine der schönsten Bahnfahrten der Welt“ bezeichnet wird.

Wer danach mehr über die Geschichte der „Flåmsbana“ wissen möchte, kann sich dazu im „Flåmsbana-Museum“ umsehen. Das befindet sich unmittelbar in Bahnhofsnähe.

Von Flåm aus haben wird auch eine Fjordtour gemacht. Mit dem Schiff sind wir durch den Aurlandsfjord und den Nærøyfjord bis nach Gudvangen gefahren.

Und dann gibt es da auch noch den „Stegastein“. Dieser Aussichtspunkt bietet von hoch oben eine wunderbare Aussicht auf den Aurlandsfjord.


Aber immer schön der Reihe nach...


Die Fahrt mit der „Flåmsbana“

Die „Flåmsbana“ fährt mehrmals täglich von Flåm hinauf in die Berge bis nach Myrdal. Das bedeutet einen Anstieg von zwei Metern hoch bis auf 866 Meter ü.d.M. Und das in gerade mal knapp einer Stunde. Das lässt sich natürlich nur mit recht spektakulären Kurven schaffen, die in diese spektakuläre Landschaft hineingebaut wurden und die jede Menge spektakuläre Aussichten bietet.

Du merkst schon, hier geht es durchaus um einige Superlativen.


Am Bahnhof von Flåm

-> Am Bahnhof von Flåm


Am Bahnhof von Flåm

-> Einsteigen bitte


Flambahn Abteil

-> Flambahn Abteil


Wir starten am Morgen mit dem ersten Zug ab Flåm. Um 9:45 Uhr geht es los und wir sind tatsächlich alleine im Abteil. Damit hatte ich nun wirklich nicht gerechnet.


Pünktlich um viertel vor zehn geht ein Ruck durch den Waggon und der Zug setzt sich in Bewegung. Und es dauert auch nicht lange, da beginnt schon der Anstieg. Die Bahn windet sich immer weiter bergauf, durch mehr oder weniger enge Kurve, durch insgesamt 20 Tunnel, vorbei an einem Wasserfall und mit verschiedenen Stops entlang der Strecke. Dort steigen dann jeweils auch Reisende ein und aus. An einer dieser Stationen steigen ein paar Leute mit Skiern in der Hand ein und ich frage mich, was die damit hier Ende Mai wohl wollen. Aber viel Zeit zum grübeln habe ich nicht, dafür ist die Aussicht aus dem Fenster viel zu schön.


Unterwegs mit der Flamsbana

-> Unterwegs mit der Flamsbana


Unterwegs mit der Flamsbana

-> Unterwegs mit der Flamsbana


Unterwegs mit der Flamsbana

-> Unterwegs mit der Flamsbana


In Myrdal angekommen, weiß ich endlich, wofür die Skier sind: Hier schneit es nämlich. Zum Glück haben wir nur rund eine Viertelstunde Aufenthalt, dann fahren wir mit dem Zug auch schon wieder zurück nach Flåm. Natürlich hätten wir auch hierbleiben, uns Myrdal ansehen und später zurückfahren können. Aber wir wählten den sofortigen Weg zurück. Durch das Schneegestöber zu gehen macht ja auch nicht wirklich Spaß.


Es schneit in Myrdal

-> In Myrdal schneit es


Der Zug ist jetzt um einiges voller als auf dem Hinweg. Insbesondere Asiaten sind in Myrdal zugestiegen und bestaunen die Aussicht. An einem Wasserfall macht der Zug einen Stop. Hier gibt es eine Plattform, wo die Fahrgäste aussteigen und nach Herzenslust das hinabbrausende Wasser bestaunen und fotografieren können. Und auch für Entertainment ist gesorgt: Plötzlich wird Musik abgespielt und etwas weiter oben bewegt sich dazu eine Gestalt im roten Gewand. Die Asiaten sind völlig aus dem Häuschen und fotografieren wie wild. Ich finde den Wasserfall ehrlich gesagt nicht besonders spektakulär, da hat Norwegen ganz andere zu bieten. Und die Musik- und Tanzeinlage finde ich eher kitschig. Daher bleibe ich im Zug und sehe mir das Schauspiel aus dem warmen und trockenen Abteil aus an.


Flambahn Wasserfall

-> Ausstiegsplattform am Wasserfall, Mitte rechts die rote Gestalt


Anschließend geht die Zugfahrt weiter hinab bis Flåm, wo wir nach knapp einer Stunde Fahrt von Myrdal aus pünktlich ankommen.


Das „Flåmbana-Museum“

Direkt am Bahnhof befindet sich das „Flåmsbana-Museum“. Es ist in einem Souvenirshop untergebracht, der Eintritt ist frei und es bietet von innen viel mehr, als man es von aussen vermutet.


Flamsbanamuseum

-> Das Flamsbanamuseum befindet sich direkt neben dem Bahnhof


1923 wurde mit dem Bau begonnen, 1944 war die Strecke dann samt Elektrifizierung endgültig fertiggestellt. Bereits 1940 fuhren die ersten Güterzüge, ab 1942 dann auch Personenzüge, zu der Zeit noch mit Dampfbetrieb. In der Ausstellung sind unter anderem Werkzeuge zu sehen sowie Schlitten und verschiedene Gleisfahrzeuge. Viel interessanter finde ich persönlich allerdings die Details, die erzählt werden. So wurden zum Beispiel die Tunnel größtenteils in Handarbeit in den Berg geschlagen. Pro Meter (!) benötigte man dafür einen Monat! Daher dauerte es 13 Jahre, bis 1936 mit dem verlegen der Gleise begonnen werden konnte.


Ausstellung im Flamsbanamuseum

-> Ausstellung im Flamsbanamuseum


Ausstellung im Flamsbanamuseum

-> Ausstellung im Flamsbanamuseum


Ausstellung im Flamsbanamuseum

-> Ausstellung im Flamsbanamuseum


Ausstellung im Flamsbanamuseum

-> Ausstellung im Flamsbanamuseum


Heute wird die Strecke nur noch für den Personenverkehr genutzt. Und das in erster Linie von Touristen. Die Flåmsbana gehört mittlerweile zu den am meisten besuchten Touristenattraktionen in ganz Norwegen.


Fahrt durch die Fjorde

Flåm liegt direkt am Aurlandsfjord und der zweigt ab in den Nærøyfjord, dem schmalste Fjord der Welt. Beide stehen auf der UNESCO-Liste über das Welterbe. Was liegt da näher, als eine Schiffstour zu organisieren, die durch diese beiden Fjorde führt? Das dachten sich auch die findigen Norweger und bieten genau so eine Fahrt an. Und versprechen ein unvergesslichen Erlebnis.

Wir starten von Flåm mit der „Future of the Fjords“. Das ist eines von zwei Schiffen, die extra für diese Fahrt entwickelt wurden. Und die beide optisch schon ein wenig ungewöhnlich sind. Neben großen Fenstern verfügen sie auch über eine Art Gangways, auf der die Touristen stehen und die Aussicht genießen können. Beide Schiffe fahren ausschließlich mit Batterieantrieb, ein Umstand, der in der Werbung gerne erwähnt wird.


Future of the Fjords

-> Wir fahren mit der "Future of the Fjords"


Wir haben Pech mit dem Wetter. Es regnet, als wir mit der „Future of the Fjords“ aus dem kleinen Hafen von Flåm auslaufen. Trotzdem stehe ich draussen und versuche, so viel wie möglich von der uns umgebenen Natur aufzunehmen. Rechts und links steigen die Berge bis zu 1.800 Meter steil an. Immer wieder sind Wasserfälle zu sehen und auch kleine Ortschaften, die sich teils verlassen, teils aber auch noch bewohnt an die Berghänge schmiegen. Selbst bei diesem schlechten Wetter ist die Fahrt beeindruckend.

Bald darauf biegen wir in den Nærøyfjord ab. Und hier hört nicht nur der Regen auf, auch ein wenig blauer Himmel blinzelt hin und wieder durch die Wolken. Und ich verstehe, warum dieses Gebiet zu den schönsten Fjordlandschaften auf der Welt gezählt werden.


Schlechtes Wetter im Aurlandsfjord

-> Anfangs ist das Wetter sehr schlecht


Blick in den Nærøyfjord

-> Wir biegen ab in den Nærøyfjord


Fahrt durch den Nærøyfjord

-> Hier wird das Wetter besser


Fahrt durch den Nærøyfjord   Fahrt durch den Nærøyfjord

-> Kleine Ortschaften links und rechts des Fjords


Fahrt durch den Nærøyfjord   Fahrt durch den Nærøyfjord

-> Jede Menge Wasserfälle gibt es hier


Fahrt durch den Nærøyfjord

-> Fahrt durch den Nærøyfjord


Etwa zwei Stunden dauert die Fahrt, dann erreichen wir das Ende des Nærøyfjords, an dem der Ort Gudvangen liegt. Hier verlassen wir das Schiff und steigen um in einem Bus, der uns zurück zum Ausgangspunkt nach Flåm bringt.


Ankunft in Gudvangen

-> Ankunft in Gudvangen


Gudvangen

-> Von Gudvangen aus fahren wir mit dem Bus zurück nach Flåm


Die Fahrt hat mir trotz des schlechten Wetters gut gefallen. Die Landschaft hier ist wirklich sehr spektakulär. Und vielleicht war es ja auch mein Glück, dass es geregnet hat: So stand ich zumeist allein an Deck und konnte neben der herrlichen Aussicht auch die Ruhe geniessen. Denn von Schiffslärm war aufgrund des Batteriebetriebenen Motors so gut wie nichts zu hören, so dass wir fast geräuschlos über das Wasser geglitten sind.


Aussichtspunkt Stegastein

Im Jahr 2006 wurde die Aussichtsplattform Stegastein eröffnet. Sie befindet sich rund sechs Kilometer entfernt der Ortschaft Aurlandsvangen, die unweit von Flåm liegt. Man kann dort entweder mit dem eigenen Fahrzeug hinfahren oder im Touristenbüro eine Tour dorthin buchen. Wir haben uns für letzteres entschieden und haben das nicht bereut. Zum einen, weil schon die Anfahrt zum Stegastein viele wunderschöne Aussichten bietet und wir als Beifahrer diese komplett genießen konnten. Zum anderen, weil wir auf der Fahrt dorthin via Audioguide viele interessante Fakten über diese Region im allgemeinen und über die Aussichtsplattform im speziellen erfahren haben.

Bei dem Aussichtspunkt handelt es sich um eine Rampe von vier Meter breite und 30 Meter Länge. Sie befindet sich in 640 Metern Höhe über den Aurlandsfjord und bietet einen wunderbaren Panoramablick auf den Fjord und den Ort Aurlandsvangen.


Aussichtspunkt Stegastein

-> Aussichtspunkt Stegastein


Aussichtspunkt Stegastein

-> Aussichtspunkt Stegastein


Aussichtspunkt Stegastein

-> Aussichtspunkt Stegastein


Etwas besonders finde ich das Ende der Plattform: Das besteht aus einer Glasscheibe, so dass man dort wirklich das Gefühl hat, direkt über den Fjord zu stehen. Aber auch ohne diese Scheibe ist die Aussicht sehenswert. Nur leider regnet es auch hier, wodurch der Ausblick ein wenig diesig ist. Trotzdem lohnt es sich, hier zu stehen und hinab zu schauen.


Aussicht vom Stegastein

-> Aussicht vom Stegastein


Aussicht vom Stegastein

-> Aussicht vom Stegastein


Aussicht vom Stegastein

-> Aussicht vom Stegastein


Aussicht vom Stegastein

-> Aussicht vom Stegastein


Der Aussichtspunkt besteht übrigens nicht aus Holz, auch wenn es rein optisch den Anschein hat. Vielmehr handelt es sich um eine mit Lärchenholz verkleidete Stahlkonstruktion, auf der wir eine halbe Stunde lang trotz des Regens die Aussicht geniessen.


Kleines Fazit zu Flåm

Flåm hat uns gefallen. Auch wenn es dort SEHR touristisch ist. Zumindest tagsüber. Am Abend, wenn die vielen Touristenbusse den kleinen Ort verlassen haben, wird es ruhig hier. Sowohl in den Strassen als auch in den Cafes und Restaurants. Dann macht auch das schlendern wieder Spaß.

Und neue Freunde findet man dann auch :o)


Troll in Flam

-> Mein Freund, der Troll ;-)


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 Stabkirche Borgund 

Um von Flåm auf dem schnellsten Weg zur Stabkirche Borgund zu gelangen, muss man durch den Lærdalstunnel fahren. Generell muss jeder, der nach Norwegen kommt, irgendwann einmal durch einen Tunnel fahren. Der Lærdalstunnel allerdings ist nicht irgendein Tunnel, sondern mit 24,51 km der längste Straßentunnel der Welt. Und damit das fahren durch den Berg nicht zu eintönig wird, haben die Norweger die Strecke leicht kurvig angelegt und dazu noch alle sechs Kilometer eine besondere Beleuchtung installiert. So soll die Fahrt hierdurch nicht allzu ermüdend sein. Das ist sie für mich aber sowieso nicht. Denn obwohl es hier im Tunnel mehrere Halteplätze gibt, sind keine Notausgänge vorhanden. So fahre ich hier mit einem leicht mulmigen Gefühl hindurch.


Lichtinstallation im Tunnel

-> Lichtinstallation im Tunnel


Nach der Tunneldurchfahrt erreichen wir recht bald die Stabkirche von Borgund und parken auf dem Parkplatz des Besucherzentrums. Wer in das innere der Kirche möchte, muss hier die Eintrittskarten dazu kaufen. Auch ein Souvenirladen und eine Cafeteria sind hier untergebracht. Und dazu noch ein Stabskirchenmuseum, in dem Informationen zu den norwegischen Stabkirchen im allgemeinen zu finden sind.


Das Besucherzentrum Borgund

-> Das Besucherzentrum Borgund


Stabskirchenmuseum

-> Stabskirchenmuseum


Vom Besucherzentrum ist es nur ein kurzer Fußweg zur Stabkirche von Borgund. Sie gilt als eines der ältesten Holzgebäude Europas. Erstmals erwähnt in schriftlichen Quellen wurde sie 1342. Laut dendrochronologische Untersuchungen wurde das Holz, mit dem die Kirche errichtet wurde, aber bereits im Winter 1180/81 gefällt. Entsprechend stammt sie wohl schon aus der Zeit Ende des 12. Jahrhunderts. Im Gegensatz zu vielen anderen Stabkirchen wurde die Borgund-Stabkirche nie erweitert oder verändert.


Stabkirche Borgund

-> Stabkirche Borgund


Stabkirche Borgund mit Friedhof

-> Stabkirche Borgund mit Friedhof


Von innen wirkt die Kirche auf mich zwar recht hoch, aber auch klein. Und dunkel. Trotzdem sind Altar und Kanzel gut zu erkennen.


Altar und Kanzel Borgund

-> Altar und Kanzel


Immerhin bis ins Jahr 1868 fanden hier regelmäßige Gottesdienste statt. Dann wurde nur rund hundert Meter von hier entfernt eine neue Kirche gebaut und fortan als Gemeindekirche genutzt.


Neue Kirche von Borgund

-> Neue Kirche von Borgund


Die Stabkirche von Borgund gilt als eines der meistbesuchten Reiseziele in Norwegen. Entsprechend voll ist es hier. Neben Individualtouristen, wie wir es sind, stehen hier auch einige Reisebusse, die jede Menge Besucher hergebracht haben. Wer sich hier in Ruhe umsehen möchte, muss also Zeit und Geduld mitbringen.

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 Vågåmo 

Unser nächstes Ziel ist das Örtchen Vågåmo. Um dorthin zu gelangen, fahren wir zunächst ein Stück auf der E16, bevor wir auf die Straße 51 Richtung Norden abbiegen. Und diese gut hundert Kilometer auf der 51 haben es wirklich in sich. Neben einigen Kurven und vielen auf und ab bietet sich vor allem immer wieder wunderschöne Aussichten. Teilweise liegt jetzt Ende Mai noch jede Menge Schnee rechts und links des Weges, teilweise ist alles schon frühlingshaft grün. Wir genießen diese Fahrt und machen viele Fotostops.


Fahren auf der Strasse 51

-> Fahren auf der Strasse 51


Fahren auf der Strasse 51

-> Fahren auf der Strasse 51


Fahren auf der Strasse 51

-> Fahren auf der Strasse 51


Fahren auf der Strasse 51

-> Fahren auf der Strasse 51


Vågåmo ist der Zentralort der Kommune Vågå. Hier gibt es ein paar Geschäfte und Cafés sowie eine Stabkirche. Im Winter ist hier einiges mehr los, da hier ein beliebtes Skigebiet liegt. Jetzt im Sommer verlaufen sich nur wenige Touristen in diesem kleinen Ort.


Stabkirche Vågåmo

-> Stabkirche Vågåmo, die aber leider verschlossen ist


Café in Vågåmo

-> Café in Vågåmo


Eine kleine Besonderheit gibt es hier aber doch, nämlich den „Munch Wanderweg“. Edvard Munch ist wohl einer der berühmtesten Norwegischen Künstler. Sein Bild „Der Schrei“ gehört zu den bekanntesten Gemälden der Welt. Norwegens Hauptstadt Oslo hat ihm sogar ein eigenes Museum gewidmet.

Munch's Familie väterlicherseits lebte über viele Generationen in Vågåmo. Daher zog es auch Edvard Munch immer wieder hierher. Im Ort kann man auf den Spuren Munch's wandern. Der Weg startet im Ort nahe der kleinen Kirche und führt dann in westlicher Richtung aus Vågå hinaus. An mehreren Stops stehen sogenannten „Lautduschen“, wo man zum einem Informationen auf einer Schrifttafel lesen kann, sich zum anderen unter einer Hörmuschel stellen und einem Hörspiel zuhören kann.


Start des Munch Walk ist an der Stabirche in Vagamo

-> Start des Munch Walk ist an der Stabirche in Vagamo


Eine der vier Stationen am Munch Walk

-> Eine der vier Stationen am Munch Walk


Infortafel am Munch Walk

-> Infortafel am Munch Walk


Der Munch Walk führt auch ausserhalb des Ortes

-> Der Munch Walk führt auch ausserhalb des Ortes


Ansonsten ist es sehr ruhig in Vågåmo. Wir haben eine sehr schöne Unterkunft am Rande des kleinen Ortes. Von aussen ein mehrere Jahrhunderte alter Hof, von innen alles neu renoviert. Hier genießen wir zwei ruhige und entspannte Tage.


Unsere Unterkunft in Vågåmo

-> Unsere Unterkunft am Rand des Ortes


Unsere Unterkunft in Vågåmo

-> Unsere Unterkunft am Rand des Ortes


Blick aus unserem Fenster unserer Unterkunft in Vågåmo

-> Blick aus unserem Fenster


Teepause :o)

-> Teepause :o)


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 Lom 

Stabkirche

Von Vågåmo aus fahren wir über die Strasse 15 Richtung Westen. Rechts sehen wir die meiste Zeit den Fluß Vågåvatnet, der jetzt, Anfang Juni, nicht besonders viel Wasser führt. Bis Lom sind es rund 30 Kilometer und als wir den Ort erreichen, fällt auf der rechten Seite sofort die Stabkirche auf. Direkt davor ist ein Parkplatz, wo wir unser Fahrzeug kostenlos abstellen können, um uns die Kirche näher anzusehen.


Stabkirche Lom Vorderseite

-> Stabkirche Lom Vorderseite


Stabkirche Lom Rückseite

-> Stabkirche Lom Rückseite


Die Kirche wurde Ende des 12. Jahrhunderts erbaut und ist wirklich eine imposante Erscheinung. Immerhin gehört sie zu den größten erhaltenen Stabkirchen. Sie ist umgeben von einer kleinen Mauer und steht inmitten eines Friedhofs.

Wir betreten die Kirche durch einen kleinen Seiteneingang. Groß ist es hier drin, viele Sitzbänke gibt es. Geradeaus steht der Chor mit dem Altar, rechts davon befindet sich die Kanzel. Die Decke im Altarraum ist aufwendig bemalt. Ausserdem hängen recht viele Bilder mit kirchlichen Motiven an den Wänden.


Stabkirche Lom Blick durch das Hauptschiff in den Chor

-> Blick durch das Hauptschiff in den Chor


Stabkirche Lom aufwendige Deckenbemalung im Chorraum

-> Aufwendige Deckenbemalung im Chorraum


Stabkirche Lom Wandgemälde   Stabkirche Lom Wandgemälde

-> Wandgemälde


Im 17. Jahrhundert wurde an der ursprünglich rechteckigen Kirche angebaut: Zunächst westlich, einige Jahre später dann auch nord- und östlich. Dadurch erhielt die Kirche einen kreuzförmigen Grundriss.
Noch jünger ist die Orgel. Sie stammt aus dem Jahr 1909 und konnte mit Hilfe einer Geldspende von in die USA ausgewanderten Bürgern finanziert werden.


Stabkirche Lom Orgel

-> Die Orgel in der Stabkirche Lom


Nachdem wir uns in der Kirche ausgiebig umgesehen haben, gehen wir noch kurz in den Andenkenladen, der sich am Parkplatz befindet. Aber weniger, um ein Andenken zu kaufen, sondern weil dort das Stabkirchenmuseum untergebracht ist. Hier werden noch einige Infos gegeben sowie auch Originalfunde gezeigt, die bei arbeiten an der Kirche gefunden wurden.


Wanderung

Aber es ist nicht nur die Stabkirche, die Lom besuchenswert macht. Es gibt hier auch recht viele Wanderwege. Von ganz kurz bis tagesfüllend, von ganz einfach bis anspruchsvoll - hier kann sich jeder seinen Favoriten aussuchen. Wir haben uns den „Bordvassvegen“ ausgesucht. Ganz einfach deshalb, weil das ein Rundweg ist. Start und Ziel ist jeweils im Ort, das ist logistisch und organisatorisch am einfachsten.


Lom Wanderung Schild Bordvassvegen

-> Lom Schild Bordvassvegen


Wir haben uns für die „lang rute“ entschieden. Knapp neun Kilometer klingen erst einmal nicht viel, aber wir wollen es langsam angehen lassen.

Los geht es mitten im Ort am Norsk Fjellsenter. Dieses auch von aussen schon recht interessant aussehende Museum befindet sich ganz in der Nähe der Stabkirche. Der Weg führt zunächst hinaus aus Lom und dann steil in den Wald hinauf. Ab ungefähr der Hälfte des Weges folgt der Pfad einem alten Wasserkanal. Einige Infotafeln stehen hier, auf denen Informationen über die Geschichte und Tradition der Bewässerung rund um Lom beschrieben sind.


Lom Wanderung Bordvassvegen

-> Der Bordvassvegen führt meist quer durch den Wald


Infotafel auf dem Bordvassvegen

-> Einige Infotafeln erzählen von der Bewässerung von Lom


Lom Wanderung Bordvassvegen

-> Halbzeit auf dem Bordvassvegen


Lom Wanderung Bordvassvegen

-> Manchmal ist der Weg nicht so einfach zu erkennen


Lom Wanderung Bordvassvegen

-> Wasser, der ständige Begleiter auf dem Bordvassvegen


Der „Bordvassvegen“ ist zwar nicht allzu lang, aufgrund der Steigungen aber auch nicht ganz so einfach. Hinzu kommen einige recht felsige Abschnitte. Und der alte Wasserkanal führt teilweise nicht gerade wenig Wasser und muss mehrfach überquert werden. Rund vier Stunden brauchen wir für diese Wanderung. Das klingt für neun Kilometer vielleicht viel, aber wir machen eine ausgiebige Pause, lesen aufmerksam alle Infotafeln und legen viele Fotostopps ein. Was ich allerdings vermisse, sind die Weitblicke. Da der Weg überwiegend durch den Wald führt, sind die Aussichten auf das Umland leider recht rar.


Lom Wanderung Aussicht auf Lom

-> Auf dem Rückweg haben wir kurz vor dem Ende noch einen schönen Blick auf Lom mit der Stabkirche


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 Fähre Hellesylt – Geiranger 

Unser nächstes Ziel ist Geiranger. In dem Ort an dem gleichnamigen, wohl berühmtesten Fjord Norwegens, haben wir uns ein kleines Ferienhaus gemietet. Von Lom aus folgen wir der 15 Richtung Westen und wechseln dann in Stryn auf die 60. Unser Ziel ist Hellesylt, ein kleiner Ort am Sunnylvsfjord. Ab hier wollen wir mit dem Schiff durch den Fjord bis nach Geiranger fahren.

Und wir haben Glück: Kaum erreichen wir den Anleger, fährt auch schon die Fähre ein. Es sind zu dieser Zeit, Anfang Juni, noch genügend Plätze frei, so dass wir am Fahrkartenschalter noch schnell ein Ticket kaufen, dann fahren wir auch schon auf die Fähre. Somit entgeht uns zwar der Wasserfall, der sich hier mitten im Ort in den Fjord ergießt, aber damit haben wir kein Problem. Wir werden in den nächsten Tagen noch weitaus imposantere Wasserfälle sehen, da können wir das verschmerzen.


Abfahrt aus Hellesylt

-> Abfahrt aus Hellesylt


Kurz habe ich überlegt, ob wir überhaupt auf diese Art nach Geiranger fahren sollen. Wir hätten unterwegs ja auch auf die 63 abbiegen und dann am Aussichtspunkt Dalsnibbe vorbei zu unserem Ziel fahren können. Zumal wir ja in Flam bereits eine Schiffstour durch den Fjord gemacht haben. Aber spätestens jetzt, als wir durch den Sunnylvsfjord gleiten, weiß ich, das diese Entscheidung richtig war. Rechts und links steigen die Berge steil nach oben und schon nach kurzer Fahrt biegen wir in den Geirangerfjord ab. Dort kommt uns die "Trollfjord" entgegen, ein Schiff der berühmten Hurtigrouten.


Das Hurtigrutenschiff 'Trollfjord'

-> Das Hurtigrutenschiff "Trollfjord" kommt uns entgegen


Wir stehen draußen an Deck und sind wirklich beeindruckt: Von den Bergklippen rechts und links, von den vielen Wasserfällen und auch von den mittlerweile verlassenen Gehöften, die immer wieder an den Berghängen zu sehen sind. Hier haben teilweise bis in die 1950er und 60er Jahre Menschen gelebt. Welch ein Leben müssen die hier geführt haben, weitab von Siedlungen und Städten, ohne Strom und immer darauf bedacht, der Natur alles nötige für das tägliche Überleben abzutrotzen.


Fahrt durch den Geirangerfjord

-> Fahrt durch den Geirangerfjord


Ehemalger Hof im Geirangerfjord

-> Immer wieder liegen einsame Höfe im Geirangerfjord


Über den Bordlautsprechern werden in verschiedenen Sprachen jede Menge Informationen gegeben. Auch auf deutsch. So auch über die verschiedenen Wasserfälle, die es zu sehen gibt. Da wären zum Beispiel die „sieben Schwestern“ in Fahrtrichtung links. Ihnen gegenüber liegt auf der rechten Seite der „Freier,“ der so gerne eine der Schwestern ehelichen möchte, aber von allen immer wieder abgewiesen wird. Daher ertränkt er seine Trauer darüber in Alkohol. Die Flasche kann man mit ein bißchen Fantasie recht gut in seinem inneren erkennen.


Links die Schwestern, rechts der Freier im Geirangerfjord

-> Links die Schwestern, rechts der Freier


Flasche vom Freier im Geirangerfjord

-> Die Flasche vom Freier ist recht gut zu erkennen


So vergeht die Fahrt recht schnell und nach etwas mehr als einer Stunde erreichen wie den Ort Geiranger. Eine schöne Fahrt war das, die leider viel zu schnell zu Ende ist.


Der kleine Hafen von Geiranger

-> Der kleine Hafen von Geiranger ist gut besucht


Ankunft mit der Fähre in Geiranger

-> Ankunft in Geiranger


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 Geiranger 

Hatte ich weiter oben über Flåm noch behauptet, das es dort SEHR touristisch ist? Vergiss es. Geiranger ist noch weitaus Touristischer. Von der kleinen Terrasse unserer Hütte aus kann ich schon früh am Morgen die Kreuzfahrtschiffe sehen, die sich nach und nach in den Fjord schieben. Und diese Schiffe bringen jede Menge Besucher in den Ort, die Geiranger dann auch in Beschlag nehmen.


Früh am Morgen erreichen die Kreuzfahrtschiffe Geiranger

-> Früh am Morgen erreichen die Kreuzfahrtschiffe Geiranger


Früh am Morgen erreichen die Kreuzfahrtschiffe Geiranger

-> Früh am Morgen erreichen die Kreuzfahrtschiffe Geiranger


Nach dem Frühstück machen auch wir uns auf, den Ort zu erkunden. Auf dem kleinen Parkplatz am Hafen ist noch jede Menge Platz. Aber das verwundert auch nicht, schließen kommen die allermeisten Touristen ja mit dem Schiff. Nur die Busse verdecken später beim verlassen des Parkplatzes doch sehr die Sicht. Diese Busse bringen die Kreuzfahrttouristen zu den umliegenden Sehenswürdigkeiten: Zum Trollstiegen und nach Dalsnibba.

Geiranger selbst ist trotzdem vollkommen überfüllt. Das ganze erinnert mich an die Fußgängerzonen deutscher Städte an dem Samstag vor dem vierten Advent. Es ist kaum möglich, dorthin zu gehen, wohin man möchte, man kann fast nur der Masse folgen. Spaß macht das nicht, darum beschließen wir, eine kleine Wanderung zu machen. In der Touristeninformation am Hafen bekommen wir eine Karte, auf der wir sehen, dass auch Geiranger einen kleinen Wasserfall hat, den Storfossen. An dessen Rand laufen wir den Weg hoch bis zum Norwegischen Fjordcenter. Hier befindet sich eine Ausstellung über die West-Norwegischen Fjorde. Wir allerdings nutzen lieber das kleine Café und stärken uns mit einem Cappuccino auf unseren bevorstehenden Spaziergang. Denn mehr scheint es nicht zu werden. Am Fjordcenter überqueren wir die Strasse 63 und folgen dann der Ausschilderung zum Vesterås.


Storfossen, der Wasserfall von Geiranger

-> Storfossen, der Wasserfall von Geiranger


Wegweiser für Wanderungen ab Geiranger

-> Wegweiser für Wanderungen


Sehr schnell wird uns klar, dass wir den Weg unterschätzt haben. Es geht sogleich steil bergauf über zumeist steinige Wege. Fernsicht? Zunächst Fehlanzeige! Rechts und links von uns sind nur Bäume, wir wandern mitten durch einen Wald. Erst nach einer ganzen Weile lichtet sich dieser hin und wieder und wir haben Ausblicke auf das Fjordcenter und das Umland. Die letzten Meter bis zum Vesterås-Restaurant haben es dann steigungstechnisch noch einmal in sich, bevor wir uns nach rund ein einhalb Stunden (inklusive Verschnaufpausen) mit frischen Waffeln und leckerem Tee verwöhnen lassen können.


Wandern auf dem Vesteras

-> Hier gehts hinauf...


Blick vom Vesteras auf das Fjordcenter

-> Blick auf das Fjordcenter


Aussicht vom Vesteras

-> Aussicht vom Vesteras


Vesteras-Restaurant

-> Vesteras-Restaurant


Der Rückweg ist dann leider der gleiche Weg wie hinauf, aber es scheint schneller zu gehen. Durch den Wald, die steinigen Wege hinab, vorbei am Fjordcenter und am Wasserfall erreichen wir schließlich wieder Geiranger. Die meisten Kreuzfahrttouristen scheinen jetzt am späten Mittag mit den Busse unterwegs zu sein. Wir können uns ohne Probleme bis zum Eisstand durchschlagen und bekommen anschließend sogar einen Sitzplatz direkt am Hafen mit Blick auf den Fjord. Nachdem wir das zwar teure, aber leckere Eis genossen haben, fahren wir mit dem Auto zu einem Aussichtspunkt. Wir wollen Geiranger auch einmal von oben sehen. Allerdings nicht vom bekannten Dalsnibba aus. Im Internet habe ich einen anderen Platz gefunden. Wir biegen vom Parkplatz in Geiranger nach rechts ab, folgen der 63 Richtung Süden und erreichen kurz nach dem Hotel Utsikten einen Parkplatz auf der rechten Seite. Hier stehen zwar auch schon einige Fahrzeuge, aber wir finden problemlos einen Platz, wo wir unseren Wagen abstellen können und laufen dann den Felsen entlang, bis wir eine schöne Sicht auf Geiranger haben.


Schöne Aussicht auf Geiranger

-> Schöne Aussicht


Geiranger ist mir persönlich leider viel zu touristisch. Ich kann die Einheimischen gut verstehen, wenn sie zumindest einen Tag pro Woche ohne Kreuzfahrtschiffe für sich einfordern. Erst am Abend, wenn die Schiffe den Fjord verlassen haben, ist es ruhiger im Ort. Aber anders als in Flåm haben dann fast alle Geschäfte geschlossen. Ohne die Touristen von den Schiffen scheint es sich nicht zu lohnen, die Läden geöffnet zu lassen.
Sehr schade.

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 Insel Runde 

Nach zwei Tagen verlassen wir Geiranger. Unser nächstes Ziel ist die Insel Runde weiter im Norden, die auch Vogelinsel genannt wird. Dafür fahren wir von Geiranger aus in Richtung Norden und folgen der 63. Recht schnell führt die Strasse steil hinauf. „Eagle road„ wird dieser Strassenabschnitt genannt und bietet von oben noch einmal einen schönen Blick auf den Ort.


Blick von der Eagle road auf Geiranger

-> Ein neuer Tag, ein neues Schiff – Blick von der Eagle road auf Geiranger


„Farvel Geiranger“, auf Wiedersehen Geiranger. Vielleicht komme ich wirklich noch einmal wieder. Und dann hoffentlich mit weniger Kreuzfahrtschiffen. Die Problematik, die diese Art von Massentourismus mit sich bringt, ist mir hier so richtig bewusst geworden.


Wir fahren also auf die Insel Runde. Mit zwei Fähre und über drei teilweise recht spektakuläre Brücken erreichen wir am späten Mittag unser Ziel. Aber es ist nicht einfach, hier eine Unterkunft zu bekommen. Es gibt nur recht wenige und diese sind auch jetzt schon, Anfang Juni, belegt. Schließlich bekommen wir ein Zimmer in einem etwas schäbigen Gästehaus. Die Anlange war wohl mal recht nett, stand aber leider einige Jahre lang leer. Seit Anfang dieses Jahres kümmert sich nun ein neuer Besitzer um das Haus, hat aber noch nicht alles in Schuss. Wir quartieren uns für eine Nacht ein und machen uns dann zu Fuß auf dem Weg. Runde wird schließlich nicht umsonst „Vogelinsel“ genannt. Hier gibt es viele Seevögel und wir interessieren uns vor allem für die Papageitaucher. Die gelten als das Wahrzeichen von Runde. Und so laufen wir los, um einige von Ihnen vor der Linse zu bekommen.

Mitten im Ort Goksøyr zweigt der Weg ab nach oben in die Felsen. Recht steil geht es hinauf und bietet so manche schöne Aussicht.


Wegweiser für die Wanderung in Goksøyr

-> In dem Ort Goksøyr starten wir unsere Wanderung.


Wanderung auf Runde

-> Es geht recht steil bergan...


Wanderung auf Runde

-> ... aber die Aussicht ist Klasse.


Wir folgen den markierten Wegen, die aus Gründen des Naturschutzes nicht verlassen werden sollen. Die Papageitaucher kommen erst in den Abendstunden vom Meer zurück zu ihren Nestern. Daher gehen wir nicht auf direktem Weg zu den Felsen mit den Vögeln, sondern dehnen unsere Wanderung ein wenig aus. Und bekommen dabei einige sehr schöne Aussichten geboten.


Wanderung auf Runde

-> Keine Zäune, keine Absperrungen - Wandern am Abgrund.


Wanderung auf Runde

-> Die Felsen von Runde.


Wanderung auf Runde

-> Ganz vorne, unten am Rand, der Leuchtturm von Runde.


Als wir dann am Abend an den Vogelfelsen eintreffen, sind wir nicht die ersten. Es haben sich schon viele Fotografen versammelt und versuchen, die besten Plätze für sich zu reservieren. Aber die Auswahl ist groß, hier kommt jeder auf seine Kosten.


Fotografen warten auf die Papageitaucher

-> Viele Fotografen erwarten die Rückkehr der Papageitaucher vom Meer.


Papageitaucher auf der Insel Runde

-> Papageitaucher


Papageitaucher auf der Insel Runde

-> Papageitaucher


Papageitaucher auf der Insel Runde

-> Papageitaucher


Papageitauche<	r auf der Insel Runde

-> Papageitaucher


Volle Konzentration beim Fotografieren

-> Volle Konzentration beim Fotografieren ;-)


Fast zwei Stunden sind wir hier, fotografieren, reden mit anderen Fotografen und beobachten die putzigen Vögel. Leider habe ich es nicht geschafft, einen im Flug zu erwischen. Aber auch so bin ich mit der Fotoausbeute recht zufrieden.

Wir gehen zurück zu unserem Gästehaus und beobachten von der Terrasse aus den schönen Sonnenuntergang. Morgen werden wir Runde verlassen und uns langsam Richtung Süden vortasten.


Sonnenuntergang auf der Insel Runde

-> Sonnenuntergang und Abschluss eines abwechslungsreichen Tages auf Runde


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 Stabkirche Hopperstad 

Auf einer kleinen Anhöhe, etwas außerhalb des Ortes Vik, steht die Stabskirche Hopperstad. Sie wurde vermutlich um 1140 gebaut und zählt somit zu den ältesten Stabskirchen Norwegens. Eine Besonderheit an ihr ist, dass ihr Holzfundament auf Stein errichtet wurde. Dadurch kommt das Holz nicht mit dem nassen Boden in Berührung und bleibt von Fäulnis verschont.


Stabkirche Hopperstad

-> Stabkirche Hopperstad


Von außen mutet sie nicht besonders spektakulär an. Trotzdem bezahlen wir ein kleines Eintrittsgeld und sehen uns die Kirche auch von innen an. Dabei „geraten“ wir durch Zufall in eine kleine Privatführung auf englisch und werden eingeladen, doch einfach daran teilzunehmen. Kurzweilig und wirklich informativ erfahren wir dabei einige interessante Details, die uns ansonsten mit Sicherheit verborgen geblieben wären.


Stabkirche Hopperstad   Stabkirche Hopperstad Innenraum

-> Stabkirche Hopperstad


Amüsant finde ich die Anekdote über die Predigten: Bis zur Reformation wurden diese auf Latein gehalten, so dass die norwegischen Gläubigen kein Wort davon verstanden haben. Nachdem die Gemeinde dann evangelisch geworden war, sollten die Predigten dann nicht mehr auf Latein gehalten werden, damit auch die „einfachen Leute“ den Sinn und Zweck des gesagten verstehen konnten. Allerdings wurde hier in Hopperstad von dänischen Priester gepredigt, die die Gottesdienste natürlich in ihrer dänischen Muttersprache abhielten. Somit haben die Norweger auch nach der Reformation die Worte ihres Priester nicht verstehen können.

Wirklich dumm gelaufen ...

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 Wasserfall Tvindefossen 

Direkt an der E16, ungefähr 12 KM nördlich von Voss, liegt der Wasserfall „Tvindefossen“. Mit seinen rund 150 Metern ist er zwar nicht so wahnsinnig hoch, interessant ist ein Halt hier aber trotzdem. Man kann von dem Parkplatz aus fast direkt vor dem Wasserfall parken und wenige Meter bis zum Fuß des Tvindefossen laufen. In weit verzweigten Wegen fällt das Wasser hier hinab und wer von unten dann durch die Gischt nach oben schaut, der merkt, dass auch 150 Meter Höhe durchaus sehr imposant sein können.


Der Tvindefossen in Südnorwegen

-> Der Tvindefossen


Hier direkt am Wasserfall gibt es auch einen Campingplatz mit Kiosk. So kann man sich entweder eine Erfrischung gönnen und dabei nach einem Andenken stöbern. Oder man mietet sich einen Stellplatz für Wohnmobil, Wohnwagen oder Zelt bzw. quartiert sich in einer der Hütten ein, die hier ebenfalls angeboten werden. Dann kann man auch einen Spaziergang hoch hinauf zum „top of the waterfall“ machen.


Der Tvindefossen in Südnorwegen

-> Hier am Tvindefossen haben wir eine Unterkunft gemietet.


Beschreibung Fussweg zum Wasserfall

-> Unsere "Wanderkarte"


Rund dreißig Minuten dauert die Wanderung hinauf und ist relativ einfach zu bewältigen. Zunächst ein Stück an der Straße entlang, dann in den Wald und dort dann nach oben. Aber die Aussicht von dort lohnt, die kleine Anstrengung auf jeden Fall.


Weg zum Tvindefossen

-> Auf dem Weg zum Wasserfall


Am Tvindefossen in Südnorwegen

-> Am Ziel der kleinen Wanderung


Blick hinab vom Tvindefossen

-> Blick hinab vom Tvindefossen


Laut ist es hier oben. Das Wasser lärmt und stürzt mit großem Getöse über den Abgrund. So dicht kommt man vermutlich selten auf relativ leichtem Weg an so eine Absturzkante heran.
Und auf dem ebenfalls rund dreißig minütigen Rückweg klingt der Tvindefossen dann noch lange in unseren Ohren nach.

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 Wasserfall Låtefossen 

Norwegen ist ja wirklich reich an Wasserfällen. Einer, an dem man im südlichen Teil des Landes kaum vorbeikommt, ist der „Låtefossen“. Er liegt ungefähr zwanzig Kilometer nördlich von Odda direkt an der Straße 13. Wer von Süden kommend Richtung Norden fährt, hat diesen Zwillingswasserfall auf der rechten Seite. Die Straße führt hier über eine Brücke, die eigentlich pausenlos von der Gischt des Wasserfalls eingehüllt ist. Direkt hinter der Brücke befindet sich auf der linken Seite ein kleiner Parkplatz, wo man sein Fahrzeug abstellen und sich den Låtefossen mit seiner Fallhöhe von 165 Metern in aller Ruhe ansehen kann.


Wasserfall Lätefossen

-> Wasserfall Låtefossen


Wasserfall Lätefossen

-> Wasserfall Låtefossen


Direkt gegenüber dem Wasserfall, am Rande des Parkplatzes, steht ein Gedenkstein. Diesen hat Kaiser Wilhelm II. für Gustav von Hahnke errichten lassen, der mit ihm an Bord der "Hohenzollern" zur jährlichen Sommerfrische hierher nach Norwegen gekommen war. Der junge Leutnant zur See stürzte bei einem Ausflug mit dem Fahrrad in den Fluss und kam dabei ums Leben.


Gedenktafel am Lätefossen

-> Gedenktafel am Låtefossen


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 Wasserfall Steindalsfossen 

Schon die Anfahrt aus Richtung Osten ist interessant. Enge Straßen, die an die schottischen „Single-Track-Roads“ erinnern, sehr schöne Aussichten und eine schmale Brücke führen zum Steindalsfossen, der kurz hinter dem Ort Norheimsund liegt.


Brücke auf dem Weg zum Steindalsfossen

-> Auf dem Weg zum Steindalsfossen


Das besondere an diesem Wasserfall: Man kann hinter den herab rauschenden Wassermassen gehen. Das soll ihm zu einem der meistbesuchten Wasserfälle Norwegens machen.

Als wir ankommen, ist von den vielen Besuchern allerdings zum Glück nichts zu sehen. Wir parken unserem Wagen auf dem großzügig angelegten Parkplatz und machen uns zu Fuß auf den kurzen Weg Richtung Wasserfall.


Wasserfall Steindalsfossen

-> Wasserfall Steindalsfossen


Wasserfall Steindalsfossen

-> Wasserfall Steindalsfossen


Wasserfall Steindalsfossen

-> Wasserfall Steindalsfossen


Über eine alte Steinbrücke gehen wir zunächst zwischen zwei Souvenirgeschäften hindurch und dann die kleine Anhöhe hinauf Richtung Wasserfall. Ein wenig bin ich enttäuscht, dass der Weg hinter dem Wasser so gut ausgebaut und sogar mit einer Absperrstange gesichert ist. Das ist, zumindest nach meinen bisherigen Norwegen-Erfahrungen, recht ungewöhnlich. Trotzdem ist es ein ungewohntes Gefühl, HINTER dem hinabbrausenden Wasser zu stehen. Selbst mit Sicherung erlebt man so etwas nicht allzuoft.


Aussicht vom Steindalsfossen

-> Aussicht vom Steindalsfossen


Hinter dem Wasserfall Steindalsfossen

-> Hinter dem Wasserfall


Nach vielen Fotos gehen wir den Weg wieder hinab und schauen auch kurz bei den Souvenirgeschäften vorbei. In einem der beiden kaufen wir uns etwas heißes zu trinken, bevor wir zurück zum Parkplatz gehen.

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 Stabkirche Røldal 

Der Ort Røldal liegt ungefähr 40 Km südlich von Odda direkt an der E134. Als wir dort die gleichnamige Stabskirche erreichen, findet gerade ein Gottesdienst statt. Wir müssen also ein wenig warten, bis wir die Kirche von innen besichtigen können. Diese Wartezeit nutzen wir, um uns das Gelände drumherum anzusehen. Von außen sieht das alles recht unscheinbar aus, daran ändert auch der vor bzw. neben der Kirche liegende Friedhof mit seinem alten Grabsteinen nichts.

Die Kirche wurde vermutlich Anfang des 13. Jahrhunderts erbaut und in den kommenden Jahrhunderten immer wieder erweitert und renoviert. Zuletzt in den Jahren 1915 bis 1918.


Stabkirche Röldal im Süden von Norwegen

-> Stabkirche Röldal


Stabkirche Röldal im Süden von Norwegen

-> Stabkirche Röldal


Schließlich ist der Gottesdienst beendet, alle Gläubiger haben die Kirche verlassen und wir Besucher dürfen das Gotteshaus nun betreten. Von innen ist die Kirche sehr aufwendig bemalt. Neben diesen Rosenmalereien befindet sich hier auch ein Kruzifix, dem eine starke, heilende Wirkung nachgesagt wurde und die Røldal zu einer in Norwegen recht bekannten Wallfahrtskirche gemacht hat.


Innenraum in der Stabkirche Röldal

-> Innenraum in der Stabkirche Röldal


Altarraum in der Stabkirche Röldal

-> Altarraum


Kruzifix in der Stabkirche Röldal

-> Kruzifix


Auch, wenn ich es von außen nicht vermutet habe, so hat sich das warten doch gelohnt: Das innere der Stabskirche ist wirklich sehenswert.

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 Fazit 

Das „Land der Trolle und Fjorde“, so wird Norwegen gerne genannt. Aber Norwegen ist mehr als das: Tunnel, Fähren und Brücken, Stabskirchen und Wasserfälle, dazu eine grandiose Landschaft und freundliche Menschen – es gibt viele Gründe, die für Norwegen sprechen. Das Land eignet sich ideal dafür, es auf eigener Faust zu erkunden. Ob mit dem Auto, dem Wohnmobil, mit dem Zug oder dem Motorrad, ob mit Zelt & Schlafsack oder im Luxushotel, (fast) alles ist möglich. Norwegen macht es dem Besucher leicht, sich wohl zu fühlen.

Und so war ich vermutlich nicht zum letzten Mal dort. Beim nächsten Mal würde ich aber gerne etwas weiter in den Norden fahren. Von Tromsö habe ich schon viele schöne Bilder gesehen und auch die Lofoten sind auf jeden Fall mehr als nur eine Übernachtung wert.

Mal sehen, wann es soweit ist, aber dann wirst Du hier ganz bestimmt wieder davon lesen :o)


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